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EU-Gipfel: Merkel reist einsam nach Brüssel

von Benjamin Reuter

Vor dem Start des entscheidenden EU-Gipfels in Brüssel demonstrieren Angela Merkel und François Hollande Einigkeit. Doch Unterstützung kann Merkel von Hollande in Brüssel nicht erwarten.

Angela Merkel und Francois Hollande bei einem gemeinsamen Treffen vor dem EU-Gipfel Quelle: REUTERS
Bei ihrem gemeinsamen Treffen vor dem heute beginnenden EU-Gipfel scheinen Angela Merkel und François Hollande die größten Streitpunkte aus dem Weg geräumt zu haben Quelle: REUTERS

Es war ein Kurzauftritt, der Einigkeit suggerieren sollte. Knapp vier Minuten standen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande vor der Presse und sprachen über die Zukunft Europas. Während Hollande die Fortschritte im Verhältnis der beiden Regierenden lobte, lächelte Merkel sogar einige Male verhalten. „Frankreich und Deutschland wollen“, sagte Hollande, „die europäische Union auf wirtschaftlicher Ebene und auf längere Sicht auch auf der politischen Ebene vertiefen.“ Nach all dem Ärger, den der französische Präsident ihr in den vergangenen Wochen beschert hat, war Merkels Lächeln nach diesen Worten ein kleines Zeichen der Versöhnung. 

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Umso wichtiger war dieses Zeichen vor dem EU-Gipfel, der heute in Brüssel startet und den viele Beobachter als Entscheidend für die Zukunft der Eurozone halten. Bisher galten Frankreich und Deutschland als tief zerstritten, was die Maßnahmen gegen die wirtschaftliche Dauerkrise in Europa angeht. Merkel auf der einen Seite pochte auf Sparmaßnahmen und Strukturreformen in den schwächelnden Ländern. Hollande auf der anderen Seite bestand auf seiner Idee, mit Wachstumspaketen Europa aus der Abwärtsspirale zu befreien. 

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Für einige Wochen nach dem Amtsantritt von Hollande schien es deshalb, als würden die Störungen im deutsch-französischen Verhältnis die Eurorettung vereiteln. Denn der Clinch zwischen Merkel und Hollande stand stellvertretend für einen größeren Bruch zwischen den Nordländern der Eurozone wie den Niederlanden und Finnland und den Südländern wie Italien und Spanien. Der Norden wollte dem europäischen Patienten Ausgabendisziplin verordnen, der Süden Wachstumsspritzen. 

Streitpunkte ausgeräumt

Zumindest zwischen Frankreich und Deutschland scheinen aber vorerst die größten Streitpunkte ausgeräumt. Dass beim Gipfel in Brüssel ein Wachstumspaket von 130 Milliarden Euro verabschiedet wird, gilt nur noch als Formsache. Das Paket, dessen Geld von der Europäischen Investitionsbank und aus Projektanleihen kommt, kann Hollande als Erfolg verbuchen. Dass es vor allem alte Mittel sind, die noch nicht abgerufen wurden, wird ihn dabei kaum stören. Denn damit hat Hollande sein Versprechen eines „Wachstumspaktes“, den er im Wahlkampf unentwegt gegeben hatte, wahr gemacht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte gemeinsam mit Frankreichs konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy die harte Sanierung Europas durchgesetzt. Bei den Wahlen in Frankreich und Griechenland hat sie zwei wichtige Mitstreiter verloren, der Chor der Kritiker wird immer lauter.

Bild: dapd

Auf der anderen Seite ist Hollande von seiner Idee einer schnellen Vergemeinschaftung der Schulden – auch als Eurobonds bezeichnet – abgerückt. Berlin hatte immer wieder betont, dass sei ohne mehr wirtschaftliche und politische Integration nicht zu machen. Konkret bedeutet das, dass die Euroländer noch mehr Souveränität, vor allem über ihre Haushalte, nach Brüssel abgeben. Letzteres war bisher für die Franzosen ein Tabu. Wenn Hollande jetzt von einer „Vertiefung der Union“ spricht, scheint er die Fundamentalopposition gegen die deutsche Forderung aufgegeben zu haben. Denn erst wenn eine Vertiefung erreicht ist, will Merkel über gemeinsame Anleihen verhandeln.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.06.2012, 17:21 Uhrhelago

    Weg mit der Demokratie, weshalb noch wählen? ALLE MACHT den Märkten und den Bangkstern!!! Die Deutschen können besser mit einer rechten Dikatur umgehen das hat ja der BND bewiesen, als es um die Verfolgung rechter Terroristen ging. Da wurde einfach nicht so genau ermittelt und ein paar Akten vernichtet. Das arbeitsscheue Gesindel wird in Lagern konzentriert, arbeitet naütrlich nur zu Lohndumpinglöhnen..
    @EinBuerger: Wohl noch nicht bemerkt, daß Fiskalpakt und andere Schweinereien zu Lasten von uns ALLEN geht. Aber macht ja NIX, WIR werden Weltmeister und dann ist eine ganze Nation im Freudentaumel.

  • 28.06.2012, 16:02 Uhrallesverloren

    Lieber einsam handlungsfähig als gemeinsam in die Pleite.

  • 28.06.2012, 15:15 UhrSuper-Angie

    Die Merkel ist doch für den Job völlig ungeeignet--wer das nicht gemerkt hat wird es an den explodierenden Schulden für D-land bald Merkeln.

    Für Intelligente gilt nur eines nicht " Ruf mich an " sondern " geh da weg "

    Schnell weg da und wenn es nach Südeuropa geht--das sind die Nehmerländer. Sonne ; warm mit Parasitieren

    Die Deutschen wird man in einen Dauer-Melkstand schicken und kollektiv zu tode melken und das zu Hungerlöhnen, wenn man nicht gerade einer höheren Kaste angehört.

    Die 18 Billionen Schulden der EU kann niemand mehr zurückzahlen geschweige denn Versinsen.

    EU = Ende aus Nickolaus

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