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EU-Gipfel: Sprachlos über die großen Probleme

von Silke Wettach

Offiziell steht das dringendste Problem der Eurozone gar nicht auf der Tagesordnung. Aber die Staats- und Regierungschefs werden sich mit der zugespitzten Lage in Griechenland befassen müssen. Der deutsche Vorschlag eines Sparkommissars sorgt für schlechte Stimmung.

Angela Merkel, Herman van Rompuy und Manuel Barroso unterhalten sich im Bundeskanzleramt in Berlin Quelle: dapd
Angela Merkel, Herman van Rompuy und Manuel Barroso unterhalten sich im Bundeskanzleramt in Berlin. Für den kommenden EU-Gipfel sind wieder keine konkreten Pläne zu erwarten Quelle: dapd

Eigentlich soll sich der erste EU-Gipfel des Jahres mit dem Thema Wachstum und Beschäftigung befassen. So hat es EU-Präsident Herman Van Rompuy zumindest in seiner Einladung geschrieben. Er wollte wohl ein Zeichen setzen, dass Europa in der Krise nicht nur spart. Doch zum Thema Konjunkturprogramme sei wenig Konkretes zu erwarten, wiegelte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker schon im Vorfeld ab und macht damit deutlich, dass es sich bei dem Motto Wachstum um ein Ablenkungsmanöver handelte. Das eigentliche Problem der Eurozone, die Lage in Griechenland, aber auch in Portugal, ist weiterhin ungelöst. Und vom Gipfel sind dazu wenige Antworten zu erwarten.

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Zwei Tagesordnungspunkte werden die 27 Staats- und Regierungschefs, die am Nachmittag um 15.30 Uhr zusammenkommen, wohl relativ zügig abarbeiten. Sie werden den Vertrag für den permanenten Rettungsschirm ESM absegnen, dessen Beginn auf Juli 2012 vorgezogen wird. Nach dem Vertrag wird der ESM 500 Milliarden Euro an Krediten vergeben können.

Die Fehler bei der Euro-Rettung


Rettungsfonds EFSF: Eine kleine Krücke
Die im Mai 2010 als Euro-Rettungsfonds geschaffene European Financial Stability Facility (EFSF) ging mit der Arbeitshypothese ans Werk, sie werde gar nie zum Einsatz kommen. Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone hofften, allein die Ankündigung, finanzschwachen Staaten zur Seite zu stehen, werde die Finanzmärkte nachhaltig beeindrucken. Doch es kam anders. Die Summe, die der EFSF zur Verfügung stand, ließ die Märkte kalt. Der Versuch, die Mittel der EFSF zu hebeln und das Kreditvolumen auf eine Billion Euro zu steigern, ist kläglich gescheitert. Mittlerweile sind die Investoren so beunruhigt, dass auch eine Versicherung von 20 bis 30 Prozent sie nicht mehr locken kann.

Quelle: dpa

Haushaltsdisziplin gefordert

In den vergangenen Wochen hatte es zahlreiche Forderungen gegeben, das Volumen auszuweiten, etwa von Italiens Ministerpräsident Mario Monti, der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde und dem US-Finanzminister Timothy Geithner. Doch Bundeskanzlerin Merkel hat sich bisher dagegen gestellt, allerdings angedeutet, dass beim nächsten EU-Gipfel Anfang März über das Volumen des ESM gesprochen werden könne.

Deutschland hat durchgesetzt, dass nur diejenigen Länder Hilfe aus dem ESM erhalten werden, die den Fiskalpakt ratifizieren, den die Staats- und Regierungschefs ebenfalls heute absegnen wollen. Im Klartext: Unterstützung wird es in Europa nur für Länder geben, die Haushaltsdisziplin verfolgen. In vielen Ländern der Eurozone wird spekuliert, dass Merkel bereit sein könnte, den ESM aufzustocken, wenn der Fiskalpakt unter Dach und Fach ist.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 31.01.2012, 14:24 UhrAnonymer Benutzer: seemann

    Jeder konnte es ahnen wenn er sich nur eine simple Grafik der New York Times vom 02.05.2010 (vor fast 3 Jahren !) unter dem Titel
    - Europe`s Web of Dept - ansieht (gesehen hat, einfach mal googeln). Ich vermute der damalige BRD Präsident tat es und war doch als IWF-
    Experte vor seinem plötzlichen stummen Rücktritt informiert, zugleich
    in schlimmer Ahnung was die Zukunft der EU, des Euros und Auswirkun-
    gen der immensen Schulden (so etwa 4 Billionen US- Dollar, allein
    der 5 PIIGS ) mit den aufgezeigten finanziellen Verflechtungen zu den EU- Staaten GB, F, D, betrifft. Mr. R. geforderte "2- Bill. Bazooka"
    (?),wann wird sie wohl in Stellung gebracht ?

  • 30.01.2012, 20:27 UhrAnonymer Benutzer: Joker1

    Es ist einfach unglaublich!
    Wie dick ist der Filz in dem die Politkaste verstrickt ist ?
    Man kann doch niemandem weismachen, daß die Deutsche Regierung
    nicht gewußt hat, das hier auf uns zukommt.
    Nur Gesockse und Verbrecher, von ganz oben angefangen.
    Das Volk wird geknechtet und ausgenommen, verarscht, beschissen
    und betrogen.
    Man kann nur empfinden: Horror Vacui.
    Gnade Euch Gott ihr Heuchler und Ganoven. Nichts wirdeuch bleiben,
    außer Schimpf und Schande!
    Löst die Eurozone endlich auf.
    Rücktauschkurs: 1 Euro = 2 neue DM, für Deutsche Steuerzahler.

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