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exklusivEU-Kommission: Versicherungsvertreter sollen Provisionen offenlegen

von Silke Wettach

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier will die Auflagen für Versicherungsvermittler verschärfen. Am 3. Juli wird der Franzose einen Richtlinienvorschlag präsentieren, nach dem Versicherungsvermittler künftig ihren Kunden ungefragt ihre Provision offenlegen müssen.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier Quelle: REUTERS
Versicherungsvermittler mussten ihre Provision bisher nur auf Nachfrage aufdecken, EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier will die Auflagen für Versicherungsvermittler verschärfen Quelle: REUTERS

Bei Lebensversicherungen träte die verstärkte Transparenz sofort ein, bei allen anderen Versicherungen sieht Barnier eine dreijährige Schonfrist vor, ehe die neuen Regeln gälten.

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Für die über 250.000 deutschen Versicherungsvermittler kommt der Vorschlag einer Kulturrevolution gleich. Bisher müssen sie nur bei Nachfrage ihre Provision aufdecken. Barnier begründet seinen Vorstoß mit dem Wunsch, Verbraucher besser zu schützen. Ziel sei „eine höhere Transparenz und ein besserer Umgang mit möglichen Interessenkonflikten“.

Ilse Aigner will noch weiter gehen

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner gehen Barniers Vorschläge noch nicht weit genug. Sie wünscht sich ein Berufsbild Honorarberater, bei dem Versicherungsvermittler nur auf Basis eines festen Entgelts arbeiten dürfen. Einige EU-Staaten denken genauso: In Großbritannien und Dänemark sind Provisionen schon teilweise verboten, die Niederlande arbeiten daran. Die EU-Kommission hat auf ein Verbot verzichtet, da sie es in der gesamten EU nicht für durchsetzbar hält.

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12 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.07.2012, 23:25 UhrPretender

    Verbraucherschutz wird in der Politik immer ganz oben aufgehängt, jedoch nicht zum Schutze des Verbrauchers, sondern nur zum profilieren einzelner Politiker - im Ergebnis zu Lasten des Verbrauchers. Erinnern wir uns an die VVG Reforn die ebenfalls zum Wohle des Verbrauchers dienen sollte. Im Ergebnis gibt es viele Regelungen die im Ergebnis den Verbraucher verwirren und nicht schützen.

    Werden Provisionen dargelegt, schaut der Kunde nur noch wo er die geringste Provision zahlen muß. Im Ergebnis ist jedoch nicht die Provision entscheidend, sondern welche Leistung der Kunde für welchen Preis erhält.

    Ist der Bürger nicht mündig genug um zu entscheiden, welches Produkt er kaufen möchte und was er bereit ist dafür zu bezahlen? Muss für alles eine gesetzliche Vorlage geschaffen werden?

    Es gibt mehr als genug hart arbeitende Versicherungsvermittler die es immer ehrlich meinen mit den Kunden. Anhand von einzelnen Ausreißern die durch die Presse gehen, meinen immer Politiker sich mit diversen Gesetztesvorlagen Stimmen einfangen zu können. Wenn sich diese ernsthaft mit den Themen beschäftigen würden, kämen nicht solche sinnverstreuten Ergebnisse heraus.

    Mal ehrlich, ein Vermittler verkauft einen Kunden eine Renten, oder Krankenversicherung. 5 Jahre lang steht der Vermittler in der Stornohaftung. Kündigt der Kunde die Versicherung, so zahlt der Vermittler anteilig seine Provision zurück. Wer schützt den Vermittler vor den Verbrauchern?

  • 03.07.2012, 13:39 Uhrverbraucherschmutz

    Was für ein populistischer Blödsinn mit dem Herumgehacke auf einem Berufstand, der ohnehin gegen ein schlechtes Image zu kämpfen hat.

    Wo bleibt der Gleichbehandlungsgrundsatz? Ab gesehen davon kann ein normalsterblicher Angestellter die Kostensätze eines selbständig arbeitenden Unternehmers nicht im Ansatz einordnen. Und von den elendig langen Haftungszeiten für die Provisionen, die ein Versicherungsaussendienstler in diesen Tagen ertragen muss weiss er auch nichts.

    Nein - ich bin kein Versicherungsvertreter, aber ich habe ein gesundes Gerechtigkeitsempfinden.

    Wo fängt das denn an? Und wie geht das dann weiter? Muss ein Autohändler dann bald seine Gewinnmargen unter den Kaufvertrag schreiben, oder der MüdiaMurk auf sein Preisschild für ein TV-Gerät ein Extrafeld für den Einkaufspreis?!?! Ich tobe hier!

    Und am Ende sollen erst einmal die Damen und Herren im Bundestag ihre Nebeneinkünfte EHRLICH offen legen, und nicht wischi waschi mit Stufenmodellen. Eine Frechheit, Volksverarschung. Hoch 2.

  • 03.07.2012, 13:11 UhrAgent78

    Es macht langsam keinen Spaß mehr in diesem Job zu arbeiten. Die Kosten steigen der Gewinn sinkt. Nur mehr Umsatz hilft dagegen. Ich möchte dann aber auch wissen was jeder Autoverkäufer/Möbelverkäufer usw. an Provision bekommt.

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