EU-Rettungschirm: Zypern hofft notfalls auf Bankenhilfen

EU-Rettungschirm: Zypern hofft notfalls auf Bankenhilfen

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"Ich hoffe, dass die europäische Entscheidung für eine Bankenunion eine Lösung für alle Schwierigkeiten bereithält und der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM jenen Banken, die Probleme haben, zur Verfügung steht", sagte Präsident Nikos Anastasiadis.

Zehn Milliarden Euro hat das Land vor einem Jahr in Anspruch genommen - die Geldprobleme hat Zypern allerdings noch immer nicht im Griff. Nun gibt es neue Pläne, wie die Banken gestützt werden können.

Zypern setzt angesichts andauernder Probleme seiner Banken für den Notfall auf Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds. "Ich hoffe, dass die europäische Entscheidung für eine Bankenunion eine Lösung für alle Schwierigkeiten bereithält und der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM jenen Banken, die Probleme haben, zur Verfügung steht", sagte Präsident Nikos Anastasiadis der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe). Derzeit gehe er aber davon aus, dass das Euro-Krisenland ohne weitere Hilfen von außen auskommen wird und die zyprischen Banken sich "ohne weitere Hilfen" wieder erholen.

Die Chronik der Zypern-Krise

  • 25.06.2012

    Zypern bittet die Eurozone um Hilfe, nachdem zwei Banken im Fahrwasser der Griechenland-Krise Verluste von zusammen 4,5 Milliarden Euro machten.

  • 08.10.2012

    Die EU drängt Zypern, einem Rettungsplan der Troika zuzustimmen. Der Rettungsplan sieht Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst und eine Mehrwertsteuererhöhung vor.

  • 22.11.2012

    Die zyprische Regierung teilt mit, dass sie Hilfen in Höhe von rund 17 Milliarden Euro benötigt.

  • 11.01.2013

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drängt Zypern bei einem Besuch zu Reformen.

  • 24.02.2013

    Zypern wählt und bestimmt den Konservativen Nikos Anastasiades zum neuen Regierungschef der Mittelmeerinsel. Anastasiades gilt als Befürworter des von der EU verlangten Sparkurses.

  • 04.03.2013

    Die Regierung in Nikosia stimmt einer unabhängigen Prüfung der Finanzströme auf die Insel zu. Zypern reagiert so auf die Vorwürfe, russischen Millionären als Geldwäscheparadies zu dienen.

  • 16.03.2013

    Die Finanzminister der Eurozone und der IWF wollen Zypern mit bis zu zehn Milliarden Euro unterstützen. Die Differenz muss das Land selbst aufbringen. Zypern entschließt sich für eine Abgabe auf Bankeinlagen, die die insgesamt 5,8 Milliarden Euro bringen soll.

  • 18.03.2013

    Unter öffentlichem Druck kündigt Zypern an, das Rettungspaket zugunsten der Kleinanleger neu zu verhandeln. Guthaben von weniger als 100.000 Euro sollen unangetastet bleiben. Die Banken bleiben dennoch geschlossen, um panikartige Abhebungen von den Konten zu verhindern.

  • 19.03.2013

    Die zyprische Regierung beschließt, Bankeinlagen von unter 20.000 Euro von der Zwangsabgabe auszunehmen. Dennoch fällt das Rettungspaket am Abend im Parlament durch.

  • 20.03.2013

    Zyperns Finanzminister Michalis Sarris verhandelt in Moskau über mögliche Hilfen, die Verhandlungen bleiben ergebnislos. Die Orthodoxe Kirche auf Zypern bietet an, sich finanziell an der Rettung der Insel zu beteiligen.

  • 21.03.2013

    Zypern will anstelle der Zwangsabgabe einen eigenen Rettungsfonds einrichten. Die EZB erklärt, dass sie die zyprischen Banken ohne internationalen Rettungsplan nur noch bis zum 25. März mit Notkrediten stützen werde.

  • 22.03.2013

    Am Abend stimmt das zyprische Parlament ersten Maßnahmen eines neuen Rettungsplans zu, darunter einem Gesetz zur Bankensanierung und der Einrichtung eines nationalen Solidaritätsfonds.

  • 23.03.2013

    Medien berichten über eine Einigung zwischen zyprischer Regierung und Troika auf ein Konzept für die umstrittene Zwangsabgabe auf Bankguthaben.

  • 24. und 25.03.2013

    Präsident Anastasiades reist zu Verhandlungen mit den Euro-Finanzministern nach Brüssel. In der Nacht zum 25. März stimmen die Finanzminister dem Rettungspaket zu.

  • 28.03.2013

    Am Donnerstag, den 28. März haben die zyprischen Banken nach zwölf Tagen wieder geöffnet. Seit dem 16. März war die Bargeldversorgung nur noch an Geldautomaten möglich. Andere Bankgeschäfte ruhten. Ein Massenansturm auf die Banken blieb aus. Harte Regeln der Notenbank sollen verhindern, dass die Banken sofort nach Öffnung ausbluten. So dürfen pro Person und Konto maximal 300 Euro pro Tag abgehoben werden.

"Es stimmt, dass 45 bis 50 Prozent der vergebenen Kredite derzeit nicht ordnungsgemäß zurückgezahlt werden", räumte Anastasiadis allerdings ein. Er hoffe aber, dass bei dem größten Geldhaus des Landes, der Bank of Cyprus, trotz Risiken in Milliardenhöhe eine weitere Zwangsabgabe auf Guthaben vermieden werden könne. Die höchsten Schulden bei den Banken hätten nicht einfache Kreditnehmer, sondern große Immobilienunternehmer. "Bauunternehmen, Immobilieninvestoren oder Landentwicklungsfirmen schulden den zyprischen Banken riesige Summen, viele Milliarden Euro", sagte er. Bei denen würden die Geldinstitute ansetzen.

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Weitere Artikel

Zypern hatte vor einem Jahr ein internationales Hilfspaket von zehn Milliarden Euro in Anspruch genommen, um eine Staatspleite zu vermeiden. Im Zuge dieser Rettungsaktion waren neben Gläubigern und Eigentümern auch erstmals große Einlagenkunden der in Schieflage geratenen Banken mit hohen Sanierungsbeiträgen zur Kasse gebeten worden.

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