EU-Spitzentreffen: Juncker glaubt an Griechenland-Rettung

EU-Spitzentreffen: Juncker glaubt an Griechenland-Rettung

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Jean-Claude Juncker im Europäischen Parlament.

Lange zeigte sich EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker beunruhigt wegen der Griechenland-Krise. Nun sieht er Anlass zu Optimismus. Der Streit um Bankenhilfen ist indes noch ungelöst.

Nach dem Spitzentreffen zur Griechenland-Rettung beim vergangenen EU-Gipfel ist EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker wieder zuversichtlich. „Ich denke, dass wir zu einem Abschluss kommen werden, der sowohl für Griechenland als auch für die Europäische Union vorteilhaft ist“, sagte der frühere Euro-Retter am Mittwoch im Europaparlament in Brüssel.

Er sei in den vergangenen Wochen pessimistisch gewesen, bekannte der Luxemburger. „Jetzt sind wir wieder zurück in einem normalen Verfahren.“ Juncker hatte mit anderen EU-Spitzen beim Gipfel vergangene Woche stundenlang über Griechenland beraten.

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Als nächster Schritt steht eine umfassende Reformliste aus Athen an, die von den Geldgeber-Institutionen EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) gebilligt werden muss. Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras habe ihm zugesichert, dass dieser Plan bis Ende dieser Woche oder Anfang kommender Woche vorliegen werde, so Juncker.

Griechenlands Zahlungsverpflichtungen 2015

  • Die Rückzahlungen 2015

    Die griechische Regierung muss in diesem Jahr noch rund 17 Milliarden Euro an Krediten und Zinsen zurückzahlen. Der größte Batzen entfällt dabei mit rund 8,1 Milliarden Euro auf den Internationalen Währungsfonds (IWF). Daneben stehen Zahlungen an die Europäische Zentralbank (EZB), private Gläubiger sowie die Partner aus der Eurozone aus. Ungeachtet der Verlängerung des Hilfsprogramms mit den Euro-Partnern ist bisher unklar, wie Finanzminister Yanis Varoufakis die Mittel aufbringen will. Vor allem im Juli und August stehen Rückzahlungen über mehrere Milliarden Euro an. Es folgt eine Auflistung darüber, was Griechenland in welchem Monat dieses Jahres zahlen muss.
    Rundungsdifferenzen möglich, Quelle: Eurobank Athen, eigene Berechnungen (Reuters)

  • März

    Rund 1,5 Milliarden an den IWF, 75 Millionen Zahlungen an andere - insgesamt rund 1,6 Milliarden Euro.

  • April

    450 Millionen an IWF, 275 Millionen an Zinsen - insgesamt rund 0,7 Milliarden Euro.

  • Mai

    750 Millionen plus 196 Millionen an IWF, sowie 77 Millionen für bilaterale Kredite - insgesamt rund 1 Milliarden Euro.

  • Juni

    1,5 Milliarden an IWF plus 280 Milliarden an EZB und andere - insgesamt 1,7 Milliarden Euro.

  • Juli

    450 Millionen an IWF, 3,5 Milliarden an EZB, 700 Millionen an Zinsen für EZB - insgesamt rund 4,8 Milliarden Euro.

  • August

    Rund 170 Millionen an IWF, 3,2 Milliarden an EZB und andere Notenbanken, 190 Millionen an Zinsen - insgesamt rund 3,7 Milliarden Euro.

  • September

    1,5 Milliarden Euro an IWF.

  • Oktober

    450 Millionen an IWF, 200 Millionen an andere - insgesamt 0,65 Milliarden Euro.

  • November

    150 Millionen an IWF, 77 Millionen bilaterale Kredite - rund 0,23 Milliarden Euro

  • Dezember

    1,1 Milliarden Euro an IWF.

Falls die Geldgeber-Vertreter grünes Licht geben, könnten die Euro-Finanzminister laut Diplomaten von der nächsten Woche an zusammenkommen, um noch ausstehende Milliardenhilfen aus dem verlängerten Hilfsprogramm nach Athen freizugeben. Der Zeitdruck ist enorm, denn nach übereinstimmenden Informationen dürften die Athener Staatskassen schon Anfang April leer sein.

EU-Gipfelchef Donald Tusk rechtfertigte die kleine Krisenrunde zu Griechenland, an der beim Gipfel auch Kanzlerin Angela Merkel teilgenommen hatte. „Ich haben den Europäischen Rat (mit den 28 Staats- und Regierungschefs) gefragt, ob sie die griechische Frage bei einem Euro-Gipfel debattieren wollen.“ Die Antwort sei negativ gewesen. Länder wie Belgien hatten sich über das Treffen im kleinen Kreis lautstark beschwert.

Das erst diese Woche bekanntgewordene Tauziehen um 1,2 Milliarden Euro Banken-Hilfsgeld geht unterdessen weiter. Das Vorbereitungsgremium der Euro-Finanzminister beriet darüber, ohne eine endgültige Entscheidung zu treffen.

Laut früheren Informationen der griechischen Zeitung „Kathimerini“ macht Athen geltend, es habe zu viel geparktes Hilfsgeld für die Bankenrettung an den Euro-Krisenfonds in Luxemburg zurückgezahlt. Athen hatte Ende Februar 10,9 Milliarden Euro an den EFSF zurückgegeben und möchte 1,2 Milliarden Euro davon wiederhaben, weil Hilfen insbesondere für kleinere Banken geflossen waren.

Weitere Artikel

Es gebe in der Eurogroup Working Group (EWG) Übereinstimmung, dass Griechenland rechtlich gesehen nicht zu viel an den EFSF zurückgezahlt habe, so ein EFSF-Sprecher. In der EWG sind die Staatssekretäre der Finanzministerien der 19 Euro-Länder vertreten.

Der strittige Betrag gehört nicht zu den 7,2 Milliarden Euro, die Griechenland aus verschiedenen Quellen noch zustehen, aber bisher noch blockiert sind.

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