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Euro-AustritteEuropa muss sich schützen

Die Südländer drohen der Euro-Zone stets mit einem Austritt aus der Währungsunion und möglichen Turbulenzen an den Märkten in dessen Folge. Deshalb sollten sie sich im eigenen Interesse gegen Austritte absichern.Hans Peter Grüner 19.01.2015 - 06:00 Uhr

Platz 10: Schweiz

Die Schweizer sind bekannt für entspanntes Gemüt. Auch hinsichtlich ihrer Finanzen machen sie sich kaum Sorgen. Rund 14 Prozent der Schweizer schätzen ihre persönliche finanzielle Situation sehr gut ein. Angesichts zahlreicher Milliardäre, die in der Schweiz ihre Domizile haben, verwundert dieses Ergebnis nicht. Nur 38 Prozent hält ihr Einkommen beziehungsweise ihr Vermögen für nicht ausreichend. In keinem anderen europäischen Land ist dieser Wert so tief. Anders sieht es bei den Zukunftserwartungen aus. Immerhin 41 Prozent geht davon aus, dass sich ihre finanzielle Situation verschlechtern wird, etwa genauso viele Schweizer gaben an, dass sie eine Verbesserung erwarten.

Foto: AP

Platz 9: Finnland

Während rund 58 Prozent der Finnen mit ihrer Finanzausstattung zufrieden ist, halten auf der anderen Seite nur 41 Prozent ihre Finanzen für unzureichend. Allerdings herrscht im skandinavischen Land Optimismus. Immerhin 54 Prozent der Finnen geht davon aus, dass sich ihre finanzielle Situation verbessern werde.

Foto: AP

Platz 8: Österreich

In Deutschlands Nachbarstaat sind 52 Prozent der Bewohner mit ihren Finanzen unzufrieden. Davon schätzen immerhin zehn Prozent der Österreicher ihre finanzielle Ausstattung als extrem schlecht ein. Auf der anderen Seite sind 45 Prozent hinsichtlich des Geld zufrieden. Von diesen gaben acht Prozent an sogar sehr zufrieden mit Einkommen und Vermögen zu sein.

Foto: dpa

Platz 7: Deutschland

Hierzulande ist man für üblich pessimistischer als der Schnitt. Das bestätigt auch die Analyse von Reader's Digest. Demnach gehen rund 49 Prozent der Deutschen davon aus, dass sich ihre finanzielle Situation in Zukunft verschlechtern wird. 57 Prozent schätzen zudem ihre derzeitige Finanzausstattung als schlecht ein. 41 Prozent hingegen ist mit ihren Finanzen zufrieden, davon sogar fünf Prozent sehr zufrieden.

Foto: dpa

Platz 6: Polen

Der östliche Nachbar Deutschlands ist zwar mit der derzeitigen Finanzsituation nicht wirklich zufrieden (66 Prozent), doch es überwiegt der Optimismus in Polen. Laut der Umfrage gehen rund 59 Prozent der Polen davon aus, dass sich ihre Finanzen in Zukunft verbessern werden. Derzeit sind allerdings erst 34 Prozent zufrieden und nur drei Prozent überaus zufrieden mit Einkommen und Vermögen.

Foto: dpa

Platz 5: Rumänien

Wie Polen gehört auch Rumänien zu den neueren EU-Ländern. Und auch in Rumänien blicken die Menschen optimistisch in ihre Zukunft. Rund 60 Prozent von ihnen geht davon aus, dass sich ihre finanzielle Situation künftig verbessern wird. Doch derzeit hält mit 67 Prozent immer noch eine Mehrheit ihre Finanzen für nicht ausreichend.

Foto: dpa

Platz 4: Frankreich

Angesichts der Schieflage des französischen Haushalts verwundert es kaum, dass auch die Einwohner Frankreichs wenig optimistisch für die Zukunft sind. Satte 67 Prozent prognostizieren eine Verschlechterung ihrer finanziellen Ausstattung. In keinem anderen befragten Land ist dieser Wert so schlecht. Bereits jetzt sind 81 Prozent unzufrieden mit ihren Finanzen. Nur 18 Prozent meckern nicht über ihr Einkommen und Vermögen.

Foto: dpa

Platz 3: Russland

Im größten Land der Welt rumort es. Nicht nur die Auseinandersetzungen mit der Ukraine, auch die internationale Sanktionen gegen das Land trüben die Stimmung vieler Russen. 86 Prozent halten ihre Finanzen für unzureichend. Nur 13 Prozent ist der Meinung über genügend finanzielle Ausstattung zu verfügen. Überaus zufrieden mit Einkommen und Vermögen ist der Umfrage nach keiner in Russland. In Anbetracht an die zahlreichen milliardenschweren Oligarchen im Land verwundert dieses Ergebnis etwas.

Foto: dpa

Platz 2: Slowenien

Mit 88 Prozent erreicht Slowenien den zweithöchsten Unzufriedenheitswert unter den befragten Ländern. Großen Optimismus scheinen die Slowenen ebenfalls nicht zu verspüren. Während 42 Prozent ein Verbesserung ihrer finanziellen Lage erwarten, gehen 52 Prozent der Befragten davon aus, dass es noch schlimmer wird. Nur acht Prozent prognostiziert keine Veränderung.

Foto: dpa

Platz 1: Portugal

Die Euro-Krise hat deutliche Spuren hinterlassen. Vor allem der harte Sanierungskurs und die hohe Arbeitslosigkeit macht den Einwohner Portugals zu schaffen. Satte 91 Prozent kommt mit ihren derzeitigen finanziellen Möglichkeiten nicht aus. Nur acht Prozent der Befragten halten ihr Einkommen für ausreichend. Dass sich an der schwierigen Finanzlage künftig etwas ändert, glauben nur wenige Portugiesen. Rund 55 Prozent gehen davon aus, dass das Portmonee in Zukunft noch dünner sein wird.

Foto: dpa

Beppe Grillo, Silvio Berlusconi und Lega-Nord-Anführer Matteo Salvini haben eines gemeinsam: Sie liebäugeln mit dem Gedanken, dass Italien die Europäische Währungsunion verlässt. Ihre Austrittsphantasien sind ebenso wie die aktuelle Diskussion um eine mögliche Nachverhandlung der Rückzahlungsverpflichtungen Griechenlands Teil eines allgemeineren europäischen Problems. Hoch verschuldete Staaten könnten aufhören, ihre Kredite zu bedienen und zugleich durch das Spiel mit dem Ausstieg aus der Eurozone eine Kapitalflucht auslösen. Nach einem Ausstieg würden die gestiegenen Target-Salden zu Verbindlichkeiten, die das Land kaum noch begleichen könnte. Solch ein Zerfall der Währungsunion würde erhebliche wirtschaftliche Unsicherheit in ganz Europa schaffen. Deshalb sollten sich die Länder der Eurozone im eigenen Interesse gegen Schuldenschnitte und Austritte absichern.

Ausweitung der Bilanz müsste zur Ausweitung des Eigenkapitals führen

Ohne weitere Vorkehrungen begäbe sich die EZB mit einem Quatitative Easing (QE) auf den entgegengesetzen Weg, denn Staatsanleihenkäufe der EZB vergrößern das Drohpotenzial von Schuldnerstaaten. Zwar ist der Versuch, durch QE die Investitionsbereitschaft der Banken zu erhöhen, mit Blick auf die niedrige Inflationsrate geldpolitisch durchaus vertretbar. Allerdings sollte sich die EZB gegebenenfalls angemessen gegen mögliche Verluste wappnen.

Platz 24: Griechenland

Laut Integrationsindex ist Griechenland am schlechtesten in die EU integriert. Der Wert liegt bei 46,80.

Foto: dapd

Platz 23: Polen

Integrationsindex: 50,68

Foto: dpa

Platz 22: Lettland, Integrationsindex: 51,65

Foto: dpa

Platz 21: Ungarn; Integrationsindex: 51,85

Foto: dpa

Platz 20: Litauen, Integrationsindex: 53,45

Foto: AP

Platz 19: Schweden, Integrationsindex: 55,25

Foto: dpa

Platz 18: Estland, Integrationsindex: 56,30

Foto: dpa

Platz 17: Vereinigtes Königreich, Integrationsindex: 56,75

Foto: dpa

Platz 16: Dänemark, Integrationsindex: 57,29

Foto: dpa

Platz 15: Portugal, Integrationsindex: 59,57

Im vergangenen Jahr lag Portugal noch auf Platz 11, jetzt ist das Südland abgerutscht.

Foto: dpa

Platz 14: Italien, Integrationsindex: 60,43

Foto: dpa

Platz 13: Zypern, Integrationsindex: 60,81

Foto: dpa

Platz 12: Tschechische Republik, Integrationsindex: 61,33

Tschechien hat sich von Platz 18 deutlich verbessert.

Foto: dpa

Platz 11: Malta, Integrationsindex: 62,54

Foto: REUTERS

Platz 10: Slowenien, Integrationsindex: 63,33

Foto: REUTERS

Platz 9: Spanien, Integrationsindex: 64,25

Foto: dpa

Platz 8: Finnland, Integrationsindex: 65,11

Foto: dpa

Platz 7: Slowakei, Integrationsindex: 65,49

Foto: AP

Platz 6: Niederlande, Integrationsindex: 65,51

Foto: dpa

Platz 5: Frankreich, Integrationsindex: 65,98

Foto: REUTERS

Platz 4: Deutschland, Integrationsindex: 66,06

Foto: dpa

Platz 3: Österreich, Integrationsindex: 69,64

Foto: dpa

Platz 2: Irland, Integrationsindex: 70,45

Foto: dpa

Platz 1: Belgien, Integrationsindex: 75,30

Liegt es an der räumlichen Nähe? Nein, vor allem daran, dass Belgien eines der Gründungsländer der EU war. Belgien ist laut dem Integrationsindex nach Ohr/König am besten integriert.

Foto: dpa

Ginge es um eine Geschäftsbank, so würde man erwarten, dass mit der Ausweitung ihrer Bilanzsumme auch eine Ausweitung des haftenden Eigenkapitals einhergeht. Das Eigenkapital der EZB betrug beim Einstieg in die Währungsunion 5 Milliarden Euro. Es ist inzwischen auf etwa 7,5 Milliarden Euro gestiegen. Wollte man das aktuelle Verhältnis von Eigenkapital zu Bilanzsumme beibehalten, so müsste das Eigenkapital bei einer Ausweitung der Bilanz um 1000 Mrd. Euro auf über 10 Milliarden Euro steigen.

Das Argument, eine Zentralbank brauche kein positives Eigenkapital, weil sie immer Geld drucken könne, überzeugt in diesem Zusammenhang nicht. Sind die Verluste zu groß, ergäben sich aus dem Anreiz zum Verlustausgleich Gefahren für die Preisniveaustabilität. Deshalb ist eine ausreichende Ausstattung mit Eigenkapital wichtig.

Darüber hinaus wirkt ein höheres EZB Eigenkapital wie ein zusätzliches Pfand, das den Anreiz für Staaten auszutreten mindert. Hilfreich wäre auch, wenn die Ankäufe der Staatsanleihen im QE Programm jeweils durch die nationalen Zentralbanken durchgeführt würden. Träte ein Land aus, müsste es Teile der selbst verursachten Verluste mitnehmen. Die EZB sollte beides im Interesse der Stabilität der Währungsunion beschließen.

Ein austretendes Land hinterlässt Verbindlichkeiten bei der EZB

Im Falle eines unilateralen Ausstiegs eines Landes könnte die EZB darüber hinaus im Wettbewerb mit einer schwachen nationalen Währung weiter Geldschöpfungsgewinne realisieren. Normalerweise werden die Gewinne der EZB gemäß des Anteils der Länder am Kapital der Zentralbank an die nationalen Zentralbanken verteilt. Ein Land, das aus der Eurozone ausstritt, hinterlässt aber auch Verbindlichkeiten bei der EZB, die es wohlmöglich nicht begleichen kann. Deshalb wäre es durchaus plausibel, dass die EZB die Geldschöpfungsgewinne einbehalten darf.

Kombiniert man diese Maßnahmen gar mit einer Anpassung von EU Nettozahlungen werden Schuldenschnitte in Verbindung mit einem Austritt schnell unattraktiv. Europa kann sich also vor Euro-Austritten schützen.

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