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Euro: Die Euro-Rebellen machen mobil

von Konrad Fischer

Die Freien Wähler schmücken sich mit Hans-Olaf Henkel und wollen mit einem Anti-Euro-Kurs in den Bundestagswahlkampf ziehen. Der Beginn einer Bewegung?

Hubert Aiwanger Quelle: dpa
Der Bundesvorsitzende der Freien Wähler: Hubert Aiwanger Quelle: dpa

Der Euro-Austritt wird konkret, sobald die Girls von der „Sexy Midnight Show“ die Bühne verlassen haben. Als erste bürgerliche Partei wollen die Freien Wähler Mitte Juni ein Grundsatzprogramm verabschieden, das alle Euro-Rettungspakete ausschließt. Dafür hat die bayrische Lokalpartei mit bundespolitischen Ambitionen einen ungewöhnlichen Ort gewählt: das „Eventzentrum Geiselwind“, besser bekannt als Deutschlands größte Autobahnraststätte und Treffpunkt der Trucker-Szene. Bevor es an der A3 zwischen Würzburg und Nürnberg um Politik gehen wird, steht auf dem Programm: „StreetMag Show – The Feeling of Route 66“. Die Highlights neben Girls, Girls, Girls: Cabrios mit Heckflosse und Rockmusik.

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Bild: dapd

Doch die Partei meint es ernst. „Wir dürfen die Euro-Skepsis nicht den Radikalen überlassen“, sagt Parteichef Hubert Aiwanger. Seit Jahren spielen die Freien Wähler damit, bundesweit anzutreten. Diese Ambition ist insofern nachvollziehbar, als die Partei in Bayern jeden dritten Bürgermeister stellt und bei der vergangenen Landtagswahl rund zehn Prozent der Stimmen erhielt. Die bunte Truppe steht im Freistaat bislang für zweierlei: sparsame Finanzpolitik und Bürgerbeteiligung. Um auch bundespolitisch eine Rolle zu spielen, soll jetzt eine Prise Populismus hinzukommen.

Für ein bisschen Aufsehen sorgte vor der Europawahl 2009 bereits die Verpflichtung der CSU-Rebellin Gabriele Pauli, die zuvor leicht bekleidet für ein Magazin posiert hatte und nach einer krachenden Niederlage die Partei wieder verließ. An ihre Stelle tritt jetzt, wenn auch nur als Berater, Hans-Olaf Henkel. Der Talkshow-Provokateur, der sich auch zwölf Jahre nach Amtsende mit seiner Vergangenheit als BDI-Präsident schmückt, soll den wirtschaftspolitischen Sachverstand zur Kernforderung beisteuern: Ablehnung aller Euro-Hilfspakete, zurück zur finanziellen Souveränität der Einzelstaaten. Man spekuliert auf jene 20 Prozent der Wähler, die in Umfragen angeben, eine Euro-skeptische Partei wählen zu wollen.

19 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.03.2013, 11:18 UhrSchweizer

    ich bin auch dabei!

  • 18.06.2012, 18:07 Uhrallesverloren

    Man sollte jetzt versuchen, in Griechenland wieder die Drachme als nationale Währung einzuführen, sozusagen als noch einigermassen überschaubares Experiment in einem noch funktionstüchtigen Europa. Somit könnte man auch für den Ernstfall all der anderen Kandidaten üben.

    Ohne diese "Finanz-Manöver" wird der Euro eines Tages in einem grossen Rums versinken, leider in ungeordneter Weise.

    Sollte es bis dahin schon Eurobonds geben, dann wird das deutsche Sach- und Finanzvermögen und damit die Zukunft Deutschlands in der europäischen Insolvenz-Masse wie in einem schwarzen Loch verschwinden.

  • 15.06.2012, 23:22 UhrKrambambuli

    Es sollte nicht in Vergessenheit geraten, daß Altkanzler Gerhard Schröder maßgeblich die Aufnahme der Republik Griechenland in die Gemeinschaftswährung Euro befürwortet hat. Er hat auch als erster hierzulande die Maastrichtkriterien gerissen, nicht die hellenische Pasok. Gibt es so etwas wie Verantwortlichkeit nach dem Ausscheiden aus dem Amt ???

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