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Euro-Krise: Cameron will Volksabstimmung über EU

Mitten in der Euro-Krise verschärft der konservative britische Premier Cameron die anti-europäische Stimmung in seinem Land. In einem Gastbeitrag für eine Zeitung stellte er eine Volksabstimmung zum Verhältnis Londons zur EU in Aussicht.

David Cameron Quelle: dapd
David Cameron stellt den Briten ein EU-Referendum in Aussicht. Quelle: dapd

David Cameron sorgt für Wirbel: Der konservative britische Premierminister hat ein Referendum über das künftige britische Verhältnis zur Europäischen Union ins Gespräch gebracht. Cameron schrieb in einem Beitrag für die Zeitung „Sunday Telegraph“, er sei bereit, ein solches Referendum in Erwägung zu ziehen, wenn der Zeitpunkt richtig sei. "Die zwei Wörter 'Europa' und 'Referendum' können meiner Meinung nach zusammengehen", schrieb er.

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Cameron warnte zugleich vor einem Austritt aus der EU. Dieser sei nicht im Interesse Londons. Als Handelsnation brauche Großbritannien „uneingeschränkten Zugang“ zu den europäischen Märkten und ein Mitspracherecht beim Zustandekommen den Regeln des Marktes. Er denke jedoch, dass die meisten Briten wie er selbst die gegenwärtigen Beziehungen zur EU ändern wollten, schrieb Cameron.

In der ungarischen Radiosendung "180 Minuten" ließ sich der ungarische Premierminister zu einem Vergleich der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Naziregime hinreißen. Ihre Politik gegenüber Ungarn gleiche der Besetzung Ungarns im Jahr 1944, sagte Viktor Orbán. "Die Deutschen haben schon einmal eine Kavallerie geschickt, und zwar in Form von Panzern", sagte er. "Unsere Bitte wäre, sie nicht noch mal zu schicken. Es war schon damals keine gute Idee, und es hat nicht funktioniert."

Mit solchen Äußerungen ist Orbán jedoch nicht alleine. Auch in Griechenland und Zypern ziehen die Menschen Vergleiche zwischen Hitler und Merkel.

Bild: dpa

Besonders für die Länder, die wie Großbritannien nicht der Euro-Zone angehörten, gäbe es nicht zu wenig, sondern zu viel Europa, was etwa die Bürokratie angehe. Die Frage sei, wie man dieses Verhältnis richtigstellen könne. Das britische Volk sei nicht glücklich, mit dem was es habe, „und ich auch nicht“, meinte der Premierminister.

In der EU gebe es zu viel Bürokratie und zu viel Einmischung in Angelegenheiten, die den Nationalstaaten, der Zivilgesellschaft oder Einzelpersonen überlassen bleiben müssten, gab Cameron zu bedenken. Weite Teile der Gesetzgebung, die soziale Fragen, Arbeitszeiten und die Innenpolitik beträfen, sollten seiner Ansicht nach kassiert werden, schrieb Cameron. Er arbeite weiter an einer anderen, flexibleren Position Großbritanniens innerhalb der EU.

Cameron nannte kein Datum und auch keinen Zeitraum, in dem er sich ein Referendum vorstellen könnte. Umfragen zufolge würden die meisten Briten für einen Austritt aus der EU stimmen, wenn sie die Gelegenheit dazu bekämen.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.07.2012, 20:21 Uhrsons_of_liberty

    "In einer Demokratie geht es nicht darum wer die meißten Stimmen bekommt sondern darum wer sie auszählt"

    Wahlbetrug in westlichen Staaten? Völlig undenkbar ...

  • 01.07.2012, 17:11 Uhrshadowdancer

    Deutschland sollte auch abstimmen - ich werde mit Nein stimmen und da
    ich nicht alleine bin, wird sich Südeuropa wundern !

  • 01.07.2012, 16:50 Uhrconforma

    In Deutschland (und auch in anderen EU-Ländern) wird man es noch bitter bereuen, seine Souveränität aufzugeben zugunsten eines fortwährenden und fruchtlosen Kampfes mit EU-Struktur-Bürokraten, die sich nur 1000-fache Fleischtöpfe schaffen wollen, aber die EU mit ebenso 1000-fachen Reibnungs-Verlusten in ihren Fähigkeiten blockieren. Die Asiaten und auch die großen Schwellenländer werden unterdessen die Zeit nutzen und an uns und Europa gnadenlos vorbei ziehen. Vielleicht noch ein Jahrzehnt und Deutschland und Europa werden sich zur verlängerten Werkbank und zu einer Gesellschaft von Lohn-Sklaven entwickeln. Dann kann auch die EU nicht mehr abgewickelt werden, weil dann ohnehin tot sein wird.

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