Euro-Krise: Dem Aufschwung fehlt das Fundament

KommentarEuro-Krise: Dem Aufschwung fehlt das Fundament

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Zum ersten Mal seit sechs Quartalen steigt das BIP der Euro-Zone. Aber zum Aufatmen ist es noch zu früh

von Malte Fischer

Europas Wirtschaft wächst wieder. Selbst aus Portugal und Frankreich kommen positive Zahlen. Doch die Euro-Krise ist noch längst nicht zu Ende.

Wer gedacht hat, die Wirtschaft in der Währungsunion befände sich in einer Dauerrezession, der reibt sich heute die Augen. Um 0,3 Prozent ist das Bruttoinlandsprodukt der Euro-Zone im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal gewachsen, meldet das statistische Amt der Europäischen Union. Das ist das erste Plus seit sechs Quartalen. Damit geht die längste Rezession der vergangenen Jahrzehnte in Europa zu Ende. Angetrieben wird die Wirtschaft der Euro-Zone von Deutschland, auf das fast ein Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung entfällt. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt kletterte um 0,7 Prozent, mehr als doppelt so stark wie im Durchschnitt der Euro-Zone.

Portugal hat das größte Wachstum

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Für eine Überraschung sorgte auch Frankreich. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone steigerte ihren Output im zweiten Quartal um 0,5 Prozent, weit stärker als von den meisten Experten erwartet. Den Vogel aber schoss das kleine Portugal ab. Mit einem Wachstum von 1,1 Prozent setzte es sich an die Spitze in Europa und ließ den Nachbarn Spanien weit hinter sich, dessen Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent schrumpfte.

Ist mit den erfreulichen Wachstumszahlen nun auch die Euro-Krise zu Ende? Zweifel sind angebracht. Denn hinter den unerwartet guten Wachstumszahlen stecken extrem unterschiedliche Entwicklungen.

In Deutschland war es vor allem die Inlandsnachfrage, die die Konjunktur ankurbelte. Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und die steigenden Löhnen versetzten die Konsumenten in Kauflaune. Dazu kam, dass die Bauwirtschaft die wegen dem kalten Winter aufgeschobenen Arbeiten im Frühjahr nachholte. Ohne diesen Sondereffekt wäre die deutsche Wirtschaft nur halb so stark gewachsen. Offen ist, ob auch die Ausrüstungsinvestitionen nach sechs Minusquartalen in Folge wieder zugelegt haben. Die Details dazu wird das Statistische Bundesamt erst Ende nächster Woche bekannt geben.

Ungünstiger sieht es in Frankreich aus. Zwar legten auch dort die Konsumausgaben der privaten Haushalte zu. Doch ob dies nachhaltig ist, darf angesichts der weiter steigenden Arbeitslosigkeit bezweifelt werden.

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