Euro-Krise: Hebel ohne Wirkung

KommentarEuro-Krise: Hebel ohne Wirkung

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, M.) und der chinesische Praesident Hu Jintao (M.r.) auf dem G20 Gipfel in Cannes. Potenzielle Investoren aus Fernost sehen sich nach Alternativen um, anstatt in Europa zu investieren.

von Silke Wettach

Die endlich beschlossene Stärkung des Rettungsfonds EFSF wird wenig bringen. Dem Fonds stehen nach wie vor zu wenig Mittel zur Verfügung, um einem Land wie Italien zu Hilfe zu springen.

Von einer Billion Euro, die der Rettungsschirm künftig an Krediten vergeben könnte, war die Rede gewesen. Nachdem die Finanzminister der Eurozone den EFSF-Hebel gestern Abend formal beschlossen haben, ist klar, dass dieses Ziel verfehlt wird. Um welche Größenordnung ist allerdings noch offen. EFSF-Chef Klaus Regling wollte gestern keine Angaben zur zur künftigen Finanzausstattung des Rettungsfonds machen: „Es ist derzeit nicht möglich, eine Zahl zu nennen.“

Infografik Der optimale Euro-Raum

Nur durch eine Neuausrichtung auf einen homogenen Kern kann der Euro überleben. Mit wem könnte Deutschland eine stabile Währungsunion gründen?

Die optimale Euro-Zone

Wie vorher diskutiert, wird der EFSF um zwei Möglichkeiten erweitert. Der Fonds kann künftig Staatsanleihen zu 20 bis 30 Prozent absichern und soll verstärkt Geld bei privaten Investoren anlocken.

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Europäische Anleihen zunehmend unattraktiv
Zweieinhalb Monate nachdem US-Finanzminister Timothy Geithner den Finanzministern der Eurozone bei ihrem informellen Treffen in Breslau die Idee eines Hebels an Herzen legte, zerplatzen nun aber die Hoffnungen, die in dieses Instrument gesteckt wurden. Die Situation an den Finanzmärkten hat sich seither radikal gewandelt. Weltweit sind Investoren verunsichert, wohin sich die Eurozone entwickelt. Eine Versicherung reicht nicht aus, um EFSF-Anleihen attraktiver zu machen. Und Potenzielle Investoren aus Fernost sehen sich nach Alternativen um. Schon haben erste institutionelle Investoren aus Japan komplett gegen europäische Anleihen entschieden so wie die Investmentbank Nomura. Die europäischen Finanzminister üben sich nun erneut in Krisenbewältigung. Weil die Renditen auf italienische Staatsanleihen weiterhin über sieben Prozent liegen, einem Niveau, das Italien langfristig nicht durchhalten kann, sucht die Politik erneut nach einem Instrument, um Italien im Notfall zur Seite springen zu können. Im Gespräch ist eine stärkere Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF).

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