Euro-Krise: Merkel drängt Spanien unter Rettungsschirm

Euro-Krise: Merkel drängt Spanien unter Rettungsschirm

Bild vergrößern

Bundeskanzlerin Angela Merkel will Spanien einem Bericht zufolge unter den europäischen Rettungsschirm EFSF drängen.

Quelle:Reuters

Neuer Wirbel in der Schuldenkrise: Laut einem Bericht wollen Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble Spanien unter den Rettungsschirm EFSF drängen. Der spanische Wirtschaftsminister ließ Schäuble jedoch abblitzen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble wollen das krisengeplagte Spanien einem Magazinbericht zufolge unter den europäischen Rettungsschirm EFSF drängen. Nach Einschätzung der beiden sei Spanien allein nicht im Stande, die Schieflage seiner Banken zu beheben, berichtete der „Spiegel“ am Samstag ohne Nennung von Quellen.

Ihre gemeinsame Linie hätten Merkel und Schäuble Anfang dieser Woche verabredet. Die Bundesregierung wolle so die Gefahr eindämmen, dass sich die Euro-Krise nach einem möglichen Ausscheiden Griechenlands in den angeschlagenen Süd-Ländern der Währungsunion verschärfe. In deutschen Regierungskreisen hieß es zu dem Bericht, die Entscheidung, ob sie Hilfen aus dem Rettungsschirm beantrage, liege allein bei der spanischen Regierung.

Anzeige

Schäuble habe den spanischen Wirtschaftsminister Luis de Guindos bei dessen Besuch am Mittwoch in Berlin unter Druck gesetzt, berichtete das Magazin. Schäuble habe gefordert, Spanien müsse sich Geld vom Rettungsschirm besorgen, um das Kapital seiner Banken aufzupolstern. Die Schwierigkeiten des Finanzsektors führten dazu, dass Spanien sich nur noch zu steigenden Zinsen Geld an den Finanzmärkten besorgen könne. Guindos habe Schäuble jedoch abblitzen lassen, hieß es in dem Bericht. Sein Land könne die Mittel allein aufbringen, habe dieser erklärt. Zudem wolle Guindos zunächst abwarten, auf welchen tatsächlichen Finanzbedarf Unternehmensberater kämen, die derzeit die spanischen Kreditinstitute durchleuchteten.

Experten der Bundesregierung rechnen dem Bericht zufolge damit dass die spanische Bankenwirtschaft eine Kapitalspritze von 50 bis 90 Milliarden Euro benötigt. Madrid hatte in den vergangenen Wochen mehrmals Geld für seine Banken außerhalb des bisherigen Rettungsverfahrens gefordert. Dies lehnte die Bundesregierung ab. Spanien war zuletzt neben Griechenland in den Mittelpunkt der Schuldenkrise gerückt. Die spanische Finanzbranche steckt in der Klemme, weil die Banken wegen geplatzter Immobilienkredite riesige Kapitallöcher aufweisen. Die Probleme der Geldhäuser werden nun zu einer immer größeren Last für die Staatsfinanzen der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone. Experten bezweifeln, dass Spanien auf Dauer ohne Unterstützung der Euro-Partner auskommen kann.

Quelle:  Reuters
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%