Euro-Krise: Neues Geld für Griechenland?

Euro-Krise: Neues Geld für Griechenland?

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)

von Christian Ramthun

Obwohl Griechenland wirtschaftlich ein hoffnungsloser Fall bleibt, wollen die Euro-Finanzminister nolens volens ein weiteres 130 Milliarden Euro schweres Hilfspaket schnüren.

Gepokert haben beide Seiten bis zuletzt. Die Griechen versprechen alle Reformen und Einschnitte (auf dem Papier). Die Retter wollen über wohlfeile Versprechen endlich konkrete Umsetzungsmaßnahmen sehen. Man müsse dem Fass einen Boden einziehen, sagt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble seit Wochen. An diesem Montag nun kommen die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammen, um über die Freigabe des zweiten Rettungspakets in Höhe von 130 Milliarden Euro zu beraten und vielleicht auch zu entscheiden. Die Zeit drängt, denn Griechenland muss in der zweiten Märzhälfte Anleihen von gut 14 Milliarden Euro zurückzahlen.
Nach den eigenen Maßstäben dürften die Finanzminister gar kein weiteres Geld nach Griechenland pumpen. Denn die wirtschaftliche Lage dort ist hoffnungsloser denn je, die Wirtschaft schrumpft um mehr als fünf Prozent. Das staatliche Haushaltsdefizit ist ebenfalls desaströser als ohnehin schon befürchtet. Eine Senkung der gesamtstaatlichen Verschuldung von derzeit 170 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf die Schwelle von 120 Prozent, oberhalb der ein Land sich nicht mehr aus eigener Kraft entschulden kann, ist auch nicht mehr zu erwarten. Kein Wunder, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) sich nur ungern am neuen Rettungspaket beteiligt, und dies wohl auch nur in erheblich geringerem Umfang; waren es bei Griechenland I noch 33 Prozent, so sollen es diesmal nur 14 Prozent sein. Der IWF hat offenbar nicht so viel zu verschenken wie die Euro-Finanzminister.

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Für die privaten Gläubiger kommt es derweil immer dicker. Sie werden wohl bis zu 70 Prozent ihrer griechischen Anleihewerte abschreiben müssen. Die Regierung in Athen bereitet eine entsprechende Änderung der Anleihen-Konditionen vor. Aus dem Schneider ist jedoch die Europäische Zentralbank, die ihre Milliarden-Papiere gerade erst in neue umgewandelt hat und dabei noch einen guten Schnitt macht. Am schlechtesten schneiden aber die Steuerzahler in der Euro-Zone ab. Sie müssen damit rechnen, dass ein Großteil der Griechenland-Hilfen niemals zurückgezahlt wird. Allerdings haben die Steuerzahler schon immer für Griechenland geblecht. Von 1981 bis zum Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 bekamen die Griechen netto 89 Milliarden Euro aus den Brüsseler Kassen überwiesen, errechnete der Volkswirtschaftsprofessor Franz-Ulrich Willeke.

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