Euro-Krise: Ohne Schuldenerlass droht Staatsbankrott

KommentarEuro-Krise: Ohne Schuldenerlass droht Staatsbankrott

Trotz Beruhigung an den Märkten schwelt die Schuldenkrise weiter, für Entwarnung ist es zu früh. Aber es gibt Lösungswege zur Beendung der Schuldenkrise. Ein Gastbeitrag.

Der Höhepunkt der weltweiten Schuldenkrise kommt erst noch. Alles, was bislang unternommen wurde, hat nur zu einer Insolvenzverschleppung der wichtigsten Industriestaaten geführt. Wenn wir nicht bald eine echte Lösung finden, droht einigen Ländern der Staatsbankrott. Die Folge wäre eine schlimme Depression wie in den 1930er Jahren.

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Die Weltwirtschaft ist ein Kartenhaus voller Schulden. Insgesamt betragen diese (offiziell wie inoffiziell) weltweit circa 350 Billionen Dollar. Dem gegenüber steht eine Wirtschaftsleistung von nur etwa 60 Billionen Dollar. Stellt man sich die Weltwirtschaft als überschuldete Firma vor, gibt es nur drei Möglichkeiten: Entweder die Firma wächst und verdient mehr Geld, oder sie vereinbart einen Schuldenerlass mit den Gläubigern, oder sie geht Bankrott.

Die meisten bis dato gemachten Vorschläge vieler Experten und Politiker haben zu keiner echten Lösung unserer Schuldenkrise geführt. Die Idee, dass Staaten wie Deutschland zu Zahlmeistern Europas werden, ist nicht realistisch. Eine gesamtschuldnerische Haftung würde Deutschland und letztlich auch die EU ruinieren.

Eine Entschuldung durch Kaputtsparen, wie sie bereits in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und Frankreich praktiziert wird, hat zu noch höheren Staatsschulden geführt. So lassen sich die Probleme ebenfalls nicht lösen. Wegen sinkender Steuereinnahmen wachsen die Schulden trotzdem weiter.

Unser gesamtes Wirtschafts- und Geldsystem basiert auf immer mehr Schulden. Ohne neue Kredite gibt es weder Wachstum noch neuen Wohlstand. Würden Autos, Immobilien und Maschinen nicht mit Fremdkapital finanziert werden, bräche unser Wirtschaftssystem zusammen. Massenarbeitslosigkeit wäre die Folge.

Eckart Langen von der Goltz, Geschäftsführer der PSM Vermögensverwaltung Quelle: Dieter Mayr für WirtschaftsWoche

Eckart Langen von der Goltz, Geschäftsführer der PSM Vermögensverwaltung

Bild: Dieter Mayr für WirtschaftsWoche

An eine Rückzahlung der jetzigen Schuldenlast ist niemals mehr zu denken. Die Steuereinnahmen decken nicht einmal die laufenden Staatsausgaben. Der Schuldenberg wächst unaufhörlich weiter. Zum Abbau des Schuldenbergs brauchen wir einen riesigen Wachstumsschub. Doch woher soll der kommen, wenn alle sparen und die Kreditvergaben stocken?

Manche Experten, wie der bekannte und oft zitierte Prof. Sinn, wollen es sogar auf Staatspleiten und eine Depression ankommen lassen. Das wäre verheerend. Es würde zu einem Crash wie in den 1930er Jahren führen. Die Folgen wären Massenarbeitslosigkeit, Massenpleiten und soziale Unruhen. Anschließend müssten die Staaten noch mehr Schulden machen,  um aus dieser Misere herauszukommen.

Nur ein Schuldenerlass durch die Notenbanken kann uns vor dem Staatsbankrott retten! Aber keine Zentralbank wird offiziell einen Schuldenerlass erklären, sonst würde sie ihr Gesicht verlieren. Erst muss eine Wirtschafts- und Finanzkatastrophe schlimmer als in 2008 entstehen, damit die Zentralbanken zu diesem Schuldenerlass gezwungen werden.

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