Euro-Krise: Portugal ist nicht Griechenland

Euro-Krise: Portugal ist nicht Griechenland

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von Silke Wettach

Die Troika beginnt heute ihre dritte Überwachungsmission in Lissabon. Portugal war jüngst an den Märkten massiv unter Druck geraten. Das Hilfsprogramm muss aller Wahrscheinlichkeit nach angepasst werden. Ein Schuldenschnitt wie in Griechenland ist allerdings nicht zu befürchten.

Offiziell wird immer noch dementiert, worüber die Märkte seit Wochen spekulieren: Dass das bisherige internationale Hilfspaket von 78 Milliarden Euro nicht ausreichen könnte.

Vergangene Woche sorgte eine heimlich gefilmte Unterhaltung zwischen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seinem portugiesischem Kollegen Vitor Gaspar für einiges Aufsehen, weil Schäuble Flexibilität der Geldgeber ankündigte, sollte Portugal weitere Mittel benötigen.

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Weil das Gespräch ohne das Wissen der beiden Politiker vor Beginn des Finanzministertreffens in Brüssel aufgezeichnet wurde, nimmt das Bundesfinanzministerium dazu nicht Stellung. Dass die internationale Gemeinschaft noch einmal Mittel nachschießen muss, gilt aber als ausgemachte Sache.

In Portugal bestätigte der frühere Wirtschaftsminister Eduardo Catorga, der für die Oppositionspartei PSD vergangenes Jahr an den Verhandlungen zum Hilfspaket teilnahm, bevorstehende Nachbesserungen.

Der IWF erwartet einen Rückgang der Schulden ab ab 2013

Einen Schuldenschnitt, über den die Finanzmärkte spekuliert hatten, steht aber nicht zur Debatte, denn die Situation in Portugal ist bei weitem nicht so dramatisch wie am östlichen Ende der EU. Portugal ist nicht Griechenland. So erreicht die Staatsverschuldung beispielsweise bei weitem nicht ein derart erdrückendes Niveau wie in Griechenland.

Im vergangenen Jahr lag sie bei rund 104 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in Griechenland tendierte sie Richtung 160 Prozent.  

Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird der Schuldenstand Portugals im kommenden Jahr einen Höchststand von 116 Prozent des BIP erreichen, um dann stetig zurückzugehen.

Auch die politische Konstellation ist in Portugal sehr viel positiver. Beide große Parteien tragen das Reformprogramm mit, das die Troika bestehend aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und IWF zur Bedingung für die Hilfe gemacht hat. In Griechenland ist der Parteichef der Konservativen, die bei den Wahlen Anfang April stärkste Macht werden dürften, erst seit kurzem umgeschwenkt.

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