ThemaSchuldenkrise

alles zum Thema
_

exklusiv Euro-Krise: Sinn: Deutschland soll Pfand verlangen

Der Chef des Münchner ifo Instituts, Hans-Werner Sinn, fordert die Bundesregierung auf, weitere Hilfen an Euro-Krisenländer nur noch gegen Sicherheiten zu leisten.

Hans-Werner Sinn Quelle: dpa
Hans-Werner Sinn Quelle: dpa

"Moody‘s hat Finnlands AAA-Rating bestätigt, weil Finnland sich Pfänder für seine Rettungskredite hat geben lassen. Das ist die Lösung auch für Deutschland", sagte Sinn gegenüber der WirtschaftsWoche. Die Entscheidung der amerikanischen Rating-Agentur, Deutschlands Top-Bonität in Frage zu stellen, sei abzusehen gewesen, nachdem sich Deutschland immer mehr Haftungsrisiken aufgeladen habe.

Anzeige

Sinn warnte davor, auch noch Spanien und Italien unter den Rettungsschirm zu nehmen. "Die CDS-Prämien für eine Versicherung gegen einen deutschen Staatskonkurs haben sich während der Krise verzehnfacht, das zeigt, wie die Märkte die Sachlage einschätzen", so Sinn. Zugleich warnte der ifo-Chef vor weiteren Staatsanleihekäufen der EZB. "Seit 1995 fahren wird die Politik der künstlichen Zinsverbilligung in Südeuropa. Dabei herausgekommen ist, dass man sich privat und öffentlich noch mehr verschuldet hat, in Südeuropa eine inflationäre Blase entstanden ist und die Wettbewerbsfähigkeit verloren ging", erklärte Sinn.

19 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.07.2012, 20:26 UhrPit

    Hallo leute, alle PiigStaaten haben ein oder mehrere nette Pfänder - Da ist zum Beiaspiel die Goldreserve; die befindet sich auch teilweise in fort Knox. Dort ist sie leicht pfändbar. Dann gibt es noch das Humankapital, das unser gebährfaules Land dringend braucht. Wir könnten auch für unsere Forderungen Soldaten aus diesen ländern mieten - und diese anstelle unserer Jungs nach Afganistan schicken. Habt doch mal ein bischen Phantasie!!!

  • 29.07.2012, 20:56 Uhrwalter

    Eine Pfand- oder Sicherheiten-Lösung wäre in erster Linie auch eine moralische Leistung, weil dann der steuerzahlende Bürger das Gefühl erhält, dass da nicht einfach leichtfertig Blankoschecks zu Lasten der nächsten Generation ausgestellt werden.

    Vor allem sollte eine Sondersteuer der besserverdienenden Griechen erwogen werden, statt eine Sondersteuer besserverdienender Deutscher zu erwägen.

  • 29.07.2012, 01:03 Uhritstk

    Der Brain-Drain Deutschlands findet bereits statt.

    Gerüchten zufolge wandern monatlich ca. 30.000 Bürger aus. Die nationale Presse berichtet darüber eher unfreiwillig. Zum Beispiel durch frohlockende Artikel, daß aus dem Ausland importierte "Fach- und Führungskräfte" neuerdings schon ab ca. 17€/h hier arbeiten dürfen (Jahresgehalt/12 Monate/172 Stunden). Das ist hier seit 20 Jahren derselbe Helferlohn für Freie.

    Echte Spezialisten mit internationalem Skill lachen sich dagegen eins und buchen in Frankfurt gleich den nächsten Flieger in die Schweiz. Nur die ganz Verzweifelten liefern in Deutschland noch für begrenzte Zeit hochwertige Leistung zu Taschengeld-Konditonen ab. Unabhängig davon, wer den Paß gedruckt hat.

    Daß dagegen etwa dieselbe Zahl von Spaniern innerhalb des sechsfachen Zeitraums über den Landweg Deutschland erreicht hat, wird mit großen Schlagzeilen als Flüchtlingswelle verkauft.

    Jeder Nationalstaat der Europäischen Union ist inzwischen von einer unsichtbaren "Deutschen Mauer" umgeben. Einer Mauer aus Geld. Wer von seiner Freizügigkeit innerhalb der EU tatsächlich Gebrauch macht, sollte NACH den Zollformalitäten als Migrant innerhalb der EU noch genug Privatvermögen übrig haben, um ein soziales Netz des Ziellands möglichst nie in Anspruch nehmen zu müssen. Denn wer im EU-Ausland bedürftig wird, hat eben Pech gehabt und muß zurück ins Heimatland seines Paßdokuments.

    Deshalb enden auch viele freiwillige deutsche Auswanderer als Zwangs-Rückkehrer. Weil sie mit dem Retten ihrer eigenen Kröten zugunsten der staatlich gepriesenen "Rettung des Euro" viel zu lange gewartet haben.

    Als Faustformel gilt: Auswandern kostet etwa die Hälfte des Lebensstandards im Ursprungsland. Liegt die Rest-Hälfte zu knapp am Existenzminimum des Ziellands, wird's wohl ein trauriges Wiedersehen...

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Chinesen-Plage in Hongkong
Chinesen-Plage in Hongkong

Quer durch die Kulturen ist der Sonntag ein Tag der Ruhe, des Innenhaltens – im britisch geprägten Hongkong nicht anders...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.