Euro-Krise: Spaniens Rezession verschärft sich

Euro-Krise: Spaniens Rezession verschärft sich

Spanien rutscht immer tiefer in die Rezession. Das BIP schrumpfte bereits zum sechsten Mal in Folge und so stark wie seit vier Jahren nicht mehr. Auch die Versprechen zur Defizit-Reduzierung wurden nicht eingehalten.

Das Euro-Krisenland Spanien versinkt immer tiefer in der Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im vierten Quartal nicht nur zum sechsten Mal in Folge, sondern mit 0,8 Prozent auch so stark wie seit Mitte 2009 nicht mehr. In einer ersten Schätzung vor einem Monat war das nationale Statistikamt INE von einem Rückgang um 0,7 Prozent ausgegangen.

2012 brach die Wirtschaftsleistung damit um 1,4 Prozent ein, teilte INE mit. Das war der zweitgrößte Rückgang seit Beginn der Statistik Anfang der 1970er Jahre. 2011 hatte es noch zu einem Mini-Plus von 0,4 Prozent gereicht.

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Spaniens Lage

  • Schuldenstand 2013

    96,9

    Angaben in Prozent des BIP

    Quelle: IWF

  • Neuverschuldung 2013

    5,7

    Angaben in Prozent des BIP

    Quelle: IWF

  • Leistungsbilanzsaldo 2013

    -0,1

    Angaben in Prozent des BIP

    Quelle: IWF

Der Abschwung wird sich nach Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr mit unvermindertem Tempo fortsetzen. Sie rechnet mit einem erneuten Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,4 Prozent. Erst 2014 soll es mit 0,8 Prozent wieder ein leichtes Wachstum geben. Die Ursache der Rezession liegt nach Angaben des INE vor allem in einer deutlich gesunkenen Inlandsnachfrage.

Spanien hat 2012 zudem auch die versprochene Reduzierung seines Haushaltsdefizits verfehlt. Die Neuverschuldung des spanischen Staates machte 6,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus, wie Ministerpräsident Mariano Rajoy am Mittwoch im spanischen Parlament bekanntgab. Madrid hatte sich gegenüber der EU zu einem Wert von 6,3 Prozent verpflichtet. 2011 hatte das Defizit noch bei 8,9 Prozent vom BIP gelegen.

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Zur aktuellen Entwicklung äußerte sich Rajoy verhalten optimistisch: Für die zweite Hälfte dieses Jahres deute sich ein Ende der Rezession an.

Der von Rajoy genannte Wert beinhaltet zudem nicht die Sonderkredite, die Spanien zur Sanierung seiner maroden Banken aufgenommen hatte. Diese Neuverschuldung macht nach Angaben der EU-Kommission weitere 3,2 Prozent des BIP aus, dreimal so viel wie von der Madrider Regierung veranschlagt worden war.

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