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Euro-Krise: Vor der Gelddruck-Orgie

von Frank Doll

Vor 20 Jahren wurden die Grundlagen des Euros ausgehandelt - an die sich niemand hielt. Warum sollte es mit den jetzigen Sparanstrengungen klappen?

Das Interesse der europäischen Mitgliedsstaaten an der EZB und Mario Draghi scheint gering. Quelle: dapd
Das Interesse der europäischen Mitgliedsstaaten an der EZB und Mario Draghi scheint gering. Bei der Vorstellung des EZB-Jahresberichts blieben 701 der 736 Sitze im Parlament leer. Quelle: dapd

Vor 20 Jahren wurden im niederländischen Maastricht die Grundlagen und Prinzipien einer einheitlichen europäischen Währung ausgehandelt. Nur was nützt das schönste Vertragswerk, wenn sich anschließend niemand an die ausgehandelten Regeln hält? Entsprechend werden auch die jetzt beim EU-Gipfel viel beschworenen Sparanstrengungen keine lange Halbwertzeit besitzen und sich in ein paar Monaten als Lippenbekenntnisse erweisen.

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Spätestens, wenn im nächsten Jahr die Wirtschaft in der Euro-Zone in den freien Fall übergeht, die ohnehin schon rekordhohe Arbeitslosigkeit im Währungsraum (aktuell 16,294 Millionen Arbeitslose) durch Massenentlassungen noch dramatischer zunimmt, dann wird sich dieser EU-Gipfel überlebt haben. Jede Wette!

Fehlender Widerstand

Dann aber bekommt die Welt der Anlagenschieber endlich das, was sie sich so sehr erhofft: die große Gelddruck-Orgie der Europäischen Zentralbank (EZB). Viel politischen Widerstand hätte EZB-Präsident Mario Draghi übrigens nicht zu befürchten. Als der Italiener vor ein paar Tagen den EZB-Jahresbericht im Europäischen Parlament vorstellte, blieben 701 der 736 Sitze im Parlament leer. Unfassbar!

Nur statt der erhofften Erlösung von der Euro-Krise wird die Monetarisierung der Staatschulden durch die EZB den Abgang des Euro eher noch beschleunigen. Wenn der Liter Benzin über zwei Euro kostet, dürfte auch der letzte Euro-Kredit bei den Bürgern verbraucht sein.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.12.2011, 09:52 UhrAnonymer Benutzer: RDA

    Das sclhimmste ist: Wir hätten eine Währungsunion auch ohne eine Einheitswährung haben können. Da die sich aber leichter auflösen lässt, hat Frankreich damals auf der Einheitswährung bestanden.
    Und es war bereits zum Vertrag von Maastricht klar, dass Leistungsbilanzungleichgewichte in einer Welt fester Wechselkurse ernsthafte Probleme bedeuten.

  • 10.12.2011, 04:55 UhrAnonymer Benutzer: Joselyn

    Guter Artikel, dem kann ich nur zustimmen. Die Euro-Bonds sind nur ein Mittel, um den Maastrichter Vertrag auszuhebeln ! Mit der Aufnahme von Kroatien hat sich Frau Merkel den nächsten Pleite-Staat in die EU geholt, den sie retten kann. Deutschland hat aktuell so viele Schulden wie nach dem Krieg, gespart wird nur im eigenen Land an den Bürgern, für die wurde seit der Amtszeit der Frau Merkel aber auch gar nix getan. Statt dessen schmeisst sie das Geld mit vollen Händen raus und alle anderen sollen sparen. Was für ein Hohn.
    Natürlich werden die Arbeitslosen immer mehr. Firmen machen pleite, die es noch können gehen ins Ausland und viele Selbständige können auch nicht mehr von ihrem Verdienst leben. Die Zeitarbeitsfirmen besorgen den Rest. Die Arbeitnehmer kriegen 1/3 des normalen Gehaltes, 2/3 streicht die Zeitarbeitsfirma ein. Und die Bundesagentur für Arbeit zwingt die Leute unter Androhung einer 3-monatigen Sperre ihres Geldes, solche Jobs auch anzunehmen. Auf die Art und Weise können dann schön die Statistiken bereinigt werden. Ich denke in Wirklichkeit sind es noch wesentlich mehr Arbeitslose.

  • 09.12.2011, 19:43 UhrAnonymer Benutzer: martini

    Guter Artikel! Und in der Zwischenzeit verkauft Merkel den deutschen Steuerzahler immer weiter!

    Nieder mit dieser EU und dem Euro!

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