Euro-Krise: Warum Slowenien kein zweites Zypern ist

Euro-Krise: Warum Slowenien kein zweites Zypern ist

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Sloweniens Ministerpräsidentin Alenka Bratusek verbittet sich jeden Vergleich ihres Landes mit Zypern.

Sloweniens Bankenbranche wackelt – doch fehlt ihm die Relevanz, um wie in Zypern das ganze Land in die Pleite zu reißen. Sloweniens Regierung hat nun einen Reformkatalog vorgestellt.

Am Montag ist soweit: Zypern bekommt seinen ersten Hilfskredit von drei Milliarden Euro. Insgesamt werden zehn Milliarden in den Inselstaat fließen, neun Milliarden kommen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM und eine Milliarde aus dem Internationalen Währungsfonds IWF. Die Finanzmärkte rechnen damit, dass Slowenien als nächstes Land dran ist.

Sloweniens Regierung wiegelt jedoch solche Spekulationen ab. „Ein Zypern sind wir definitiv nicht“ sagte die slowenische Ministerpräsidentin Alenka Bratusek bereits Ende April. „Hilfe benötigen wir keine, wir benötigen Zeit.“ Teils schließen sich Analysten an – zumindest, was den Vergleich mit Zypern betrifft. "Slowenien wird an irgendeinem Punkt Hilfe von außen benötigen, aber zugleich gibt es große Unterschiede zu Zypern", meint der Europa-Chefvolkswirt der schwedischen Bank Nordea, Holger Sandte.

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Die beiden Länder teilen weniger die Ausmaße des Problems, aber seinen Ursprung: Den angeschlagenen Bankensektor. Schwierigkeiten bereiten vor allem die Staatsbanken, die 60 Prozent des slowenischen Bankensektors ausmachen. Diese haben großzügig Kredite an Staatsbetriebe oder ranghohe Beamte vergeben, die ihre früher geführten Staatsbetriebe aufgekauft haben. Viele dieser Firmen sind mittlerweile jedoch hochverschuldet oder pleite. Sloweniens Banken, die seit 2009 bereits eine zweite Rezession erleben, bleiben dementsprechend auf ihren Forderungen sitzen. Laut OECD sind bis zu 15 Prozent aller in Slowenien vergebenen Darlehen faule Kredite. Das ist der dritthöchste Wert innerhalb der EU.

Allerdings bedeutet diese Lage nicht die gleichen Ausmaße, wie in Zypern. "Eine Krise im Bankensektor ist für jede Wirtschaft ein großes Problem", heißt es in einer Analyse von Nordea. "Aber im Fall von Slowenien bedeutet es nicht, dass das ganze System zusammenbricht." Die slowenische Wirtschaft sei strukturell viel gesünder als in Zypern. Rund 30 Prozent des Wachstums kämen vom Produzierenden Gewerbe und der Bankensektor ist deutlich kleiner als in Zypern. Die Bilanzsumme der Institute macht in Slowenien rund 140 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) aus. Bei Zypern hingegen sind es 700 Prozent, im Durchschnitt der Euro-Zone liegt der Bankensektor bei 350 Prozent.

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