Euro-Länder: EZB belässt Leitzins bei 0,5 Prozent

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Euro-Länder: EZB belässt Leitzins bei 0,5 Prozent

, aktualisiert 04. Juli 2013, 13:54 Uhr
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Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die Europäische Zentralbank belässt ihren Leitzins wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent. EZB-Chef Draghi wird die Gründe für den Beschluss am Nachmittag auf einer Pressekonferenz erläutern.

Die EZB lässt den Leitzins im Euroraum wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent. Das beschloss der EZB-Rat nach Angaben der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt. Seit der Zinssenkung im Mai hat sich die Lage an der Konjunkturfront etwas entspannt: Das Geschäftsklima verbesserte sich und die Verbraucherstimmung im Euroraum kletterte im Juni auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Daher hatten die meisten Volkswirte weder eine weitere Senkung des Leitzinses noch zusätzliche Stützungsmaßnahmen erwartet. Zumal EZB-Präsident Mario Draghi damit rechnet, dass sich die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2013 allmählich erholen wird. Niedrige Zinsen sollen Investitionen anschieben und damit die Wirtschaft in Schwung bringen.

Draghi wird die Gründe für den Beschluss am frühen Nachmittag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt erläutern. Auf dem europäischen Festland erwartet EZB-Chef Draghi eine durchaus spannende Fragerunde mit den Journalisten. Zum einen warten die Märkte auf eine Einschätzung der EZB zu den jüngsten Entwicklungen rund um Griechenland und Portugal - während die Regierung in Lissabon zerbröselt, steht Griechenland einmal mehr unter starkem Druck und die Spekulationen über einen erneuten Schuldenschnitt nehmen zu. Ob sich Draghi bereits dieses Mal durchringen kann, den Investoren an den Finanzmärkten wie von der EZB angedacht mehr Hinweise über den weiteren Kurs der EZB zu geben, wie es etwa die Federal Reserve in den USA tut, bleibt indes abzuwarten.

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Vor der EZB hatte bereits die Bank von England über ihren Leitzins entschieden. Der neue britische Notenbankgouverneur Mark Carney verzichtete auf einen furiosen Start ins Amt. Bei der ersten Zinsentscheidung unter seiner Führung bestätigte die Bank von England am Donnerstag ihren Leitzins bei 0,5 Prozent. Auch die Staatsanleihenkäufe, mit denen die Zentralbank versucht hat, mehr Geld in die darbende Wirtschaft zu pumpen, werden vorerst nicht ausgeweitet. Volkswirte hatten damit gerechnet, dass Carney, der seit dem 1. Juli nach zehn Jahren Nachfolger von Mervyn King an der Zentralbankspitze ist, zu Beginn seiner Amtszeit noch keinen eigenen Akzent setzen wird.

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Für die kommenden Monate rechnen dann allerdings nicht wenige Fachleute damit, dass Carney die Notenpressen erneut schneller rotieren lassen und noch mehr Anleihen aufkaufen könnte. Unter King hat die Bank von England bislang insgesamt für 375 Milliarden Pfund Bonds gekauft. Ob sich Carney auch tatsächlich dafür entscheidet, noch mehr Geld in die Hand zu nehmen, dürfte von den Konjunktur-Daten abhängen. Diese sprachen zuletzt gegen eine weitere Lockerung der Geldpolitik: So wuchs beispielsweise die britische Industrie im Juni so stark wie seit mehr als zwei Jahren nicht.

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