Euro-Pleitekandidat: Moody's lässt Slowenien auf Ramschniveau rutschen

Euro-Pleitekandidat: Moody's lässt Slowenien auf Ramschniveau rutschen

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Sloweniens Regierungschefin Alenka Bratusek ist erst seit kurzer Zeit im Amt.

Slowenien will nicht unter den Euro-Rettungsschirm - doch nun muss das angeschlagene Euro-Land eine Klatsche der Ratingagentur Moody's verkraften. Gleich zwei Stufen ging es hinab. Die Regierung sagte daraufhin eine eigentlich für den Abend geplante Anleihen-Ausgabe ab, die dringend benötigtes frisches Geld hätte bringen sollen.

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Sloweniens auf Ramsch herabgestuft. Als unmittelbare Konsequenz sagte die Regierung am Dienstag die Ausgabe einer eigentlich noch für den Abend geplanten Anleihe ab, mit sie an dringend benötigtes frisches Geld kommen wollte.

Die Entwicklung ist ein schwerer Schlag für die erst seit kurzem regierende Ministerpräsidentin Alenka Bratusek, die die Alpen-Republik mit ihren zwei Millionen Einwohnern ohne Hilfe von Außen und damit ohne Hilfe des Euro-Rettungsschirms sanieren will. Gelingt das nicht, müsste sich Slowenien wohl wie zuletzt Zypern scharfen Sparauflagen der Geldgeber EU und IWF beugen. Das Land ächzt unter hohen Schulden der zumeist staatlichen Banken und hohen Staatsschulden infolge der schwachen Wirtschaftslage. Die Regierung kündigte noch am Abend eine kurzfristige Entscheidung über einen neuen Anlauf für die Anleihe an.

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Euro-Pleitekandidat Slowenien steht vor der Pleite

Jahrelang wurden im Euro-Land die Banken ausgeplündert. Jetzt steht das Land am Abgrund. Die Frage ist nicht mehr, ob ein Antrag auf Hilfskredite vom Euro-Rettungsschirm gestellt wird, sondern wann.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Zur Begründung für ihren Schritt hatte die US-Agentur Moody's am Dienstag kurz nach Börsenschluss in Europa den Bankensektor Sloweniens, eine schwierige Haushaltslage und die unsicheren Aussichten für die Finanzierung genannt. Slowenien benötigt 2013 noch etwa 2,5 Milliarden Euro, um sich zu finanzieren. Durch die Herabstufung könnten sich künftige Kredite wegen des von Moody's konstatierten höheren Ausfallrisikos verteuern.

Slowenien wird von Moody's nun noch mit "Ba1" bewertet. Das ist in der Moody's-Skala der erste Wert, der unterhalb des so genannten Investment-Status liegt, auf den viele Investoren besonderen Wert legen. Bisher war das Euro-Land zwei Stufen höher mit "Baa2" eingestuft. Der Ausblick bleibt negativ, womit sich Moody's eine weitere Senkung der Bonität offenhält. Moody's schätzt die Kreditwürdigkeit Sloweniens nun deutlich schlechter ein als die anderen beiden großen Agenturen S&P und Fitch, die beide ein "A-" vergeben haben.

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