Euro-Raum: Arbeitslosigkeit verharrt auf Zwei-Jahres-Tief

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Euro-Raum: Arbeitslosigkeit verharrt auf Zwei-Jahres-Tief

, aktualisiert 29. August 2014, 13:23 Uhr
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Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone liegt auf einem Zwei-Jahres-Tief

Trotz schwächelnder Konjunktur liegt die Arbeitslosigkeit im Euro-Raum auf dem niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren. Auch die Inflationsrate ging im August weiter zurück.

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone bleibt trotz Konjunkturflaute auf dem niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren. In den 18 Ländern mit der Gemeinschaftswährung waren 11,5 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter im Juli ohne Job. Das geht aus Zahlen hervor, die die EU-Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg veröffentlichte. Die Quote bleibt damit unverändert gegenüber dem Vormonat und beim tiefsten Wert seit September 2012. Im Verlauf der vergangenen Monate war die Arbeitslosenquote allmählich gesunken. Insgesamt waren 18,409 Millionen Männer und Frauen im Juli ohne Arbeit.

Die höchsten Quoten vermeldeten erneut Griechenland (27,2 Prozent im Mai) und Spanien (24,5 Prozent). Am niedrigsten war die Arbeitslosigkeit in Österreich und Deutschland mit je 4,9 Prozent. Die Bundesagentur für Arbeit hatte zwar am Vortag eine Quote von 6,7 Prozent für Deutschland gemeldet. Allerdings bezieht sich die Zahl auf den August, zudem unterscheiden sich die Methoden der deutschen und der europäischen Statistiker.

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Junge Menschen haben weiterhin besondere Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt. In der Eurozone waren 23,2 Prozent in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen im Juli ohne Arbeit. Die höhere Quote hat aber zumindest zum Teil statistische Ursachen: Die Gruppe der Erwerbsfähigen ist in dieser Altersklasse besonders gering, weil Schüler und Studenten ausgeklammert werden.

Düster ist die Lage von Jugendlichen und jungen Erwachsenen insbesondere in Spanien und Griechenland mit Quoten von über 50 Prozent. Die jüngsten Daten für Griechenland sind vom Mai. In Zypern und Kroatien lag die Jugendarbeitslosigkeit bei über 40 Prozent. Die jüngsten Zahlen für Kroatien sind vom Juni.

In der Europäischen Union insgesamt mit ihren 28 Mitgliedsstaaten lag die Arbeitslosenquote im Juli bei 10,2 Prozent, unverändert gegenüber Juni. 24,85 Millionen Männer und Frauen waren ohne Arbeit.

Andor warnt vor Selbstzufriedenheit

EU-Arbeitskommissar Laszlo Andor warnte mit Blick auf die neuen Zahlen vor Selbstzufriedenheit. Die Arbeitslosigkeit gehe zwar langsam zurück, aber nicht so schnell wie nötig, um die hohe Arbeitslosigkeit besonders unter jungen Menschen zu beenden. „Es braucht mehr Anstrengungen von den Mitgliedsstaaten, Unternehmen, Sozialpartnern und der EU“, teilte Andor mit. Die Nachfrage müsse angekurbelt und deutlich mehr neue Jobs geschaffen werden.

Die Teuerungsrate in der Eurozone ist im August im Zuge der schwachen Konjunktur weiter gesunken. Der Preisauftrieb ging auf 0,3 Prozent nach den im Juli verzeichneten 0,4 Prozent zurück, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte. Experten hatten diese Entwicklung, die als besorgniserregend gilt, erwartet. Sie unterstreiche, wie wackelig die wirtschaftliche Erholung in dem 18 Länder umfassenden Euro-Währungsraum sei, hieß es.

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Im zweiten Quartal 2014 hatte die Eurozone kein Wachstum verzeichnet. Dafür wird unter anderem die Krise in der Ukraine verantwortlich gemacht, die sich auf das Verhalten von Verbrauchern und Investoren auswirke.

Als ein etwas positiveres Signal werteten Experten, dass die Kerninflation im August auf 0,9 nach den im Juli registrierten 0,8 Prozent stieg. Dabei werden die stark schwankenden Preise für Lebensmittel und Energie nicht berücksichtigt,

Die Europäische Zentralbank warnt vor einer noch weiter sinkenden Inflationsrate. Sie signalisierte bereits, wachstumsfördernde Maßnahmen zu ergreifen, sollte dies nötig werden. Experten erwarten, dass die EZB in großem Stil Anleihen und andere Wertpapiere aufkaufen wird, um mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen.

Die EZB strebt gewöhnlich eine Inflation von zwei Prozent an. Ökonomen warnen seit Monaten vor einer Deflation, also einem Preisverfall, der die Konjunktur lähmen könnte.

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