Euro-Raum: EZB erwartet 2013 noch schärfere Rezession

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Euro-Raum: EZB erwartet 2013 noch schärfere Rezession

Die Europäische Zentralbank sagt der Euro-Zone in diesem Jahr eine tiefere Rezession voraus als bisher befürchtet. Das Bruttoinlandsprodukt der gesamten Währungsunion werde voraussichtlich um 0,5 Prozent fallen. Noch im Dezember wurde mit einem Minus von nur 0,3 Prozent gerechnet. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Projektionen der Notenbank-Ökonomen hervor.

Im Verlauf des Jahres sollte sich die Wirtschaft allmählich erholen, sagte EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt. Europas Währungshüter sehen zunehmend Anzeichen für ein Ende der Krise in Europa. Noch sei die Lage fragil, sagte der EZB-Präsident. „Das Vertrauen in die Finanzmärkte der Eurozone kehrt zurück.“ Die Gefahr, dass Turbulenzen in einzelnen Staaten auf die gesamte Währungsunion übergriffen, sei deutlich gedämpft. Das sei ein weiteres positives Signal. Allerdings müssten die Regierungen ihren Reformkurs fortsetzen.

Die Geldpolitik der EZB sei konjunkturstimulierend. 2014 könnte es nach Einschätzung der Zentralbank dann ein Wachstum von 1,0 (Dezember-Prognose: 1,3) Prozent geben. Entspannung erwartet die EZB weiterhin an der Preisfront. Die Inflationsrate soll in diesem Jahr im Schnitt auf 1,6 (1,6) Prozent fallen - von 2,5 Prozent im vergangenen Jahr. Damit würde es nach EZB-Definition stabile Preise geben, die sie bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet sieht. Für 2014 werden 1,3 (1,4) Prozent vorhergesagt.

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Trotz der nach wie vor unklaren Lage in Italien haben sich die Finanzmärkte nach Ansicht von EZB-Präsident Mario Draghi von den Schockwellen der Wahl erholt. "Die Märkte sind wieder da, wo sie vor der Wahl waren", sagte er am Donnerstag nach einer Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt. "Die Märkte verstehen, dass wir in Demokratien leben." Es gebe auch keine Anzeichen, dass weitere Euro-Staaten von den Turbulenzen in Mitleidenschaft gezogen würde.

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Quelle: dpa

Die Ökonomen des Euro-Systems - also der EZB und der nationalen Notenbanken der Währungsunion - erstellen ihre Projektionen vierteljährlich. Obwohl sich der EZB-Rat die Vorhersagen der Volkswirte offiziell nicht zu eigen macht, kommen ihnen sowohl bei den Zinsentscheidungen als auch als Signal für mögliche künftige Schritte der Währungshüter erhebliche Bedeutung zu.

Außerdem hat sich EZB-Präsident Draghi zur Troika der Euro-Retter bekannt. "Die Troika funktioniert sehr gut", er am Donnerstag. Die EZB habe Mehrwert in die Dreier-Gruppe mit der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds eingebracht. Zudem gebiete die geldpolitische Verantwortung, dass die Notenbank Mitglied der Gruppe sei, betonte Draghi. Zuletzt hatte es Medienberichten zufolge innerhalb der EZB Überlegungen gegeben, aus der Troika auszusteigen. Dies hatte etwa der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen dementiert.

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