Euro-Rettungsfonds: Dicke Geldspritze für Zypern

Euro-Rettungsfonds: Dicke Geldspritze für Zypern

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Zyperns Präsident Nicos Anastasiades

Zypern ist auf den Kapitalmarkt zurückgekehrt. Der Pleite-Kandidat konnte sich 750 Millionen Euro frisches Geld sichern. Zudem wurde die nächste millionenschwere Tranche aus dem Rettungspaket freigegeben.

Knapp 16 Monate nach der Beinahe-Pleite ist Zypern auf dem Kapitalmarkt zurückgekehrt. Die Inselrepublik hat sich 750 Millionen Euro geliehen. Dies teilte der Staatspräsident Nikos Anastasiades mit. „Vor wenigen Stunden ist die Auktion vollendet worden“, teilte der Präsident am Mittwoch in Nikosia mit. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre zu einem Zinssatz von 4,75 Prozent, hieß es. Dieser Erfolg signalisiere „auf keinen Fall“ ein nachlassen der Reformbemühungen der Insel, fügte Anastasiades hinzu.

Einzelheiten zum Rettungspaket für Zypern

  • Banken

    Die Euro-Zone gibt Zypern zehn Milliarden Euro. Der Inselstaat benötigt das Kreditpaket, um die heimischen Banken zu finanzieren. Die Geldhäuser waren durch den Schuldenschnitt in Griechenland im vergangenen Jahr in Schieflage geraten. Die Bilanzsumme der zyprischen Banken ist acht Mal so groß wie die gesamte Wirtschaftsleistung. Im EU-Schnitt sind es 3,5 Mal. Die zyprischen Finanzinstitute werden nun gezwungen, zu schrumpfen.

  • Sonderabgaben

    Zypern führt eine einmalige Sonderabgabe in Höhe von 9,9 Prozent auf Bankeinlagen bei zyprischen Banken von mehr als 100.000 Euro ein. Geringere Summen werden mit 6,75 Prozent besteuert. Einleger sollen im Gegenzug an den Banken beteiligt werden.

  • Steuern

    Zypern hat Investoren mit dem niedrigsten Unternehmenssteuersatz der EU (zehn Prozent) angelockt. Dieser wird nun auf 12,5 Prozent erhöht. Das könnte 200 Millionen Euro Einnahmen im Jahr bringen. Geplant ist zudem auch die Besteuerung von Zinseinkünften. Die verzinslichen Einlagen bei Banken belaufen sich auf 70 Milliarden Euro, etwas mehr als die Hälfte davon halten Ausländer, zumeist Russen und Briten. Russland wird Zypern wahrscheinlich ebenfalls helfen, indem das Land sein bereits gezahltes Darlehen verlängert.

  • Privatisierungen

    Zypern könnte aufgefordert werden, die staatliche Telekomgesellschaft, den Stromversorger und die Häfen zu privatisieren.

Der Bankensektor hatte Zypern tief in die Krise gerissen, das Euroland wurde im Frühjahr 2013 nur mit Hilfe internationaler Geldgeber vor der Pleite bewahrt. Anleger und Investoren mussten mit einer Zwangsabgabe zur Rettung beitragen. Die Kunden der Bank of Cyprus (BOC) wurden mit 47,5 Prozent ihrer Guthaben von mehr als 100.000 Euro zur Sanierung herangezogen. Die zweitgrößte Bank des Landes, die Laiki Bank, wurde zerschlagen.

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Die Euro-Finanzminister haben zudem am Donnerstagabend die nächste Kreditrate an Zypern freigegeben. Aus dem EU-Rettungsfonds ESM sollen 600 Millionen Euro ausgezahlt werden, sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem in Luxemburg. Der Internationale Währungsfonds (IWF) plane zusätzlich eine Auszahlung von 86 Millionen Euro, so dass insgesamt knapp 700 Millionen Euro zusammenkommen.

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Die Europartner und der IWF greifen Zypern mit Finanzhilfen von insgesamt zehn Milliarden Euro unter die Arme. Neun Milliarden schultert der EU-Rettungsfonds ESM, die restliche Milliarde stemmt der Weltwährungsfonds. Die Zyprer selbst müssen 13 Milliarden Euro beisteuern.

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