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Euro-Schuldenkrise: Die Krise schwingt sich von Gipfel zu Gipfel

von Silke Wettach

Die Euro-Rettungsaktionen treten in eine kritische Phase. Vom EU-Treffen Ende dieser Woche erwartet die Welt erneut eine echte Lösung. Doch der Handlungsspielraum der Politiker wird immer kleiner.

Jean-Claude Juncker, Mario Monti, Elena Salgado Quelle: dapd
Jean-Claude Juncker glaubt nicht mehr an die EU als Garant für Harmonie Quelle: dapd

Und nun also wieder Krieg und Frieden. Seit Jahren lamentieren alt gediente Politiker wie Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, die EU lasse sich nicht mehr als Garant für die Sicherheit in Europa vermarkten. Zu sehr ist die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg verblasst, als dass die Bürger ein halbwegs harmonisches Zusammenleben der europäischen Nationen als große Errungenschaft empfänden.

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Umso mehr verstörte Polens Außenminister Radek Sikorski vergangene Woche sein Publikum in Berlin mit dem Hinweis, der Zerfall Jugoslawiens habe mit dem Zerfall der Währungszone begonnen. "Währungsfragen können eine Frage von Krieg und Frieden, von Leben und Tod von Föderationen sein", sagte Sikorski. Der dramatischen Darstellung folgte das Eingeständnis: "Ich fürchte die deutsche Macht weniger, als dass mir die deutsche Inaktivität beginnt, Angst zu machen."

Die Rede ist nur ein Indiz, welcher Druck auf der Bundesregierung lastet, beim EU-Gipfel an diesem Freitag endlich mit dem großen Wurf aufzuwarten, auf den die Welt schon so lange wartet – um gemeinsam mit Frankreich der Währungsunion den Weg aus der Krise zu weisen. Auch jenseits der Politik sind die Erwartungen hoch. Selbst die Ankündigung der weltweit wichtigsten Notenbanken, bedrängten Banken Liquidität zur Verfügung zu stellen, wie sie es zuletzt 2008 nach der Lehman-Pleite getan hatten, ist ein Signal an das Führungspersonal der Euro-Zone. Die Notenbanken und allen voran die Europäische Zentralbank (EZB) haben damit gezeigt, dass sie Verantwortung tragen. Nun soll die Politik ihren Part übernehmen.

13 Rettungsgipfel

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Bild: dapd

Zusätzlich treiben die Investoren die Politik vor sich her, indem sie Staatsanleihen der Euro-Zone weiterhin links liegen lassen. Die Renditen für zehnjährige italienische Staatsanleihen verharrten vergangene Woche über der kritischen Marke von sieben Prozent. Eine dreijährige Staatsanleihe konnte Italien vergangenen Dienstag zwar komplett platzieren, aber nur für eine Rendite von 7,89 Prozent. Und Spanien zahlte vergangene Woche die höchsten Renditen seit 14 Jahren, um drei-, vier- und fünfjährige Bonds abzusetzen.

„Jetzt beginnt die kritische Phase von zehn Tagen, in denen eine umfassende Antwort auf die Krise gefunden werden muss“, setzte EU-Währungskommissar Olli Rehn vergangenen Mittwoch den Zeitplan. Bis zum Ende des EU-Gipfels, will die Welt wissen, wie sich die Euro-Zone aus ihrer Zwangslage befreien will.

Der Plan der Politik heißt Vertrauen schaffen.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.12.2011, 15:16 Uhrmathias

    Zwei GUTE Kommentare
    Joker1, laut Umfragen wollen 59% der Deutschen,das D die Führung in
    Europa übernimmt. Die Währungsunion wird NICHT aufgelöst.

    Wegweiser- und genau deswegen dieser Umweg über die IWF,der dumme
    Deutsche sieht den Weg nicht, der vorbereitet wird.
    Mangelnde Vorstellungskraft.

    Folge wird erneut KRIEG sein.

  • 05.12.2011, 11:38 UhrWegweiser

    Der Euro ermöglichte eine Verschuldung, vorher nicht kreditwürdige Staaten wurden zu potentiellen Kreditkunden, die Bonitätsprüfung entfiel oder wurde bewußt ignoriert, weil hohe Inflationsgewinne locken. Die realen Binnenmarktzinsen in den heutigen Problemländern war niedriger als die dortigen Inflationsraten. In der beginnenden Finanzkrise versagten die Gläubiger die Refinanzierung der Staatsschulden oder verlangten höhere Zinsen, EFSF mit Hebel ohne wirkliche Nachfrager (Investoren) kann keine Lösung sein, also soll der IWF mit Zentralbankmitteln ausgestattet werden.

    Die Lösung der Überschuldungs-, Refinanzierungs- und Eurokrise soll also mit der Druckerpresse der EZB über Umwegen geschehen. Eine solide Währungs-, Wirtschafts- und Budgetpolitik sieht anders aus, das Vertrauen in diese Währung als Spar- und Anlagewährung dürfte schwinden mit einer einsetzenden Kapitalflucht und einem Käuferstreik auf den Anleihemärkten.

  • 05.12.2011, 08:19 UhrJoker1

    Wie lange noch ?
    Das ist doch ein Kampf gegen "Windmühlen".
    Die Eurozone wird nicht zu retten sein.
    Die Amis fürchten doch nur um Ihre Banken, die schamlos betrogen
    haben und mit dem Rücken zur Wand stehen, genau so wie die europäischen Institute.
    Die Unterschiedlichkeiten der Völker der Währungsunion, der EU und
    die Schuldenstände der einzelnen Staaten, sind nicht zu harmonisieren. Die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Volks-
    wirtschaften ist genauso different.
    Löst die Währungsunion auf und kehrt zu den nationalen Währungen
    zurück, der ECU als Orientierungswöährung für alle EU-Mitglieds-
    staaten. 1 Euro = 2 neue DM.
    Europa wird sonst gegen die Wand gefahren mit allen negativen
    Konsequenzen.

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