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Euro-Streit: CSU wettert gegen Juncker

Die CSU macht Stimmung gegen Eurogruppenchef Juncker und EZB-Präsident Mario Draghi. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt fordert indirekt die Absetzung von Juncker. Der hatte Deutschland heftig kritisiert.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (M.) läutet am Montag (30.07.12) in der CSU-Zentrale in München die Vorstandssitzung ein, neben ihm sitzen CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und Bayerns Verbraucherschutz- und Justizministerin Beate Merk. Quelle: dapd
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (M.) läutet am Montag (30.07.12) in der CSU-Zentrale in München die Vorstandssitzung ein, neben ihm sitzen CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und Bayerns Verbraucherschutz- und Justizministerin Beate Merk. Quelle: dapd

In der CSU herrscht großer Unmut über Jean-Claude Juncker. Anlass ist die jüngste Kritik Junckers an dem Verhalten Deutschlands in der Euro-Schuldenkrise. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte am Montag in München, er mache „ein großes Fragezeichen“ dahinter, „ob man jemanden wirklich in dieser Funktion als Eurogruppensprecher behalten kann“.
Juncker hatte in der „Süddeutschen Zeitung“ vor dem Zerfall der Eurozone gewarnt und die deutsche Politik kritisiert: „Wieso eigentlich erlaubt sich Deutschland den Luxus, andauernd Innenpolitik in Sachen Eurofragen zu machen? Warum behandelt Deutschland die Eurozone wie eine Filiale?“ Der luxemburgische Ministerpräsident monierte zudem, das „Geschwätz“ über einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone sei nicht hilfreich.

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Dobrindt wirft Juncker „Unverfrorenheit“ vor

Dobrindt sagte zu den Äußerungen Junckers: „Das ist an Unverfrorenheit nicht mehr zu überbieten.“ Der Eurogruppenchef müsse sich überlegen, ob er mit solchen Interviews nicht eher „Teil des Problems der Eurozone“ als Teil der Lösung sei. Dobrindt fügte mit Blick auf die Rolle Deutschlands in der Krise hinzu: „Wenn man jetzt dem Rettungssanitäter die Schuld in die Schuhe schiebt für den Unfall, dann zeigt das einfach, wie verdreht die Welt an dieser Stelle ist.“
Heftige Kritik an Juncker kam auch vom Vorsitzenden der CSU-Mittelstandsunion, Hans Michelbach. Deutschland übe „höchste Solidarität“ mit anderen Euroländern. Daher müsse man sich über Juncker „wundern“.

Draghi eine „Fehlbesetzung bei der EZB“?

Michelbach attackierte zudem den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi. Dieser habe mit Äußerungen zum möglichen Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB „das Thema Inflation entfacht“. Auch das trage zu einer wachsenden
Verunsicherung bei. „Wenn das so weitergeht, wäre Draghi natürlich eine Fehlbesetzung bei der EZB.“

Der bayrische Finanzminister Markus Söder (CSU) warnte: „Wenn am Ende eine Art politische EZB entsteht, die nichts anderes macht, als Euro-Bonds durch die Hintertür einzuführen, dann wird der Grundcharakter der Europäischen Zentralbank aufgegeben.“ Er wolle keine „Inflationsbank“ auf deutschem Boden.

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Der Vorgesetzte der drei Politiker, CSU-Chef Horst Seehofer, pfiff sie dann aber ein wenig zurück und präsentierte sich großmütig: Nach einer Sitzung seines Parteivorstands stellte er klar, dass er keine Neubesetzung des Postens verlangt. Junckers Verhalten sei zwar „grenzwertig“. Er verbinde mit dieser Kritik aber „keine weiteren Forderungen“. Seehofer kündigte an, die CSU werde das weitere Verhalten der Europäischen Zentralbank genau beobachten. Eine „versteckte Einführung“ von Euro-Bonds werde seine Partei nicht mitmachen. Allerdings habe er noch keine genauen Informationen, was Draghi wirklich vorhabe. Seehofer fügte hinzu, es sei zudem ein „Grundprinzip“ von ihm, andere Personen nicht als „unqualifiziert“ herabzusetzen.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 31.07.2012, 07:29 UhrFreiheit

    Worüber regt man sich in der CSU auf, dass Juncker Deutschland so massregelt, wie sie es sich in der EU erarbeitet haben. Eine Poltclique, die willfährig, egal welcher Couleur, das eigene Volk verrät.
    Juncker erinnert die Kollaborateure nur an ihre Pflicht. Im Gegensatz zu den deutschen Politclowns vertritt Juncker sein Bankeneldorado mit allen Mitteln.

  • 30.07.2012, 23:18 Uhrborderside

    Der bayerischen "Muppetshow" kann man dieses Mal zustimmen. Der Gaukler Juncker sollte schweigen. Mit seinem Ländchen mit 290.000 originären Luxemburgern und 220.000 Fremden steuert er auf ein Defizit von 1 Mrd. € in 2012 zu. Schwarzgeld - Land ist abgebrannt und ohne Perspektiven. Banken in der Auflösung, Stahlindustrie mit Arcelor - Mittal am Ende und die Angst vor der EURO - Auflösung und somit auch der Reduzierung der EU - Behörden im Ländchen. Er schwadroniert aus eigenem Interesse um seinen übersatten und bequemen Staatsapparat zu erhalten, denn nur mit Tank-, Tabak- und Schnapstourismus ist das Luxusleben im Ländchen auf Kosten anderer nicht mehr zu halten. Wer so kläglich sein eigenes Land führt, ist wohl kaum in der Lage für Europa zu agieren. Urteil: Juncker ist eine Fehlbesetzung und wäre Luxemburg eine Aktiengesellschaft der Analystentyp: schnell verkaufen.

  • 30.07.2012, 22:46 UhrDr.NorbertLeinewbeer

    Es ist ja geradezu ein Glücksfall Seehofer und Frau Dr. Merk auf einem Foto zu sehen sind. Noch. Die Betonung liegt auf noch!

    Seehofer sollte mit seiner Justiministerin lieber vor der eigenen Tür kehren. Sein eigenes Verhalten ist "grenzwertig!"
    Der "crazy Horsti" zerreißt sich `mal wieder in seinem Sendungsbewusstsein. Tja so ist er eben.

    Ich bin ja sicher einer der angesehenen Kommentatoren im web und der FAZ. Insofern sind auch meine nächsten Sätze als höchst plausibel anzusehen. Und vielleicht interessiert es einen Top-Journalisten, bevor mein Buch heraus kommt.

    Seehofer fehlt es nämlich an Rechtsbewusstsein. Und das ist mehr als grenzwertig. Man kann es einmal so sagen, dass Seehofer in Bayern den größten Justizskandal seit 40 Jahren an der Backe hat und die Schriftsätze an seine Justizministerin Dr. Merk ohne statement zurück kommen.
    Wer Bayern nicht im Griff hat, muss eben in der Europapolitik und in Berlin auf dicke Hose machen, statt vor der eigenen Haustüre zu kehren. Man sieht ja auch, dass sich die Justizministerin mit Draghi besser auskennt als mit ihren nicht gelesenen Akten. Ich kann über dutzende von Seiten beweisen, dass werde Gerichte noch Staatsanwaltschaften die Akten lesen, mit allen Rechtsfolgen, die sich daraus ergeben.
    Und ich kann mich deswegen so weit aus dem Fenster lehnen, weil ich schon einen Verlag zum Skandal habe.

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