Euro-Zone: Mögliche Kandidaten erfüllen Beitrittskriterien nicht

Euro-Zone: Mögliche Kandidaten erfüllen Beitrittskriterien nicht

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Eine riesige Euro-Münze überragt am frühen Morgen die Menschen in der Innenstadt von Frankfurt.

Derzeit wird in 19 EU-Staaten mit dem Euro gezahlt. Der Kreis dürfte sich in absehbarer Zeit auch nicht erweitern. Einem neuen Bericht zufolge müssten mögliche Beitrittskandidaten noch etliche Voraussetzungen erfüllen.

Nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) erfüllt derzeit keiner der möglichen Euro-Kandidaten alle notwendigen Kriterien für eine Aufnahme in den Währungsraum. Auch wenn es in den vergangenen Jahren in vielen der Staaten „bedeutsame Fortschritte“ gegeben habe, seien noch erhebliche Anstrengungen notwendig, stellte die EZB in ihrem am Dienstag veröffentlichten Konvergenzbericht fest.

In ihrer jüngsten Untersuchung hat sich die EZB ein Bild von der wirtschaftlichen und rechtlichen Entwicklung von sieben EU-Ländern gemacht: Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Schweden, der Tschechischen Republik und Ungarn. Dabei geht es unter anderem um Inflation, Haushaltsdefizit und Staatsverschuldung, aber auch um die Unabhängigkeit der jeweiligen nationalen Zentralbank.

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Nach Angaben der EU-Kommission erfüllen alle der untersuchten Länder mit Ausnahme von Schweden die Preisstabilitäts-Kriterien. Demnach darf die Inflation über einen Zeitraum von 12 Monaten maximal 1,5 Prozentpunkte über dem Wert der drei am besten abschneidenden EU-Länder liegen.

Welche Länder der Euro-Zone gegen die Haushaltsregeln verstoßen

  • Belgien

    Haushaltssaldo 2014: -3,2 Prozent
    Kriterium nicht eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Deutschland

    Haushaltssaldo 2014: +0,7 Prozent
    Kriterium eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Estland

    Haushaltssaldo 2014: +0,6 Prozent
    Kriterium eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Finnland

    Haushaltssaldo 2014: -3,2 Prozent
    Kriterium nicht eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Frankreich

    Haushaltssaldo 2014: -4,0 Prozent
    Kriterium nicht eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Griechenland

    Haushaltssaldo 2014: -3,5 Prozent

    Kriterium nicht eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Irland

    Haushaltssaldo 2014: -4,1 Prozent
    Kriterium nicht eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Italien

    Haushaltssaldo 2014: -3,0 Prozent
    Kriterium eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Lettland

    Haushaltssaldo 2014: -1,4 Prozent
    Kriterium eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Litauen

    Haushaltssaldo 2014: -0,7 Prozent
    Kriterium eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Luxemburg

    Haushaltssaldo 2014: +0,6 Prozent
    Kriterium eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Malta

    Haushaltssaldo 2014: -2,1 Prozent
    Kriterium eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Niederlande

    Haushaltssaldo 2014: -2,3 Prozent
    Kriterium nicht eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Österreich

    Haushaltssaldo 2014: -2,4 Prozent
    Kriterium eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Portugal

    Haushaltssaldo 2014: -4,5 Prozent
    Kriterium nicht eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Slowakei

    Haushaltssaldo 2014: -2,9 Prozent
    Kriterium eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Slowenien

    Haushaltssaldo 2014: -4,9 Prozent
    Kriterium nicht eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Spanien

    Haushaltssaldo 2014: -5,8 Prozent
    Kriterium nicht eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

  • Zypern

    Haushaltssaldo 2014: -8,8 Prozent
    Kriterium nicht eingehalten.

    Haushaltssaldo und Schuldenstand, jeweils in Relation zum Bruttoinlandsprodukt.

    Defizitlimit: -3 Prozent

    Quelle: Ameco

Dagegen nimmt derzeit keins der Länder am europäischen Wechselkursmechanismus teil. Dieser legt den Rahmen für den Leitkurs der jeweiligen Landeswährung zum Euro fest. Den Kriterien zufolge müssen Beitrittsländer zwei Jahre lang ohne größere Probleme an diesem Mechanismus teilgenommen haben.

Prinzipiell haben die meisten der nicht Euro-Länder keine Wahl. Fast alle müssen aufgrund der EU-Verträge der Währungsunion beitreten, sobald sie dafür reif sind. Nur die Dänen und die Briten hab das Recht, sich gegen den Euro zu sperren.

Euro-Zone Schicksalsjahre einer Währung

In der Euro-Zone werden reformbereite Regierungen von den Wählern abgestraft. Die Ungleichgewichte der Länder in Europa werden größer, es beginnt eine neue Eskalationsstufe im Streit um den Euro und Europa. Eine Kolumne.

Zahlreiche Europaflaggen vor zentrale der Europäischen Kommission in Brüssel (Belgien). Quelle: dpa

Dass der Kreis der Euroländer bald erweitert wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Von den sieben von der EZB untersuchten Staaten haben lediglich Rumänien, Kroatien und Bulgarien die Einführung der Gemeinschaftswährung zumindest auf dem Radar. Technisch könnte Ende 2019 eines der Länder startklar für einen Euro-Beitritt sein. Am 1. Januar 2015 war Litauen als 19. Mitglied der Eurozone beigetreten.

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