Eurogruppen-Chef: Schäuble kann in Brüssel nichts bewegen

KommentarEurogruppen-Chef: Schäuble kann in Brüssel nichts bewegen

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gilt als möglicher Nachfolger von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker.

von Tim Rahmann

Der Finanzminister gilt als heißer Kandidat, ab Sommer Chef der Eurogruppe zu werden. Für Schäuble und Deutschland wäre seine Nominierung aber ein Rückschlag.

Verhandlungen bis tief in die Nacht, ständig Ärger mit den Pleitestaaten und Ratschläge aus aller Welt: Jean-Claude Juncker hat davon genug, er möchte offenbar kürzer treten. Der luxemburgische Premier möchte sein Amt als Chef der Eurogruppe wohl im Sommer aufgeben. Zu groß sei die Arbeitsbelastung. „Es ist einfach ein echtes Zeitproblem. Angesichts der Krise schaffe ich es kaum noch, die Arbeit, die ich in Luxemburg zu verrichten habe, und die sehr anstrengende Arbeit in der Eurogruppe zeitlich auf einen Nenner zu bringen“, sagte Juncker Anfang des Monats. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wird als ständiger Teilnehmer der Eurogruppen-Treffen wissen, wie groß die Arbeitsbelastung des Vorsitzenden ist. Dennoch scheint er sich für den Job zu interessieren – und in Stellung zu bringen.

Offiziell hält sich Schäuble bedeckt. Doch wer zwischen den Zeilen lesen kann, erkennt, dass sich der 69-Jährige durchaus vorstellen kann, bald noch öfter in Brüssel zu sein. Sollte Juncker seinen Posten räumen, müsse dessen Nachfolger aus einem Euro-Staat mit einer Top-Bonitätsnote kommen, erklärte Schäuble – und machte damit Wahlkampf in eigener Sache.

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Deutschlands Stimme braucht mehr Gewicht

Denn: Neben der Bundesrepublik haben nur noch drei weitere Euro-Staaten ein Triple-A-Rating: Finnland, die Niederlande und Luxemburg. Da mit Währungskommissar Olli Rehn bereits ein Finne einen Spitzenposten besetzt und der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager bereits beteuerte, keine Ambitionen zu haben, würde nach der Schäuble-Forderung vieles auf ihn selbst hinauslaufen.

Auf den ersten Blick ist es begrüßenswert, wenn Deutschland seiner Stimme in Europa mehr Gewicht verschaffen will. Dass etwa die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds fest in der Hand von Mittelmeerstaaten sind, ist für Deutschland und die Eurozone gefährlich. Denn deren Kurs der lockeren Geldpolitik verschärfen die Krise, eine Stimme, die Einhalt gebietet, wäre besser heute als morgen nötig. Doch würde Deutschland seinen Einfluss auf Euro-Ebene mit Schäuble als Eurogruppen-Chef ausbauen? Wohl nicht.

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