Eurokrise: Banken schauen ängstlich auf Italien

Eurokrise: Banken schauen ängstlich auf Italien

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Italienische Momente in Frankfurt. Banken warnen vor dem Ausscheiden des EU-Gründungslandes.

von Cornelius Welp, Mark Fehr, Michael Kroker, Lothar Schnitzler und Andreas Wildhagen

Ein Abschied Athens vom Euro wäre für Banken und Unternehmen verkraftbar, ein Übergreifen der Krise auf Italien nicht.

Baudouin Prot gehört zu jenen Managern, denen die Schuldenkrise mit am härtesten zugesetzt hat. Als Chef der französischen Bank BNP Paribas musste er dem Verfall des Aktienkurses zusehen, gar aufkommende Pleitegerüchte bekämpfen. Doch am Donnerstag konnte der Franzose gute Nachrichten verkünden. Der Gewinn der Bank ist zwar um 70 Prozent eingebrochen, gleichzeitig aber hat sie ihr Engagement in europäischen Staatsanleihen drastisch reduziert. Und zwar nicht nur durch Abschreibungen auf Griechenpapiere, sondern vor allem durch den Abbau von Titeln anderer Länder, allein mehr als acht Milliarden von denen Italiens.

Vertrauen sieht anders aus. Die Großbank versucht, sich einigermaßen für eine weitere Eskalation zu rüsten. Entgehen kann sie ihr wie andere Institute nicht. Und auch wenn das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro nach der vorläufigen Absage der Volksabstimmung erst mal von der aktuellen Tagesordnung verschwunden ist, bleibt die Verunsicherung hoch. Dabei wäre der Austritt Griechenlands aus dem Euro für Banken und Unternehmen verkraftbar. Sollte die Krise aber ähnlich heftig auf andere Länder übergreifen, etwa auf Italien, hätte dies katastrophale Folgen.

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Grafik: Auch Deutsche betroffen Quelle: Bloomberg

Grafik: Auch Deutsche betroffen

Bild: Bloomberg

Erst einmal geht bei den Banken nun alles seinen geordneten Gang. Der von Josef Ackermann geleitete internationale Bankenverband IIF arbeitet weiter an den Details einer Vereinbarung, die letztlich zu einem freiwilligen Forderungsverzicht von 50 Prozent privater Gläubiger führen. Den haben die Banken in ihren Zahlen zum dritten Quartal bereits verarbeitet. Würde Griechenland den Euro verlassen, könnten sie sich die Mühe sparen und ihre Staatsanleihen auf null abschreiben. Ihre Forderungen gegenüber griechischen Unternehmen müssten sie in der Folge ebenfalls korrigieren. Mit nach Bundesbank-Statistik zuletzt fünf Milliarden Euro wäre aber auch das nicht allzu dramatisch.

Folgen eines Austritts wären verheerend

„Auch ein 100-prozentiger Ausfall griechischer Staatsanleihen wäre verkraftbar“, sagen Branchenvertreter. Doch das wäre nur der erste Schritt. Die Staatsinsolvenz würde anders als ein freiwilliger Forderungsverzicht die Credit Default Swaps genannten Kreditversicherungen auslösen. „Die Sicherungsgeber müssten weltweit haften“, sagt Gerhard Hofmann, Vorstandsmitglied beim Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken. Wer wie viel zahlen müsste, ist unklar, weil es keine Transparenz über die Positionen gibt.

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