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Eurokrise: Wie teuer ist der Euro-Kollaps?

Mit aller Macht wollen die Euro-Partner Griechenland in der Währungsunion halten. Doch was passiert, wenn das nicht gelingt? Experten warnen vor einem Flächenbrand – und Kosten in schwindelerregender Höhe.

Experten befürchten, dass ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone die komplette Weltwirtschaft erschüttern könnte - Doch wie wahrscheinlich ist das Worst-Case-Szenario? Quelle: dapd
Experten befürchten, dass ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone die komplette Weltwirtschaft erschüttern könnte - Doch wie wahrscheinlich ist das Worst-Case-Szenario? Quelle: dapd

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat vor Wirtschaftsvertretern in Singapur deutlich gemacht, dass eine Pleite Griechenlands nicht zur Diskussion steht. „There will be no Staatsbankrott“, sagte der überzeugte Europäer. Griechenland kann mit einen Aufschub bei den Sparvorhaben und mit der Auszahlung der nächste Kredittranche rechnen, ein zeitnahes Euro-Aus der Griechen scheint zunächst mal wieder vom Tisch.

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Unterstützung erhält die Bundesregierung von einer Studie der Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Die Experten warnen darin: Ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone könnte die Weltwirtschaft erschüttern. Es sei bei einem Euro-Aus Griechenlands „nicht auszuschließen, „dass die Kapitalmärkte dann auch Portugal, Spanien und Italien das Vertrauen entziehen und es dort ebenfalls zu Staatsbankrotten kommt. Die Weltwirtschaft würde dadurch in eine tiefe Rezession fallen.“

Bei einem Kollaps der Euro-Zone würden die 42 wichtigsten Volkswirtschaften der Welt im schlimmsten Fall bis zum Jahr 2020 Wachstumseinbußen in Höhe von insgesamt 17,2 Billionen Euro erleiden.

Ist der Euro-GAU wahrscheinlich?

Beeindruckende Zahlen, doch die Frage bleibt, wie wahrscheinlich der Domino-Effekt und damit auch das Worst-Case-Szenario ist. Schließlich ist seit gut einer Woche der dauerhafte Euro-Rettungsschirm gespannt, er kann Pleite-Kandidaten bis zu 500 Milliarden Euro leihen. Auch die Europäische Zentralbank hat angekündigt, den Euro um jeden Preis, sprich: per Notenpresse, zu retten. In der Währungsunion halten viele die Ansteckungsgefahren in Folge einer Griechenland-Pleite für verkraftbar.

Gelänge es, Griechenland isoliert in den Staatsbankrott zu führen, seien die Folgen für die Weltwirtschaft „ökonomisch verkraftbar“, erklären auch die Autoren der Bertelsmann-Studie. Deutschland müsste bei einem Austritt Griechenlands aus dem Währungsraum bis 2020 mit 73 Milliarden Euro Einbußen bei der Wirtschaftsleistung rechnen. Dazu kämen 64 Milliarden Euro Einmalkosten für den „Grexit“ durch Abschreibungen auf Forderungen privater und öffentlicher Gläubiger, so die Autoren der Studie. Griechenland käme die Rückkehr zur Drachme weitaus teurer: Den Berechnungen zufolge müsste sich das Land auf 164 Milliarden Euro Wachstumsverluste bis 2020 einstellen.

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Bei den Szenarien wurde unterstellt, dass private wie öffentliche Gläubiger auf 60 Prozent ihrer Forderungen gegenüber Athen verzichten müssten. Zudem wurde angenommen, dass eine neue griechische Währung um 50 Prozent gegenüber dem Euro abgewertet würde.

Wie teuer eine dauerhafte Subventionierung Griechenlands den Euro-Ländern zu stehen kommt, haben die Experten nicht berechnet.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.10.2012, 19:47 UhrTeurofrustrierter

    Hat die Argentinienpleite oder die anderen insolventen Staaten die Welt in den Abgrund gerissen? Keineswegs.Also wohl eine Studie von Interssentenseite die davon profitieren, wenn GR durch die Haftung von D und den Nordländern der Konkurs weiter verschleppt wird.Erst hieß es mantrahaft, erst wenn der Troikabericht vorliegt wird entschieden,aber jetzt wird schon vorher eine Garantie abgegeben (was interessiert mich mein Geschätz von Gestern). So geht das schon seit Beginn des GR-Desasters. H.Schäuble u. andere sind nicht vertrauenswürdig, aber das stört kaum jemanden u. das ist geradezu eine Aufforderung an die Politik so weiterzumachen.Jetzt will er noch das Budgetrecht schnell nach Brüssel geben, damit der Bundestag nicht zustimmen muß wenn wieder hunderte von Milliarden zum Retten benötigt werden.Das steckt hinter dem neuen Schäuble-Vorschlag.

  • 17.10.2012, 19:40 UhrRoger13

    Ich glaube nur den Statistiken, die ich selber verfälscht, oder Studien, die ich selber in Auftrag gegegen habe... Die Bertelsmann-Studie wurde mit großer Wahrscheinlichkeit gesponsert durch die EU-Kommission, unsere Bundesregierung und Euro-Konzernen (u.a. VW, IBM, BMW). Die sogenannten Euro-Retter haben keine Sachargumente, sondern versuchen mit Angst die Bevölkerung auf Euro-Linie zu halten. Es erinnert an vergangene Zeiten: "Sieg oder Untergang". Im übrigen besagt die Bertelsmann-Studie nichts über die Kosten eines deutschen Euro-Austritts. In soweit ist eine Studie bei Prof. Sinn in Auftrag zu geben. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass diese Kosten für Deutschland leicht zu tragen sind. Es gibt ein Leben nach dem Euro. Angstmachen gilt nicht.

  • 17.10.2012, 17:46 UhrBrasil

    Fragt sich, Kosten fuer wen?
    Jedenfalls nicht fuer mehr als 80% des Volkes und das ist ja wohl die Mehrheit!
    Nein, diejenigen, die am meisten profitiert haben von dem ganzen organisierten verbrechen wuerden einen Teil ihres aufgehaeuften und unueberschaubaren Reichtums verlieren, das ist der Grund, dass die Politik das nicht zulaesst (zulassen darf). Sie alle meinen, ein paar Krumen zu ergattern, die unter den Tisch der Finanzoligarchie fallen! Im halse wird Euch dieses Zeug stecken bleiben ihr Verbrecher!

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