Eurokrise: Zu früh gefreut: Wirtschaftsforscher sehen kaum Besserungen in Krisenländern

Eurokrise: Zu früh gefreut: Wirtschaftsforscher sehen kaum Besserungen in Krisenländern

von Henning Krumrey

Die Eurokrise ist nicht zu Ende, sie ist nur gerade nicht zu sehen. Zu diesem beunruhigenden Ergebnis kommt eine Studie des Centrums für Europäische Politik in Freiburg.

Die Wissenschaftler des Zentrums, das sich auf marktwirtschaftlicher Basis kritisch mit der Entwicklung der EU und der Eurozone befasst, hat einen sogenannten Default-Index entwickelt. Er misst, in wieweit die einzelnen Staaten in der Lage sind, ihre Staats- und Auslandsverschuldung zu tragen oder ob sie Gefahr laufen, bankrott zu gehen (Default).

Das Ergebnis ist erschreckend: Die Zahlen, die sich auf das erste Halbjahr 2012 beziehen, zeigten „deutlich, dass es den Finanzhilfe empfangenden Krisenländern, mit Ausnahme Irlands, nicht gelungen ist, den Verfall der Kreditfähigkeit zu stoppen. Auch Italien und Frankreich sind unmittelbar bedroht.“ Der CEP-Default-Index berücksichtigt nicht allein die Verschuldung eines Staates, sondern die Solidität der gesamten Volkswirtschaft. Daher gehen auch das Kreditverhalten der Banken, Unternehmen und Konsumenten sowie Investitionen in die Produktionskapazitäten in die Bewertung ein. Am Ende sortieren die Analysten die geprüften Staaten in vier Risikokategorien ein.

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Kategorie 1: Länder mit zunehmender Kreditfähigkeit

RangLandCEP-Default-Index

Gesamtwirtschaftlicher

Finanzierungssaldo

Kapazitätssteigernde
Investitionen
1Schweiz+ 15,1+ 13,6+ 1
1Südkorea + 15,1 + 2,3+ 12,8
3Luxemburg + 12,7 + 6,8+ 5,9
4 Schweden+ 11,6+ 6,9+ 4,7
5 Estland+ 10,3+ 2,2+ 8,1
6 Niederlande+ 9,8+ 7,9+ 1,9
7 Bulgarien + 9,5+ 2,9+ 6,6
8 Deutschland + 8,0+ 6,2+ 1,8
9 Dänemark+ 7,8+ 6,8+ 1,0
10 Lettland+ 7,1+ 0,1 + 7,0
11 Österreich+ 6,5+ 2,1+ 4,4
12 Slowakei+ 5,3+ 3,2+ 2,1
13 Ungarn+ 4,9+ 3,4+ 1,5
14 Litauen+ 4,7+ 0,4+ 4,3
15 Belgien+ 3,2 + 0,8+ 2,4
16 Euro-Raum+ 3,1+ 1,0+ 2,1
16 Irland+ 3,1+ 2,3+ 0,8
18 Malta+ 1,6+ 0,7+ 0,9
19 Slowenien+ 1,5+ 0,8+ 0,7
20 Japan+ 0,4 + 1,9 - 1,5
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14 Kommentare zu Eurokrise: Zu früh gefreut: Wirtschaftsforscher sehen kaum Besserungen in Krisenländern

  • und dennoch lässt die Regierung pausenlos irgendwelche ökonomen erklären, dass es überall Besserungen gäbe, und alle auf dem richtigen Weg sind. da ist es unerwartet positiv, damit es am nächsten tag unerwartet schlechter ist. den Scheiß werden wir bis nach der Wahl hören. dem kann man ebenso Glauben schenken wie den ständig guten Umfragewerten, gell?

  • Warum sollte sich etwas bessern? Nur weil das Schuldenmachen jetzt nicht mehr direkt über die Staaten sondern über Brüssel läuft? Das ist doch nur Schminke. Das ganze System ist marode!

  • Solange es Papier gibt, wird die EZB Geld drucken. Die Amis sind das leuchtende Vorbild und brauchen diese Nachahmer. Europa muß folgen, ansonsten steigt der Druck aus USA.
    Unsere "Freunde" brauchen uns! Ohne Schulden in Europa gingen die USA kaputt oder müßten einen weiteren Krieg führen.

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