Europa: Al Gore: Europa steht vor historischem Verlust an Macht

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Al Gore spricht über Versäumnisse bei der Bildung der Euro-Zone und warum sie jetzt zur Gefahr für Europas Einfluss in der Welt werden

von Tim Rahmann

Europa steht nach Einschätzung des früheren US-Vizepräsidenten und Friedensnobelpreisträgers Al Gore vor einem historischen Verlust an Macht.

Europa habe in der Ukraine-Krise Russland nur wenig entgegenzusetzen, sagte Gore in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. „Europa steht in meinen Augen an der Schwelle zu einem historischen Verlust an Macht, Einfluss und Perspektiven“, so Gore. „Ausgangspunkt war die Schaffung der Euro-Zone, bei der es die Politik verpasst hat, die notwendige finanzpolitische Integration herbeizuführen. Aus diesem Versäumnis heraus entwickelte sich eine schwere politische und wirtschaftliche Krise, die bis heute nicht gelöst ist. Es ist für mich daher keine Überraschung, dass Europa den Russen wenig entgegenzusetzen hat.

„Russland testet seine Grenzen aus und spürt wenig Gegenwind“, sagte Gore. „Das Land sucht seine Rolle in einer Welt, in der die machtpolitischen Verhältnisse in Bewegung sind.“
Allerdings stehe auch Russland selbst wegen seiner wirtschaftlichen Verflechtungen unter Druck. „Die Wirtschaft schwächelt, die Börsen sind abgestürzt. Russlands Präsident Putin spielt ein gefährliches Spiel. Das müssen wir ihm klarmachen – und ihn auffordern, mäßigend auf die Separatisten einzuwirken.“

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Al Gore fordert Einführung einer CO2-Steuer

Der Friedensnobelpreisträger und Umweltaktivist Al Gore kritisiert, dass trotz einiger Anstrengungen die globalen Treibhausgas-Emissionen weiter rasant steigen. „Wir müssen den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Welt beschleunigen“, appelliert Gore im Interview. Der ehemalige US-Vizepräsident plädiert für die Einführung einer CO2-Steuer, „die den für die globale Erderwärmung verantwortlichen Treibhausgas-Emissionen einen angemessenen Marktpreis zuweist“.

Gleichzeitig sollten niedrige Grenzwerte für Emissionen festgelegt werden. Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel strenge Grenzwerte beim CO2-Ausstoß für Neuwagen in Brüssel blockiere, könne er verstehen, „da sie unter enormen Druck der Wirtschaft“ stehe. Deutschland sei in vielen Punkten beim Klimaschutz Vorreiter. „Aber im Verkehr müssen wir umweltfreundlicher werden. Da müssen wir mehr tun, in den USA und auch in Deutschland.“

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