Europa-Skepsis: So unzufrieden sind die Europäer mit der EU

Europa-Skepsis: So unzufrieden sind die Europäer mit der EU

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EU-Pessimismus: Ob in den Niederlanden oder Großbritannien - die EU-Skepsis wächst.

von Marc Etzold

Das Krisenmanagement der Europäischen Union funktioniert schlecht. Das glaubt ein Großteil der Europäer aus zehn EU-Staaten und lehnt auch die Wirtschaftspolitik ab. Den Zerfall der Union wünschen aber nur sehr wenige.

Die Europäische Union hat in der Flüchtlingskrise versagt – und ihre Wirtschaftspolitik ist schlecht. Das meint ein Großteil der Europäer laut einer Befragung der US-Denkfabrik „Pew Research Center“, deren Ergebnisse am Dienstag veröffentlicht wurden.

Die Folge: Auf dem ganzen Kontinent erlebt die EU-Skepsis einen Aufschwung. Am schlechtesten kommt der Staatenbund in Griechenland weg. 71 Prozent der Griechen sehen das Gemeinschaftsprojekt kritisch, hier hallt offenbar die Rettungs- und Sparpolitik nach, die Brüssel angelastet wird.

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Auch in Frankreich (61 Prozent) und Spanien (49 Prozent) überwiegt die EU-Skepsis. In Großbritannien, wo in zwei Wochen darüber abgestimmt wird, ob das Land in der EU bleiben soll, sind die EU-Skeptiker (48 Prozent) gegenüber den EU-Befürwortern (44 Prozent) leicht im Vorteil. In Deutschland ist der Grad der Ablehnung mit 48 Prozent ebenfalls hoch. Eine Mehrheit von 50 Prozent ist aber weiterhin mit Brüssel zufrieden.

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Die Ergebnisse der osteuropäischen Länder dürften insbesondere für die heimischen Regierungen aufschlussreich sein. In Polen sind 72 Prozent der Bürger der EU gegenüber positiv eingestellt, in Ungarn 61 Prozent. Zwischen den Regierungen der beiden Länder kommt es im Austausch mit Brüssel seit Monaten, im Fall Ungarns gar seit Jahren, immer wieder zu Konflikten. Diese führen aber wohl nicht dazu, dass die Bürger die EU insgesamt ablehnen.

Das PEW Research Center hatte für die Studie im Frühjahr dieses Jahres über 10.000 Menschen in zehn Nationen befragt – in Polen, Ungarn, Italien, Schweden, den Niederlanden, Deutschland, Großbritannien, Spanien, im Vereinigten Königreich, Frankreich und in Griechenland. Diese Auswahl steht für mehr als 80 Prozent der Bevölkerungen der 28 EU-Mitgliedsländer sowie 82 Prozent der EU-Wirtschaftsleistung. Drei Punkte sind dabei besonders auffällig.

1. Unmut über gescheiterte Flüchtlingspolitik in der EU

Als sich die Flüchtlingskrise im vergangenen Herbst zuspitzte, zeigte sich die EU zerstritten und handlungsunfähig. Die Mitgliedsstaaten konnten sich weder auf eine europaweite Verteilung der Flüchtlinge einigen, noch auf eine gemeinsame Abschottungspolitik.

In Griechenland ist der Unmut über die gescheiterte gemeinsame Flüchtlingspolitik mit 94 Prozent am größten. Hier haben viele Flüchtlinge zum ersten Mal EU-Boden betreten, hier ist für viele Endstation, seitdem die Balkanroute dicht ist und das Türkei-Abkommen in Kraft gesetzt wurde. Auch die Schweden (88 Prozent) sind unglücklich, gefolgt von Italien (77 Prozent), Spanien (75 Prozent) und Ungarn (72 Prozent). Die Niederlande (63 Prozent) und Deutschland (67 Prozent) sind im Vergleich zum Rest zwar am wenigsten kritisch, doch auch hier überwiegt der Missmut. Nur knapp ein Drittel der Niederländer finden die europäische Flüchtlingspolitik gut, in Deutschland ist es ein Viertel.

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