Europäische Union: Prüfung von Minderheitsbeteiligungen treibt die Kosten nach oben

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Der EU-Kommissar für Wettbewerb, Joaquin Almunia, will Minderheitsbeteiligungen auch in Brüssel prüfen lassen

von Silke Wettach

Die Pläne von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia, künftig auch Minderheitsbeteiligungen in Brüssel prüfen zu lassen, werden die Kosten für Unternehmen erheblich in die Höhe treiben.

„Aus Sicht von Unternehmen droht Mehraufwand“, sagt Anwalt Kai Neuhaus von der Kanzlei CMS Hasche Sigle der WirtschaftsWoche. Bei der bestehenden Kontrolle von Übernahmen und Fusionen müssen Unternehmen bisher alleine für die Anwaltskosten sechs- bis siebenstellige Beträge einplanen. Weil die EU-Kommission umfassende Daten abfragt, kommt für die Unternehmen zudem ein erheblicher Arbeitsaufwand hinzu.

Almunia will seine Vorschläge noch vor Ablauf seiner Amtszeit im nächsten Jahr vorlegen. Der Kommissar will künftig verhindern, dass Minderheitsbeteiligungen den Wettbewerb verzerren. Auch Unternehmen, die eine Minderheit der Aktien halten, können erheblichen Einfluss auf die Geschäftspolitik nehmen und sich dadurch strategische Vorteile verschaffen. Beispielsweise hat sich BMW bei SGL Carbon eingekauft, einem wichtigen Lieferanten von Carbon-faserverstärktem Kunststoff. Voraussichtlich werden sich Unternehmen mit einem Umsatz ab 2,5 Milliarden Euro der Brüsseler Wettbewerbskontrolle auch bei Minderheitsbeteiligungen unterziehen müssen.

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