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Kommentar Europäische Zentralbank: Kein Inflationsausgleich für EZB-Pensionen

von Konrad Handschuch

Die Akteure in der Europäischen Zentralbank glauben ganz offenkundig selbst nicht mehr daran, ihren Stabilitätsauftrag erfüllen zu können.

SOS-Zeichen an einer Notrufsäule vor dem Euro-Zeichen vor der EZB Quelle: dpa
Die Mitarbeiter der EZB fürchten um ihre Pensionen, sie fordern einen besseren Inflationsschutz.Quelle: dpa

EZB-Präsident Mario Draghi und seine Mitstreiter in der Europäischen Zentralbank (EZB) werden nicht müde, es immer wieder zu behaupten: ihre vorrangige und einzige Aufgabe bestehe darin, die Stabilität der gemeinsamen Währung zu sichern. Und stabil ist der Euro nach EZB-Maßstab dann, wenn die Preissteigerung binnen Jahresfrist die Rate von zwei Prozent nicht übersteigt. Das aber ist nun schon seit 16 Monaten der Fall. Im März stiegen die Preise um 2,6 Prozent.

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Doch statt ihrem Auftrag gerecht zu werden, die Zügel der Geldpolitik anzuziehen und die Inflation mit höheren Zinsen zu bekämpfen, macht die EZB eher das Gegenteil: sie flutet die Märkte wiederholt mit Liquidität im Umfang von rund einer Billion Euro und belässt den Zinssatz bei einem mageren Prozent. Das findet nun sogar Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble – der als Mega-Schuldner von dieser laxen Geldpolitik trefflich profitiert – für zu niedrig und gefährlich.

Eigene Existenz sichern

Warum die EZB so handelt, ist auch kein Geheimnis: sie setzt seit Ausbruch der Europäischen Schuldenkrise alles daran, den Grund ihrer Existenz zu sichern – den Euro. Dafür rettet sie die Banken mit immer neuen Gelspritzen, dafür hält sie den Euro-Schuldenländern mithilfe von Anleiheaufkäufen die Renditen tief und mildert so den Reformdruck ab, dafür nimmt sie das anhaltende Verfehlen ihres Inflationsziels in Kauf.

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Und nun auch noch das: die beamteten Stabilitätswächter aus Frankreich gehen ganz offensichtlich davon aus, dass dies alles nur der Anfang ist und die EZB auf Jahrzehnte hinaus ihren Stabilitätsauftrag nicht mehr zu erfüllen bereit ist. Anders ist die Sorge, die Inflation könnte in Zukunft ihre ohnehin nicht gerade kärglichen Pensionen auffressen, nicht zu verstehen. Der Forderung nach einem regelmäßigen Inflationsausgleich nachzukommen, wäre aber nun wirklich völlig verkehrt. Gerade wenn sich die EZB-Mitarbeiter so sehr um ihre eigene Zukunft sorgen, wäre es besser, in Zukunft auf jeglichen Inflationsausgleich zu verzichten. Dann nämlich hätten die Frankfurter Währungshüter tatsächlich ein Interesse daran, sich an das Primat der Geldpolitik zu erinnern und die Inflation im Zaum zu halten. Bundesfinanzminister Schäuble müsste dann vielleicht etwas mehr an Zinsen zahlen, doch die Sparer und vor allem die Hunderte Millionen andere Rentner, die ihre Altersbezüge nicht von der EZB erhalten, würde es ihnen danken.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.04.2012, 08:34 UhrAstrologinPalmer

    Das ist ein typischer Fall von Insiderwissen.
    Die Angestellten der Bad Bank EZB sehen das Ende des Euro und damit der EZB kommen, und machen sich folgerichtig Sorgen um ihre Pensionen.
    Wir als "Bürgen" sollten uns dagegen Sorgen um unsere Enteignung machen.

  • 16.04.2012, 16:19 UhrOeconomicus

    Die ehrenwerte Gesellschaft jongliert fröhlich mit Nitroglycerin ... jetzt scheinen die ersten den Beipackzettel zu lesen

  • 16.04.2012, 13:39 UhrDr.NorbertLeineweber

    Eine dringende Lohnkürzung um die doppelte Inflationsrate ist dringend erforderlich !
    Die Beschäftigten der EZB sind, wie jeder weiß, systemrelevant. Nun in anderen systemrelevanten Banken (HRE, WestLB usw.) werden die Beschäftigten wenigstens entlassen, wenn die Bank Mist gebaut hat. Daher ist die Herabsetzung um das doppelte der jährlichen Inflationsrate nur gerecht. Wie beim ESM sollten alle Mitarbeiter mit besonderen Rechten ausgestattet werden: Sie sind unantastbar und vor Strafverfolgung geschützt. Und man müsste die Zahl der deutschen Beschäftigen erhöhen. Auf diesem Wege ist es möglich die desaströse Politik der EZB zu kanalisieren. Die sich die systemrelevanten Chefs nicht mehr an ihren Arbeitsplatz trauen können. Sie müssten jeden Tag damit rechnen gelyncht zu werden. Das sorgt im Vorgriff dafür, dass die Chefs der EZB, allen voran Draghi und Asmussen, keinen Scheiß mehr bauen dürfen. Drei mal darf man raten, wie schnell die EZB damit aufhört zu Lasten von Deutschland Target 2-Salden zu generieren, sowie die Haushaltsdefizite und Butgetdefizite der Schuldensünder zu finanzieren. Aus die Maus mit verfehlter Geldpolitik gegen Null Sicherheiten.

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