Europawahl: Mehr als eine Routine-Party ist für die CDU nicht drin

Europawahl: Mehr als eine Routine-Party ist für die CDU nicht drin

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Die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag von der SPD, Thomas Oppermann (l), und von CDU/CSU, Volker Kauder, stehen im ARD-Wahlstudio in Berlin zusammen.

von Cordula Tutt

Die Union erreicht ihr schlechtestes Wahlergebnis seit der ersten Europawahl 1979. Doch CDU-Vertreter in Berlin betonen lieber, dass das Bündnis mit der CSU zum achten Mal seit den ersten Europawahlen stärkste Kraft in Deutschland ist und andere viel schlechter abschneiden.

Als es 18 Uhr ist im Konrad-Adenauer-Haus, der Parteizentrale der CDU in Berlin, geschieht erst mal – nichts. Über einen großen Bildschirm flackern die ersten Prognosen, wie die Deutschen sich die Zusammensetzung des Europäischen Parlamentes wünschen. Bald ist klar, die Union landet irgendwo bei rund 36 Prozent. Das letzte Mal vor fünf Jahren waren es noch 37,9 Prozent. Doch die CSU hat es vergeigt und den Stimmenanteil der beiden Schwesterparteien schrumpfen lassen.

Doch keine Freude, auch kein Ächzen, kein lauter Kommentar. Das Jubelvolk jüngerer Mitglieder, das Parteien zu solchen Anlässen zu versammeln pflegen, ist auch nicht so zahlreich vertreten, dass man sich Gassen durchs Publikum bahnen müsste.

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Hier und da lassen sich Halb-Prominente sichten: der Europa-Parlamentarier Elmar Brok, Vizeparteichef Thomas Strobl oder der Parlamentarische Geschäftsführer im Bundestag, Michael Grosse-Brömer. Der sagt ungefragt, dass die Union immerhin zum achten Mal in Folge seit dem Start der Europawahl stärkste Kraft in Deutschland geworden sei. Nun ja, die Europawahl sei halt für die Wähler nicht so spannend wie die zum Bundestag. Aber: „Das Ergebnis zeigt, dass die große Mehrheit in Deutschland steht hinter Europa.“ Und sogar für die eigene große Koalition aus Union und SPD mag er ein Lob aus dem Ergebnis lesen: „Die Arbeit der großen Koalition wird positiv gewertet und die der Kanzlerin absolut positiv.“

Europawahl Union und SPD müssen sich Sorgen machen

Außer der AfD sollte sich keine Partei über das Ergebnis freuen – die SPD nicht, und schon gar nicht die Union, auch wenn sie mit Abstand die meisten Stimmen holte.

Quelle: dpa

Zum ersten Mal wird es still im Saal, als um 18.07 Uhr das Gesicht von AfD-Chef Bernd Lucke eingeblendet wird. Er spricht angesichts der 6,5 Prozent für seine rechtskonservative Partei davon, dass „der Frühling in Deutschland“ angebrochen sei. Das kommt hier nicht so gut an, die Alternative für Deutschland war das große Phantom im Wahlkampf der CDU, das am liebsten totgeschwiegen wurde. Nochmal Michael Grosse-Brömer: „Jede Veranstaltung, die ich im Wahlkampf bestritten habe, war im Grunde eine für Europa und damit gegen die AfD.“ Die Neupartei falle eher in der Reihe derer auf, die „ohne bessere Konzepte alles schlecht reden“.

Richtiges Geraune schwillt an im Konrad-Adenauer-Haus, als AfD-Chef-Lucke von seiner Gruppe als der „neuen Volkspartei“ spricht. Das geht den CDU-Fans hier doch zu weit. Manche spekulieren hier bereits, ob die Alternative nicht eher der FDP die Stimmen weggenommen habe. Zusammen kommen FDP und AfD nämlich nur knapp auf das Ergebnis, das die Freidemokraten vor fünf Jahren noch mit elf Prozent zweistellig selbst eingefahren hatten. Dieses Mal werden es nur rund drei Prozent sein.

Viertel nach sechs tauchen der deutsche Spitzenkandidat der CDU, der frühere niedersächsische Ministerpräsident David McAllister, und CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der Wahlkampfmanager, auf. Statt auf die Bühne zu eilen und ihre Sicht auf das Ergebnis zu präsentieren, drängen sie erst einmal an die beiden Ränder der Veranstaltung und spulen Live-Interviews mit dem Fernsehen ab. Auch hier läuft alles geschäftsmäßig, wird nirgends gejubelt.

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