Euroraum: Arbeitslosigkeit und Inflation sinken

Euroraum: Arbeitslosigkeit und Inflation sinken

Die EU-Programme zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit tragen Früchte. Erstmals seit Monaten sinken die Zahlen. Auch die Inflation im Euroraum geht wegen der Energiepreise zurück.

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Nicht nur die Inflation, auch die Jugendarbeitslosigkeit in den Euro-Ländern sinkt überraschend weiter.

Die Inflation in den Euro-Ländern ist zu Jahresbeginn erneut gesunken. Die jährliche Teuerungsrate lag im Januar bei 0,7 Prozent. Das entsprach einem Rückgang von 0,1 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat, wie das EU-Statistikamt Eurostat meldete. Das Minus kam überraschend, Analysten hatte einen Anstieg der Inflation erwartet. Grund für den Rückgang sind vor allem sinkende Energiepreise. Mit den neuen Zahlen entfernt sich die Inflationsrate wieder vom Zielwert der Europäischen Zentralbank von knapp 2,0 Prozent. Dies erhöht den Druck auf die Währungshüter, ihre Geldpolitik noch weiter zu lockern.

Gute Nachrichten gibt es bezüglich der Arbeitslosenzahlen im Euroraum: Die Jugendarbeitslosigkeit in den Euro-Ländern ist zum Jahreswechsel erstmals seit Monaten wieder gesunken. Im Dezember 2013 fiel sie von 24 auf 23,8 Prozent - das war der erste Rückgang seit Mai letzten Jahres. Insgesamt waren 3,5 Millionen junge Leute zwischen 15 und 24 Jahren ohne Job, 23.000 weniger als im November. Die Jugendarbeitslosigkeit gilt als größtes Problem an Europas Arbeitsmarkt. Im vergangenen Sommer hatte der EU-Gipfel daher ein Milliarden-Aktionspaket beschlossen.

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Wie es um die Jugend steht

  • Arbeitslos

    5,6 Millionen Europäer zwischen 15 und 24 Jahren sind momentan arbeitslos.

  • Lehre begonnen

    551.000 Azubis haben im letzten Jahr in Deutschland ihre Lehre angetreten.

  • Investitionen

    27 Milliarden Euro investiert die deutsche Wirtschaft jährlich in Ausbildung.

Die Arbeitslosenquote in der EU lag im Dezember bei 10,7 Prozent, dies war ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte. Die Jugendarbeitslosigkeit fiel im Dezember in allen 28 EU-Ländern von 23,4 auf 23,2 Prozent.

EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn sprach von einem Wendepunkt: „Es gibt zunehmend Hinweise, dass die Arbeitslosigkeit ihren Höhepunkt erreicht hat.“ Dennoch müssten die Staaten Reformen umsetzen und mehr sparen.

Jugendliche sind überproportional stark von Arbeitslosigkeit betroffen - vor allem in den südeuropäischen Krisenländern. So ist in Griechenland (59,2 Prozent im Oktober 2013) und Spanien (54,3 Prozent) mehr als jeder zweite junge Erwachsene ohne Job. Zum Vergleich: Deutschland weist mit einer Quote von 7,4 Prozent den niedrigsten Wert auf. Die unverhältnismäßig hohen Zahlen haben zumindest teilweise auch statistische Gründe: Die Statistiker klammern bei ihren Berechnungen junge Männer und Frauen in Studium oder Ausbildung aus. Dies verkleinert die Bezugsgruppe der Unter-25-Jährigen. Damit fällt jeder einzelne Arbeitslose noch stärker ins Gewicht.

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Auf dem gesamten Arbeitsmarkt im Euro-Raum gab es kaum Änderungen. Von den Menschen im erwerbsfähigen Alter insgesamt hatten im Dezember etwas mehr als 19 Millionen keinen Job - das entsprach einer Quote von 12,0 Prozent. Diese Rate blieb seit Oktober stabil, wie sich aus den revidierten Zahlen der Statistiker ergibt. Zuvor hatte die Quote monatelang auf dem Rekordwert von 12,1 Prozent gelegen.

Im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit hatte der EU-Gipfel im Sommer vergangenen Jahres eine „Jugendgarantie“ beschlossen. Dabei Innerhalb von vier Monaten sollen junge Männer und Frauen entweder eine Arbeit, einen Praktikums- oder Weiterbildungsplatz haben. Für Fortbildungen oder Hilfe bei der Vermittlung stellt die EU bis zum Jahr 2020 sechs Milliarden Euro bereit.

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