Euro Spezial 2012

Die WirtschaftsWoche und der Bayerische Rundfunk beantworten gemeinsam die 20 drängendsten Fragen zum Euro und Europa.

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ESM: Wie reagieren Spanien und Italien?

ESM: Schlagen Spanien und Italien nun beim ESM zu?

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Wie reagieren Spanien und Italien?

Griechenland: Die Lohnstückkosten sinken

Stillstand in Griechenland? Nicht ganz. Bei der Sanierung der Staatsfinanzen hat Athen durchaus Erfolge vorzuweisen: Um sechs Prozentpunkte vom Bruttoinlandsprodukt wurde das Haushaltssaldo in nur zwei Jahren verbessert. Eine solche Konsolidierungsleistung hat kein anderes Euro-Land geschafft. Und im ersten Halbjahr liegt Griechenland beim Defizitabbau sogar vor dem Plan. Auch dem Ziel, seine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, kommt das Land näher: Die Lohnstückkosten sind seit 2009 rückläufig. Aber bei den Strukturreformen, die für eine international konkurrenzfähige Wirtschaft zumindest ebenso bedeutend sind, bleibt noch viel zu tun.

Schlagen Spanien und Italien nun zu?

Nein – jedenfalls nicht in den nächsten Tagen. Italien hat noch Zugang zu den privaten Finanzmärkten, wenn auch zu hohen Preisen. Die Monti-Regierung in Rom hofft, dass die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, die gemeinsame Währung zu verteidigen und im Zweifelsfall auch schwachen Euro-Staaten zur Hilfe zu eilen, die Renditen in den nächsten Wochen weiter drückt und sich Italiens Situation so im Alleingang entspannt.

Auch in Spanien gibt es keinen Zeitdruck, sich schnell Hilfen aus dem ESM zu sichern. In der vergangenen Woche hat das Land Bonds über vier Milliarden Euro ausgegeben. Madrid allerdings wagte sich erneut nur an kurze Laufzeiten von zwei, drei und fünf Jahren. Die Renditen lagen zwischen 3,2 und 4,8 Prozent. Spanien hat damit bereits 88 Prozent des diesjährigen Refinanzierungsbedarfs von 86 Milliarden Euro am Anleihemarkt eingesammelt.

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Dennoch steckt die spanische Regierung in Schwierigkeiten. Immer mehr Autonomen Kommunen droht die Pleite, die Wirtschaft kommt nicht in Gang, Steuereinnahmen bleiben aus. Für den maroden Bankensektor hat Madrid bereits Hilfe von den Euro-Partnern in Anspruch genommen. Gelöst sind die spanischen Probleme damit nicht. Vieles deutet darauf hin, dass Spanien in den kommenden Wochen unter den ESM flüchtet. Noch versucht das Land, diesen Schritt zu verhindern. Ministerpräsident Mariano Rajoy spielt auf Zeit. Er hofft noch auf eine "sanfte Rettung" durch die EZB. Das heißt, Spanien bekäme keine feste Kreditsumme sondern nur die Zusage, dass die EZB als eine Art Feuerwehr mit Anleihekäufen auf dem Markt eingreifen würde, sobald die Finanzierungskosten zu sehr steigen. Der Vorteil: Anders als bei direkten Hilfskrediten, müsste Spanien kein Reformprogramm mit den Kreditgebern aushandeln. Auf regelmäßige Besuche der "Troika" hat in Spanien niemand Lust.

Eine Entscheidung dürfte erst nach den Regionalwahlen am 21. Oktober im Baskenland und in Galicien fallen. Das ist die Heimat von Ministerpräsident Rajoy, seine konservative Partei, der "Partido Popular", muss um ihre Regierungsmehrheit fürchten. Das gilt er recht, sollte Spanien zuvor unter den Rettungsschirm flüchten. Denn viele Bürger würden das als Versagen der Rajoy-Regierung interpretieren.

Was hält die Bundesregierung von Finanzhilfen für Spanien?

Finanzminister Wolfgang Schäuble hat in den vergangenen Wochen mehrfach erklärt, dass Spanien auf dem richtigen Weg sei. Die Iberer bräuchten derzeit keine weiteren Hilfsmilliarden, so der CDU-Politiker. In Frankreich und innerhalb der EU-Kommission sieht man das anders. Hier wird die zögerliche Haltung der spanischen Regierung zum Teil stark kritisiert. Gleiches gilt für die Schützenhilfe aus Deutschland.

Die Bundesregierung wird in ihrer Spanien-Begeisterung von eigenen Interessen getrieben. Schließlich müsste über einen Hilfsantrag Spaniens auch der Bundestag entscheiden, genauso wie über weitere Milliardenkredite für Griechenland oder Zypern. Sollte die Regierungskoalition bei einer neuerlichen Euro-Abstimmung erneut keine Kanzlermehrheit erreichen, wäre das ein gefundenes Fressen für die auf Wahlkampfmodus laufende Opposition. Schäuble und Merkel spielen daher wie Spaniens Ministerpräsident Rajoy auf Zeit.

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11 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.10.2012, 19:56 Uhrr-tiroch@t-online.de

    Spanien und Otalien pokert weiter weil sie ohne Auflagen Geld wollen. abgesehen davon dass der ESM nun loslegen kann, Rompuy tut es auch, denn er will an das Sparvermögen der deutsche, sagte er.

  • 08.10.2012, 18:10 UhrRoger13

    Da hast du natürlich recht chlodwig.Den offiziellen Zahlen traut sowieso keiner mehr.Unser aller Problem ist die Meinungsführerschaft der grün/roten Medien(80%).Diese Medienübermacht treibt Merkel in der Eurorettungspolitik vor sich her.Schau dir nur die einseitige pro Obama hier erscheinende Berichterstattung.von Meinungsvielfalt nicht die Spur.Wenn wir eurokritischen Deutschen nur die Hälfte der Medien hinter uns hääten,wäre diese Währung bereits Geschichte.Also nicht die Politiker oder Bänker sind unser Hauptproblem.

  • 08.10.2012, 15:56 Uhrmathias

    Die Nachbesserung beschränkte sich auf die Unterschrift des BP.
    Und das hat er gemacht.

    Ich schrieb hier, das BVfG kann nur gegen die Ausplünderung Deutschlands
    urteilen, wenn der Bürger ganz Deutschland auf die Strasse geht

    Erst dann besteht die Gefahr eines Volksaufstandes
    ESM würde dann gegen die Sicherheit im Lande verstoßen.

    "Michel" schlaf weiter, und vertraue RTL bis der nächste Adolf kommt.

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