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EU-Gipfel: Die Südländer bleiben bei ihrer Interpretation

EU-Gipfel: Pyrrhussieg für Angela Merkel beim EU-Gipfel

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Die Südländer bleiben bei ihrer Interpretation

Mario Draghi ist seit 1. November Präsident der EZB. Zuvor war er Gouverneur der Banca d'Italia (2006-2011) und Vizepräsident von Goldman Sachs in London (2004-2005).

Bild: rtr

Konkret geht es um die Arbeitsweise des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM, der am 8. Oktober in Kraft trat. Die von hohen Zinsen geplagten Südstaaten glaubten und glauben, dass die Gipfelvereinbarung vom Juni die Möglichkeit einschließt, notleidende Banken direkt durch den Mega-Fonds zu rekapitalisieren. Zeitnah – und gar rückwirkend. Deutschland – im Verbund mit anderen wirtschaftlich stabilen Ländern wie Finnland, Österreich und den Niederlanden – lehnt dies ab. Merkel verpasste auf dem Gipfel in der Nacht eine Klarstellung.

Dabei kündigte Merkel vorab noch an, die Bankenunion zunächst sauber verhandeln zu wollen - ehe erneut Missverständnisse auftauchen. Die Bundeskanzlerin wolle sicherstellen, dass die europäische Bankenaufsicht schlagkräftig und gut ausgestattet sein wird. "Wir brauchen einheitliche Standards und müssen diese auch durchsetzen. Es kann nicht sein, dass ein Staat bei den engen Verflechtungen in der Euro-Zone selbst entscheidet, wie lasch er mit seinen Banken umgeht“, sagt auch Martin Faust, Professor für Bankbetriebslehre an der Frankfurt School of Finance and Management, im Gespräch mit WirtschaftsWoche Online. „Wir brauchen einheitliche Regeln und eine Institution, die Macht hat, diese umzusetzen.“

Die 10 Gebote für die Euro-Zone

Doch auch hier verlor sich der Gipfel im Unkonkreten. Damit bliebt strittig, wie die geldpolitische Unabhängigkeit der Notenbank von der politischen und demokratisch kontrollierten Arbeit der Aufsichtsbehörde zuverlässig abgeschirmt werden kann. Unklar ist auch, wie die Kontrolle auf die zehn EU-Staaten erstreckt werden kann, die keinen Euro haben; oder wie Banken behandelt werden, die Geschäfte innerhalb und außerhalb der Währungsgemeinschaft abwickeln.

Klar ist derzeit nur: Spanien, Italien und Frankreich werden bei ihrer Interpretation bleiben. Sie beharren auf ihrer Sichtweise, die schwammige Abschlusserklärung sehe vor, Banken nachträglich zu rekapitalisieren. Wohl gemerkt: Die Euro-Retter haben in ihren Rettungspaketen schon viel für die Bankenhilfe ausgegeben. Die maroden griechischen Banken wurden im zweiten Hilfspaket mit 48 Milliarden Euro bedacht. Spaniens Institute werden mit bis zu 100 Milliarden Euro gestützt.

WirtschaftsWoche Online Euro Spezial

Zwar behauptet Madrid, seine Banken bräuchten „nur“ rund 60 Milliarden Euro. Doch die Summe könnte schon bald explodieren. Schließlich haben die Banken leichtfertig Immobilienkredite ausgegeben und so eine riesige Blase geschaffen. Allein die ausstehenden Hauskredite haben ein Volumen von 1000 Milliarden Euro. Verständlich, dass Spanien noch vor dem großen Crash an die Rettungstöpfe des ESM will.

Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, forderte Merkel vor dem Gipfel im Bundestag auf, den Bürgern endlich reinen Wein einzuschenken. "Sagen sie endlich, dass Deutschland mehr zahlen wird", polterte er. Seine Worte verhallten.

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17 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.10.2012, 10:07 UhrSteigenberger

    Was treibt die Angela denn da mal wieder !
    Statt sich mit den solide wirtschaftenden "Zahlerländern" (Finnland,Niederlande,Osterreich, Slowakei,Estland) gegen die "Aus-
    plünderung" durch die südeuropäischen Pigsländer zu wehren trixt Merkel
    nur etwas Zeit heraus um die Wahlen 2013 zu gewinnen!
    Inhaltlich hat sie keine Korrekturen erreicht, denn am Ende der Bank-
    enunion steht die 1000 Milliarden schwere "Hilfszahlung" für Pigs-Länder
    Banken, die "Vernindlichkeiten von 9 Billionen Eu. haben.
    Man kann jetzt schon Wetten aufstellen wie in Hinterzimmern in Brüssel
    u. EZB die "Hilfsmiliarden" verschenkt werden anstatt die unwirtschaft-
    lichen Zockerbuden zu schließen, wir werden Verluste wie bei den un-
    fähigen deutschen Landesbanken ausgleichen müssen nur mit dem Faktor 20+
    Armes Deutschland, arme nachfolgenden Generationen, als "Dukatenesel"
    gebraucht aber nicht geschätzt in den dolce-vita Ländern.
    So Frau Merkel kann man aus blühenden Landschaften hier ein "Armen-
    haus" zaubern !! - Zum Wohle des Wirtschaftsraums Europa, zum Wohle der
    Hauptprofiteure = Grossbanken u. Grossexportindustrie, aber zu Lasten
    der Arbeitnehmer, Rentner, Bürger u. Steuerzahler !!

  • 19.10.2012, 20:49 Uhrandiewandgefahren

    Die FDJ´lerin hat in Stasimanier die CDU gesäubert und ruiniert mit dieser übrig gebliebenen Kaderpartei Deutschland, d.h.: sie wird Deutschland in der EU auflösen. Finanziell ruiniert hat sie dieses Land schon!

  • 19.10.2012, 19:50 UhrWegweiser

    Versuchen Sie es bitte einmal mit einem seriösen BWL- und VWL-Buch.

    Es geht um ökonomische Ungleichgewichte, verschiedene Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeiten, bankrotte Banken mit hohem Abschreibungsbedarf, um die Ausrichtung der Geld- und Währungspolitik, Haftungsübernahmevergemeinschaftlichungen, Monetarisierung von Fremdschulden und Fremdrisiken. Ein kleiner Blick auf die nationalen Leistungsbilanzsalden seit der Euroeinführung zeigt das gesamte Ausmaß der Ungleichgewichte. Die Target 2 Salden sind riesig, ELA ohne Kontrolle und Berichtspflicht, EFSF und ESM. Bankenunion mit einer gemeinsamen Haftungseinlagensicherung, der deutsche Sparer und Anleger steht im Ernstfall n...t dar.

    Diese Währungszonenunion ist nicht existenz- und überlebensfähig.

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