Euro Spezial 2012

Die WirtschaftsWoche und der Bayerische Rundfunk beantworten gemeinsam die 20 drängendsten Fragen zum Euro und Europa.

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Euro-Spezial: Treibt Europa Deutschland in die Rezession?

von Anne Kunz

Ohne die Euro-Krise würde die deutsche Wirtschaft boomen. Doch die Probleme der anderen europäischen Länder könnten Deutschland in den Abgrund stürzen. Die Regierung senkte heute ihre Konjunkturprognose.

Die Daten sprechen eine eindeutige Sprache: Der deutschen Wirtschaft steht eine Durststrecke bevor. Seit Frühjahr diesen Jahres haben sich die Geschäftsaussichten der Unternehmen deutlich eingetrübt. Der ifo-Index, das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft, ist im Oktober den fünften Monat in Folge gefallen und erreichte mit 101,4 Punkten den niedrigsten Stand seit Februar 2010. Die schlechten Aussichten zeigen sich auch in der Entwicklung der Auftragseingänge. Diese sanken im August um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Analysten der Commerzbank gehen deshalb davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal schrumpft.

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Eine Studie zeigt jetzt aufs Neue, dass die Angelsachsen mit der „German Angst“ grundsätzlich nicht falsch liegen: Auch 2012 wird in der Bundesrepublik wie eh und je gefürchtet. Anders als die Definition der „German Angst“ jedoch impliziert, sind es dabei aber keineswegs diffuse Ängste, die die Deutschen umtreibt. In der am Donnerstag veröffentlichten R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“ erreichen in diesem Jahr ausschließlich wirtschaftlich-politische Sorgen Spitzenwerte.

Bild: AP

Im nächsten Jahr sieht es kaum besser aus: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute halbierten in ihrem Herbstgutachten ihre Wachstumsprognose für 2013 auf 1,0 Prozent. Wenn Investoren und Unternehmer noch heftiger an der Zukunft des Euro zweifeln, sei auch eine Rezession möglich, so die Institute in ihrem Gutachten. Die deutsche Wertschöpfung könnte um bis zu 0,5 Prozent schrumpfen. Auch die Bundesregierung senkte in ihrem Herbstgutachten die Wachstumsprognose für nächstes Jahr auf 1,0 Prozent. Bislang war sie von 1,6 Prozent ausgegangen.

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Schon jetzt sind die Unternehmen verunsichert. Die Angst vor einem Auseinanderbrechen des Euro macht sie bei Neuanschaffungen wie etwa Maschinen sehr vorsichtig. So fallen die Ausrüstungsinvestitionen seit Ende des vergangenen Jahres. Im zweiten Quartal gaben diese um 3,1  Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum nach. Vor allem die gut laufenden Exporte bewahren die Deutschen bisher vor einem Abschwung. Das liegt in erster Linie an der starken Nachfrage außerhalb des Euroraums. 

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Doch in den nächsten Monaten wird ein raueres weltwirtschaftliches Klima die Ausfuhren bremsen. Wenn dann noch die inländischen Investitionen weiter einbrechen, weil die Euro-Krise sich erneut zuspitzt,  droht der deutschen Wirtschaft eine Rezession. Und das ist sehr wahrscheinlich, denn ein Ende der Krise ist fern. Mit dem neuen Anleihekaufprogramm gibt die EZB den Krisenländern noch mehr Zeit, die notwendigen Reformen auf die lange Bank zu schieben. Doch das notwenige Vertrauen von Investoren und Anlegern wird sie dadurch nicht dauerhaft gewinnen können.

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Dabei ist die Ausgangslage für die deutsche Wirtschaft gut. Erneut sanken die ohnehin schon niedrigen Geldmarktzinsen. Zwar war der Euro zuletzt etwas stärker, doch der reale Außenwert einer fiktiven D-Mark ist immer noch drei Prozent niedriger als im Vorjahr - das erhöht die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure. Die Institute erwarten für 2013 steigende Einkommen, der reale Kaufkraftzuwachs wird bei 1,1 Prozent liegen. Die Arbeitslosenquote soll auf 6,7 Prozent sinken: Wäre die Euro-Krise nicht, würde unsere Wirtschaft kräftig boomen.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.10.2012, 17:21 UhrMargrit

    Der Bericht ist sehr gut.
    Und im Gegensatz zu unseren staatsfeindlichen Politikern, wissen das viele Deutsche schon lange.
    Das Geschrei "Deutschland profitiert am meisten vom Euro" war immer verlogen
    Wir Bürger haben nie profitiert, im Gegenteil, der Euro war und ist bis heute eine 100%ige Preiserhöhung für uns, denn damals bei Einführung wurden nur Etiketten gewechselt, aus DM wurde €, die Preise aber blieben. Ich hatte aber nur noch die Hälfte Geld
    Und der fanatische Wahn am Euro festzuhalten, wird uns mehr und mehr schaden.
    Diese FDJ-Merkel mit ihrem Adlatus Schäuble wird dafür sorgen, dass wir da landen wo die DDR 89 war: im völligen Bankrott

  • 17.10.2012, 12:40 UhrSuper-Angie

    Die Angelika Merkel nennt das oben genannte " Solidarität " Alternativlos

    aber die Deutschen haben ja diese Parteien gewählt.

    Ich würde mich nicht wundern wenn die DM schon als Paralell-Währung bereit liegen würde.Plan B

    Denn so wie es momentan läuft über Target 2 + ELA ; ESM etc. hat sich die Deutsche Regierung völlig verannt.

    Das wird das aus sein für alle Blockparteien vor allem aber der CDU.

  • 17.10.2012, 12:34 UhrSuper-Angie

    Die Bundesbank hat ein Eigenkapital von 30 MRD EURO

    Jeden Monat werden ca. 30 MRD EURO Kredite / Verbindlichkeiten der PIIGS-F mittels Target-2 Salden (uneinbringlich)angeschrieben über den Export von Deutschen Waren.

    Heißt das die Bundesbank schon pleite ist und praktisch jeden Monat neu rekapitalisiert werden muß.

    Das wird so lange weitergehen bis das Sparvermögen der Deutschen in die Südschiene verpfändet wurde und nix mehr da ist bei der Mittelschicht.

    Dann werden alle Politiker sich mit prall gefüllten Koffern in Ihre Asyl-Domiziele verpissen.

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