Währungsunion: Warum die Euro-Krise so gefährlich ist

Währungsunion: Warum die Euro-Krise so gefährlich ist

von Roland Tichy

Einer Reihe von Ländern in Südeuropa droht der Staatsbankrott. Die Euro-Volkswirtschaften laufen Gefahr, abgewürgt zu werden, Steuerzahler und Sparer müssen mit neuen Nachteilen rechnen.

Der österreichische Dramatiker Johann Nepomuk Nestroy hat die Fragen aller Fragen gestellt: "Die Phönizier haben das Geld erfunden. Aber warum so wenig?" Ja, das ist es, woran man zuerst bei Geld denkt – fast immer könnten wir mehr davon gebrauchen. Viel mehr. Aber Geld ist viel, viel mehr als nur zu wenig. Es ist  Recheneinheit, stellen wir uns eine Welt ohne Geld vor.

Schon morgens beim Bäcker gibt es lange Gesichter statt Semmeln, wenn wir, sagen wir: Omas Silberlöffel oder einen gebrauchten Gameboy gegen Gebäck eintauschen wollen. Die Geldwirtschaft ist jeder Tauschwirtschaft überlegen, weil wir in Geld rechnen und abrechnen können, zählen oder bezahlt werden und wissen: Wenn wir das Geld von der Bank aufbewahren lassen, wird es wegen der Zinsen mehr und in einigen Jahren oder Jahrzehnten können wir also davon leben.

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Das Nervensystem der Wirtschaft

Die Bank oder Sparkasse wiederum lässt das Geld nicht im Tresor liegen, sondern leiht es aus: An Unternehmer, die dafür Maschinen kaufen und Arbeitskräfte einstellen damit sie Güter herstellen, die sich gut verkaufen lassen. Geht das gut, kann der Unternehmer das Geld mit Zins und Zinseszins zurückzahlen - der Sparer freut sich. Geld ist damit so etwas wie das Nervensystem der Wirtschaft: wenn es fließt, ermöglicht es erst, dass unsere Wirtschaft funktioniert.

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Deshalb ist die Euro-Krise so ernst. Wird unser Geldsystem gestört, als gibt es Stress im Europäischen Währungssystem, bei der Europäischen Zentralbank oder im Zusammenspiel der Staaten, die letztlich die Geldordnung garantieren, dann ist das Funktionieren der gesamten Wirtschaft in Gefahr.

Die Kapitalflucht verschärft die Probleme

Und Stress gibt es genug. Eine Reihe von Staaten wie Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien haben sich so hoch verschuldet, und gleichzeitig ist ihre Wirtschaft so schwach, dass viele Sparer daran zweifeln, dass diese Länder ihre Schulden noch bedienen können. Deshalb droht  der "Staatsbankrott" - dann können Beamte nicht mehr bezahlt, staatliche Renten nicht mehr finanziert und keinerlei öffentliche Leistungen mehr erbracht werden. Viele Menschen fürchten das und bringen ihr Geld lieber in soliden Ländern in Sicherheit. Diese Kapitalflucht verschärft das Schuldenproblem.

"Der Euro – Ihr Geld" Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Euro

Wie geht es weiter mit dem Euro? Müssen wir für alle haften? Und: Ist mein Geld noch sicher? In unserem Euro-Spezial beantworten wir die brennendsten Fragen zur Gemeinschaftswährung.

Eine 2-Euro-Münze Quelle: dpa

Wegen dieser wachsenden Unsicherheit werden auch die Sparer und Kapitalanleger in Spanien und Italien nervös, weil auch dort die Wirtschaft derzeit schwach ist, und der Staat, seine untergeordneten Regionen und Einrichtungen zu hoch verschuldet sind. Käme es zu einem Staatsbankrott von einem oder gar mehrerer Länder, würden Exporte nicht bezahlt. Deutschland könnte in diese Länder keine Autos und Maschinen mehr verkaufen – kurz, unsere Wirtschaft wäre ihrerseits in Gefahr.

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