Euro Spezial 2012

Die WirtschaftsWoche und der Bayerische Rundfunk beantworten gemeinsam die 20 drängendsten Fragen zum Euro und Europa.

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Währungsunion: Wirtschaft und Wohlstand sind bedroht

Währungsunion: Warum die Euro-Krise so gefährlich ist

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Wirtschaft und Wohlstand sind bedroht

Geuro

Es war eine Idee des früheren Deutsche-Bank-Chefvolkswirts Thomas Mayer: Griechenland führt eine Parallelwährung ein, den Geuro, der neben dem Euro im Land zirkuliert. Unternehmen könnten dann ihre Beschäftigten mit dem Geuro bezahlen, diese sich  dafür Lebensmittel und andere Verbrauchsgüter kaufen. Da sich die neue Parallelwährung gegenüber dem Euro schnell abwerten würde, wären griechische Produkte und Dienstleistungen – hier vor allem der Tourismus – schnell wieder wettbewerbsfähig. Nach außen hin könnte das Land weiter in Euro rechnen. Es blieb eine Idee.

Bild: dapd

Um diesen Staatsbankrott einiger Mitgliedsländer zu vermeiden haften daher neuerdings alle 17 Staaten in der Euro-Zone füreinander. Dafür werden immer neue Hilfsprogramme und neue Währungsbehörden wie der EMS gegründet. Allein Deutschland haftet mittlerweile für rund 1000 Milliarden Euro – eine ungeheure Summe. Befürworter sagen, das muss sein, damit unser Geldsystem weiterhin funktioniert. Kritiker sagen, dass Deutschland seinerseits Bankrott geht, wenn diese Bürgschaften fällig werden.

Tatsächlich ist da  wohl eine Obergrenze erreicht. Deshalb übernimmt jetzt auch die Europäische Zentralbank einen Teil der Schulden der Problemländer, gibt ihnen also eine Art Kredit. Damit müssen diese Länder nicht so sparen, wozu sie sonst gezwungen sind, um das Vertrauen der Anleger wieder zugewinnen.

Politiker werden die Probleme nicht anpacken

Aber auch dazu gibt es eine ernstzunehmende andere Meinung: Die schlechte Lage in Griechenland und anderswo rührt ja auch daher, dass dort die Löhne sehr hoch und die Unternehmen daher nicht mehr wettbewerbsfähig sind; außerdem gibt es zu viele hoch bezahlte Beamte. Löhne zu senken und bei Beamten zu kürzen, ist aber nicht gerade populär für Politiker. Mit dem billigen Geld aus Europa, so die Befürchtungen, werden sie diese Probleme nicht anpacken und die Lage sich weiter verschlimmern. Außerdem zeigt ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte, dass Inflation, also Geldentwertung droht, wenn auf diese Art Staatsschulden finanziert werden.

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Und deshalb ist die Euro-Krise für jeden von uns so wichtig: Ein Staatsbankrott kann unsere Wirtschaft und Wohlstand bedrohen. Um den abzuwenden, haften wir als Bürger und Steuerzahler für die wachsenden Schulden anderer Länder mit sehr hohen Beträgen, die im Falle des Falles auch in Deutschland die Schulden ordernde Steuern dramatisch erhöhen würden.

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Finanziert die Europäische Zentralbank aber die Schulden der Länder, sinkt das Vertrauen in die gemeinsame Währung und es entsteht die Gefahr von Inflation – ein Zustand, der unser Erspartes ausradiert und unseren Wohlstand gefährdet.

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Aus diesen Gründen ist es so wichtig, sich mit allen Fragen und Details rund um die Euro-Krise zu beschäftigen. Der Bayerische Rundfunk und die WirtschaftsWoche werden Sie gemeinsam über alle Aspekte informieren.

11 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.10.2012, 13:15 UhrSuper-Angie

    George Soros hat den richtigen Weg gewiesen. D-Land wird aus dem Euro austreten um die PIIGS-F nicht resetten zu lassen; resettet SP zieht es alle anderen mit in den Abgrund; Siehe Rettungs-Kran im Video " Hans Werner Sinn"; Was momentan zu sehen ist an den Absätzen der Auto-Industrie ist die Halbierung der Kaufkraft seit EURO-Einführung; zudem drückt die Zurückhaltung der Käufer auch die Unsicherheit aus.

    Wohin will Merkel und Ihre hörigen Abgeordneten; Ihre Meinung andert sich im Minuten-Rhytmus.

    Diese Unsicherheit drückt sich nun an den Märkten aus. Absatzprobleme

    Nein der Euro ist nicht mehr zu retten--und wird durch Kapitalflucht ; Banken-run besiegelt werden, wenn die Menschen vollends das Vertrauen in die Merkel Politik verloren haben; dann heißt es nur noch retten was zu retten ist. Der Verursacher Steinbrück wird nichts an dieser Situation ändern können.

  • 02.10.2012, 11:06 UhrWegweiser

    Diese ökonomischen und auch politischen Entwicklungen zur Eurorettung kann man nur noch mit einem Kopfschütteln verfolgen. Diese Währungsunion war und ist nicht funktions- und überlebensfähig. Völlig unterschiedliche Volkwirtschaften mit gigantischen Leistungs- und Wettbewerbsunterschieden wurden in dieses Währungskorsett hingepresst.

    Insbesondere die Berichterstattungen in den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten zu diesen Entwicklungen zeigen überdeutlich, dass man keine ernsthaften und sachlichen gesellschaftspolitischen Diskussionen über diese elementare Thema führen möchte. Die zahlreichen Talkshows und sonstigen Diskussionsrunden sind dafür ein sehr trauriger Beleg.

    Diese Währungszone mit ihren derzeitigen Mitgliedern und Währungsteilnehmern steht vor dem Kollaps, die sich auch nicht mehr mit den zahlreichen Instrumentarien der EZB und den Hilfsfonds verbergen lassen.

    Deshalb sollte noch in diesem Jahr eine Rückführung zu nationalen Währungen durchgeführt werden in einem gesamteuropäischen Wechselkurssystem. Diese Option ist die einzige, noch mögliche. Bis zur Bundestagswahl 2013 dürfte diese Währungsunion keinen Bestand mehr haben. Es geht nur noch um eine geordnete Rückabwicklung dieses europäischen Währungsexperiments. Der bereits eingetretene gesellschaftspolitische und ökonomische Schaden ist gigantisch. In allen Euroländern.

  • 02.10.2012, 09:10 UhrDerOekonom

    "Geld ist zur Erleichterung des Tausches von Schweinen
    gegen Esel erfunden worden – zur Verringerung der bei
    solchem Marktgeschehen anfallenden Transaktionskosten. Das zumindest
    behauptet die Wirtschaftswissenschaft einschließlich all
    ihrer Nobelpreisträger. Nach den Befunden der Geldhistoriker jedoch
    stimmt das nicht. Und gerade die interessanten Köpfe unter
    den Wirtschaftstheoretikern verschließen sich diesem Befund keineswegs.
    Beide Forschergruppen müssen allerdings einräumen,
    daß auch sie nicht verstehen können, wie das Geld entstanden
    ist und was es ist." (Prof. Heinsohn)

    Auch ich wage die Behauptung, dass über 99% der diskutierenden Experten "Geld" gar nicht verstehen.
    Daraus erklärt sich, dass jede Rettungsaktion der letzten Jahre so jämmerlich versagt hat.
    Es erinnert an einen Arzt, der die Vorlesung über Knochenbrüche versäumte und nun versucht, einen Beinbruch mit Aspirin zu heilen.

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