Eurostat-Zahlen: Eurozone ist noch nicht über den Berg

Eurostat-Zahlen: Eurozone ist noch nicht über den Berg

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Noch lange ist nicht all das aufgeholt, was seit der Finanzkrise 2008 verloren gegangen ist.

Im dritten Quartal ist die Wirtschaft der Eurozone gewachsen. Grund sind Frankreich und Griechenland. Wachstumsbremse ist Deutschland. Rezessionsängste können beiseitegelegt werden, für ein Aufatmen ist es zu früh.

Die Eurozone hat dank überraschend positiver Zahlen aus Frankreich und Griechenland Rezessionsängste fürs Erste zerstreut. Nach den am Freitag in Brüssel veröffentlichten Zahlen von Eurostat wuchs die Wirtschaft in den 18 Euroländern von Juli bis September um 0,2 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal. Da war die Wirtschaft der Eurozone um 0,1 Prozent gewachsen - mehr hatten die meisten Märkte auch im dritten Quartal nicht erwartet.

Über den Berg ist die Eurozone nach Einschätzung etlicher Analysten damit aber noch nicht. Zum einen stottert der deutsche Konjunkturmotor; die größte Wirtschaft Europas legte nur noch um 0,1 Prozent zu. Zum anderen ist noch lange nicht all das wieder aufgeholt, was infolge der Finanzkrisen seit 2008 verloren ging.

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Wesentlichen Anteil an der Zunahme hatten die bisherigen „Sorgenkinder“ Frankreich und Griechenland. Die französische Wirtschaft legte aller Skepsis zum Trotz 0,3 Prozent zu. Viele Experten hatten nach einem moderaten Rückgang im zweiten Quartal ein Abgleiten Frankreichs in die Rezession für möglich gehalten.

Der amtlichen Statistik zufolge ist die sechsjährige Rezession in Griechenland überwunden. Noch unveröffentlichte Zahlen deuten an, dass das Land schon im ersten Quartal dieses Jahres zurück auf Wachstumskurs kam. Im dritten Quartal legte die griechische Wirtschaft demnach um 1,4 Prozent zu - nach 0,4 Prozent im zweiten.

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Von dem Stand vor der Rezession ist Griechenland Schätzungen zufolge allerdings noch weit entfernt. Die Rezession habe die griechische Wirtschaft um gut ein Viertel schrumpfen lassen, sagen die meisten Experten.

„Nach der falschen Morgendämmerung vor einem Jahr, als die Eurozone aus der Rezession kam, hat sich an den Grundlagen und dem wirtschaftlichen Gesamtbild keine substanzielle Verbesserung ergeben„, sagte eine Ökonomin des Centre for Economic and Business Research, Danae Kyprianou. Als Bremsklotz für die Eurozone gilt weiter die geringe Inflation von im Oktober nur 0,4 Prozent. Die Europäische Zentralbank strebt eine Preissteigerungsrate von 2 Prozent an.

„Das Wachstum ist nirgendwo stark genug, die gewaltigen Reservekapazitäten in der Region anzuzapfen und damit die Gefahr einer Deflation zu mindern“, sagte der Chef-Europaökonom von Capital Economics, Jonathan Loynes. „So wie sie sind, mindern die Zahlen nicht den Druck auf EZB und Regierungen, mehr Wachstumsimpulse zu geben.“

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