Eurozone: Kampf gegen die Deflation – oder: was die EZB wirklich plant!

GastbeitragEurozone: Kampf gegen die Deflation – oder: was die EZB wirklich plant!

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Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB in Frankfurt am Main), will sich nicht an Spekulationen über Notfallpläne für den Fall eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone beteiligen.

Für dauerhaft niedrige Zinsen hat die EZB weithin gesorgt, das reale Wachstum kann sie aber nur bedingt beeinflussen. Die verbleibende Zielgröße ist also die Inflation.

Die Zielrate der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Inflation in der Eurozone liegt bei moderaten zwei Prozent, aber die ist aktuell weit außer Sicht. Die zuletzt berichteten Daten zur allgemeinen Teuerung offenbarten gar leichte Deflation. Daraus aber wird ein Schreckgespenst konstruiert, ein Synonym für den Tod ökonomischer Aktivität - und das dient der Rechtfertigung einer beispiellosen Geldschwemme an den Finanzmärkten.

Offiziell will die EZB Gutes   Der Bankensektor soll de facto zum Nulltarif zusätzliche Liquidität erhalten und sich an seine Transmissionsfunktion im Wirtschaftskreislauf erinnern: Günstige Kredite an den Privatsektor vergeben um die Konjunktur zu beleben.

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Zum Autor

  • Frank Träger

    Frank Träger, 55, berät seit 2002 börsennotierte Small- und Mid-Caps in Kapitalmarkt- und Investor-Relations-Fragen. Zuvor war er Analyst und Fondsmanager beim Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. und beim Versicherungsriesen Axa.

Während in den USA Quantitative Easing (QE) realwirtschaftlich zu funktionieren scheint, versagt es in Japan auf der ganzen Linie. Dort hat es – seit Dezember 2012 unter dem Akronym Abenomics – zu einem Anstieg der Staatsschuld auf fast 230 Prozent der gesamten Wertschöpfung eines Jahres geführt, ohne nennenswertes Wachstum zu schaffen. Seit Frühjahr 2013 sind umgerechnet 1250 Milliarden Euro frischen Geldes aus der Notenpresse der Bank of Japan in die japanischen Märkte geflossen.

Ergebnis: Die  OECD prognostiziert für Japan Wachstumsraten von 0,25 Prozent (2014), 0,75 Prozent (2015) und 1,0 Prozent (2016). Eine Wachstumsstimulierung sieht anders aus. Massive strukturelle Probleme in Japan verhindern offenbar ein besseres Ergebnis.

Weitere Stationen im griechischen Schuldendrama

  • 18. Februar

    Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB). Dabei könnte eine Aufstockung und Verlängerung der Notfallhilfe für Griechenland bewilligt werden. Die griechischen Banken haben immer größere Probleme, weil Bürger des Landes ihre Konten aus Furcht vor der finanziellen Zukunft abräumen. Seit vergangenen Mittwoch können die Banken griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheit für EZB-Kredite hinterlegen, um an frisches Geld zu kommen.

  • 20. Februar

    Das Ultimatum der Europartner für Griechenland läuft ab. Bis dahin soll Athen einen Antrag für eine sechsmonatige Verlängerung des Hilfsprogramms stellen - zusammen mit verbindlichen Zusagen.

  • 28. Februar

    Das bereits verlängerte Hilfsprogramm der Europäer endet. Aus dem Programm stehen noch 1,8 Milliarden Euro aus.

  • Februar und März

    2,1 Milliarden Euro müssen an den IWF und 1,9 Milliarden Euro an Zinsen gezahlt werden.

  • 9. März

    Die Finanzminister der Euro-Zone kommen routinemäßig zusammen, Griechenland dürfte wieder ein Thema sein.

  • 19. März

    Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU.

  • Juni bis August

    Im Juni sind 2,62 Milliarden an Schulden fällig, im Juli 5,12 Milliarden und im August 3,69 Milliarden Euro. 6,68 Milliarden davon sind Schulden bei europäischen Institutionen. Insgesamt muss Athen 2015 rund 22,5 Milliarden Euro zurückzahlen.

Unter strukturellen Problemen leidet auch Europa. Tatsächlich soll der Finanzsektor völlig überschuldete Staaten weiterhin zu obszön niedrigen Zinsen über Wasser halten. Dafür wird den Banken ein regelmäßiger Ausstieg aus ihren „Junk Bonds“ geboten, indem sie die Papiere an die EZB durchreichen können. Die kann dann behaupten kann, sie betriebe keine Staatsfinanzierung, denn sie kaufe die Papiere ja am Sekundärmarkt.

Quantitative Easing - und zuvor schon die Aussicht darauf - schmiert also die Aktivitäten der Marktteilnehmer an den haussierenden Bond- und Aktienmärkten. Es verhindert offizielle Staatspleiten, die faktisch längst eingetreten sind. Und es setzt eine Wirkungskette in Gang, deren tiefere Absicht nur die Erzeugung von massiver Inflation sein kann. Dazu muss der Euro zuerst zu einer Schwachwährung gemacht werden. Die erste Etappe ist erreicht: Der Euro wertete gegenüber dem Dollar binnen Jahresfrist um 17 Prozent ab.

Die europäische Politik signalisiert den Devisenmärkten den klaren Willen zur Schwächung der eigenen Währung. Quantitative Easing als Werkzeug  zur Krisenbekämpfung schwächt automatisch die Währung der Krisenregion – vor allem  wenn die reine Aufblähung der Geldmenge das einzige Ergebnis sein könnte. Hilfreich auch, dass die Wachstums-und Zinsdifferenzen derzeit ohnehin für den Dollar sprechen.

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