Ex-Präsident: Nicolas Sarkozy in Polizeigewahrsam

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Ex-Präsident: Nicolas Sarkozy in Polizeigewahrsam

, aktualisiert 01. Juli 2014, 10:58 Uhr

Nicolas Sarkozy soll sich illegal Informationen aus einem laufenden Gerichtsverfahren beschafft haben. Deshalb sitzt er jetzt in Polizeigewahrsam.

Bereits am Vortag wurde der Anwalt Thierry Herzog in Gewahrsam genommen. Beide sollen sich illegal Informationen aus einem laufenden Gerichtsverfahren beschafft haben. Hintergrund ist die mutmaßliche Bestechung eines Top-Juristen. Im politischen Umfeld Sarkozys laufen unter anderem auch Verfahren wegen möglicherweise illegaler Finanzierung seines Wahlkampfes. Der frühere Staatschef kann zunächst bis zu 24 Stunden festgesetzt werden. Die Untersuchung werde von einer Antikorruptionsstelle geleitet, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittler. Es ist das erste Mal überhaupt, dass sich ein ehemaliger französischer Präsident in Polizeigewahrsam befindet.

Auch zwei Justizbeamte wurden zu den Vorwürfen befragt. Einem der Männer soll Sarkozy eine Beförderung nach Monaco im Austausch für Informationen in Aussicht gestellt haben. Die Ermittler werfen dem konservativen Politiker vor, auf ein Netzwerk an Informanten zurückgegriffen zu haben. Dies sei aus Mitschnitten von Telefonaten hervorgegangen. Sarkozy hatte die Aufzeichnung der Gespräche mit Stasi-Methoden verglichen.

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Sarkozy war 2007 bis 2012 der Staatschef von Frankreich; seine konservative französische Partei UMP hatte danach mit einer Wahlspendenaffäre zu kämpfen und versuchte mit einer neuen Spitze ihren Zerfall abzuwenden. Zu den Mitgliedern eines Führungstrios wurden am Dienstagabend die früheren Premierminister Alain Juppe, Francois Fillon und Jean-Pierre Raffarin ernannt. Kommissarischer Generalsekretär wird Ex-Bildungsminister Luc Chatel, der ein Anhänger Nicolas Sarkozy ist.

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Die UMP wird seit der Niederlage Sarkozys von Krisen erschüttert. Zuletzt musste Parteichef Jean-Francois Cope sein Amt wegen einer Spendenaffäre räumen. Zudem errang die rechte Partei Front National bei der Europawahl im Mai mehr Stimmen als die Konservativen. Wegen der Dauerkrise hatte ein früherer Minister Sarkozys offen für die Auflösung der Partei geworben.



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