EZB-Bericht: Euro verliert international leicht an Bedeutung

EZB-Bericht: Euro verliert international leicht an Bedeutung

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Einmal jährlich untersucht die EZB die Rolle des Euro im globalen Währungssystem.

Laut einem EZB-Bericht hat die Schuldenkrise das Image des Euro vorübergehend belastet, dennoch habe die Gemeinschaftswährung ihre Aufgabe erfüllt. Gut, dass zumindest die Währungshüter an den Euro glauben.

Der Euro hat im vergangenen Jahr einen kleinen Teil seiner internationalen Attraktivität eingebüßt. Der Anteil der europäischen Gemeinschaftswährung an den globalen Währungsreserven ist leicht um rund einen Prozent von 25,1 Prozent Ende 2011 auf 23,9 Prozent Ende 2012 gesunken. Das gab die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstag in ihrem Bericht über die internationale Rolle des Euro bekannt. Auch der Anteil des US-Dollar an den gesamten Reserven ist leicht um 0,3 auf 61,9 Prozent zurückgegangen. Das führt gleichzeitig dazu, dass Währungen, die traditionell nicht zu den klassischen Reservewährungen gehören, an Bedeutung gewinnen.

Grund ist natürlich die europäische Schuldenkrise, vor allem das zersplitterte Finanzsystem der Eurozone. Allerdings ist die Situation laut EZB in der zweiten Jahreshälfte durch bestimmte Maßnahmen wieder besser geworden. Beispielsweise hätten die beschlossene gemeinsame Bankenaufsicht und das umstrittene Anleihekaufprogramm OMT den Druck auf den Euro verringert. Die Notenbank hatte erklärt, im Zweifel unbegrenzt Anleihen zu kaufen, wenn das für die Rettung des Euro notwendig sei. Zwar musste EZB-Chef Mario Draghi seinen Worten bisher keine Taten folgen lassen, dennoch gewannen Finanzinvestoren wieder Vertrauen in den Euro. Auch nationale Maßnahmen, wie die Restrukturierungen im spanischen Bankensystem oder der Schuldenrückkauf Griechenlands haben die Situation laut Bericht merklich verbessert.

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Schuldenkrise Italiens Staatsbankrott rückt näher

Die Schuldenkrise kehrt zurück in der Eurozone: Italien ist durch den Reformstau und eine latente Regierungskrise besonders gefährdet, während EZB-Präsident Mario Draghi von seiner Vergangenheit eingeholt wird.

Die Schuldenkrise kehrt zurück in der Eurozone: Italien ist durch den Reformstau und eine latente Regierungskrise besonders gefährdet, während EZB-Präsident Mario Draghi von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Quelle: dpa

Deshalb ist die EZB überzeugt, dass die Sorgen um die Zukunft des Euro inzwischen bei Notenbankern spürbar nachgelassen hat. Es gebe Hinweise, dass das Vertrauen von Finanzexperten weltweit in die europäische Währung in der zweiten Jahreshälfte 2012 wieder angezogen habe, betonte die Notenbank.

Unter anderem deshalb kommt die EZB zu dem Schluss, der Euro habe seine Aufgabe als zweitwichtigste Reservewährung der Welt erfüllt. Verwunderlich ist eine derartige Aussage wohl kaum. Erstens ist der Rückgang des Anteils an den weltweiten Devisen minimal. Und zweitens: welche Notenbank würde schon zugeben, dass ihre Währung zuletzt unwichtiger geworden ist. Außerdem geht es in dem Bericht ausschließlich um die Rolle des Euro im internationalen Währungssystem. Wäre dagegen die Rolle des Euro für die deutsche Bevölkerung hinterfragt worden, sehe das Bild vermutlich anders aus.

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