EZB-Chef Draghi: "Wir erfüllen unser Mandat"

ThemaEZB

EZB-Chef Draghi: "Wir erfüllen unser Mandat"

Bild vergrößern

EZB-Chef Mario Draghi bei der Konferenz in In Sintra: von Sonntag bis Dienstag diskutieren 150 Notenbanker, Ökonomen und Politiker über den Kurs der Geldpolitik.

von Angela Hennersdorf

Nach zwei Tagen in „Draghis Denkerklause“ rauchten Notenbankern und Ökonomen die Köpfe. Was sie mitnehmen von der ersten europäischen Notenbank-Konferenz in Sintra: Es gibt viel zu diskutieren und die Frage: „what’s next?“

„Ich bin ja kein neutraler Beobachter“, gibt Mario Draghi offen zu. Trotzdem spart er nicht mit Eigenlob. Er sei zutiefst dankbar dafür, was er in den vergangenen zwei Tagen gelernt habe. „Das, was ich mit diesem Forum beabsichtigt habe, nämlich einen Ort zum Austausch und des Nachdenkens zu bieten, das hat geklappt“. Mit diesen Worten schloss der EZB-Präsident die zweitägige Notenbank-Konferenz, die er höchst persönlich ins Leben gerufen hatte.

Draghis Ruf in die Denkerklause Penha Longa, ein Luxusressort auf den Hügeln der Stadt Sintra in Portugal, folgten mehr als 150 Ökonomen, Notenbanker, Politiker, Wissenschaftler. Inflation, Deflation, Bilanzsummen von Notenbanken, die Europa-Wahlen – zu diskutieren gab es genug. Ach ja, und dann war dann noch die nächste EZB-Zinsentscheidung, die am 5. Juni ansteht.

Anzeige


Die Notenbanker scheinen begeistert vom illustren Treffen, auf dem IWF-Chefin Christine Lagarde die Notenbanker als moderne Helden bezeichnete, die Europa zusammenhielten und deren Mandat in diesen schwierigen Zeiten, in der immer noch viele Euroländer mit der Krise kämpften, erweitertet werden müsste.
„Es gab tatsächlich viel zu diskutieren“, lobt der portugiesische Notenbank-Chef Carlos da Silva Costa das Forum. Dabei durfte er als Vertreter des Landes, das Gastgeber des Forums war, nicht einmal auf dem Plenum sprechen. Sein Kollege von der Notenbank von Italien sieht das genauso: „Ich bin extrem zufrieden mit der Veranstaltung. All diese Gedanken werden wir in die Diskussion in der EZB aufnehmen.“

So viel Neues war aber eigentlich nicht dabei. US-Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman trug erneut seine Forderung vor, das Ziel von nur zwei Prozent Inflation sei viel zu niedrig. Notenbanker weltweit lägen völlig daneben mit dieser Zielmarke. Bei zwei Prozent seien diese Ziele zu niedrig und erhöhten das Risiko, dass den Notenbanken der Spielraum für Zinssenkungen ausginge, so Krugman.
Er argumentierte, ein zu niedriges Inflationsziel könne den europäischen Notenbankern einen Vorwand liefern, nichts weiter zu unternehmen. Da fielen die Notenbanker in eine reine “Selbstzufriedenheitsfalle”. Der EZB-Leitzins liegt derzeit auf einem Rekordtief von 0,25 Prozent. Angesichts der anhaltend niedrigen Inflation von derzeit 0,7 Prozent, überlegt die EZB eine weitere Senkung des Leitzinses wie außerdem einen negativen Einlagenzinssatz. Bis ins Detail hatte Draghi am ersten Tag der Konferenz in einer sehr detaillierten und aufschlussreichen Analyse die „Anatomie der Inflation“ dargelegt und damit im Prinzip ein erneutes Handeln der EZB gerechtfertigt.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%