EZB: Draghis EZB-Geld soll nach Süden fließen

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EZB: Draghis EZB-Geld soll nach Süden fließen

von Mark Fehr

Die Europäische Zentralbank erlaubt Banken, mehr verbriefte Forderungen einzureichen. Was verbirgt sich hinter den seit der Finanzkrise gefürchteten ABS-Papieren – sichere Einnahmen oder finanzieller Giftmüll?

Die expansive Geldpolitik von EZB-Präsident Mario Draghi nimmt immer extremere Formen an. Jetzt will Europas Notenbank ihre Qualitätsansprüche an verbriefte Forderungen senken, die Banken als Pfand für das verliehene Zentralbankgeld hinterlegen können. Verbriefungen haben während der Finanzkrise traurige Berühmtheit erlangt und können seit jeher bei der EZB eingereicht werden. Doch jetzt sollen sich Banken damit dank reduzierter Risikoabschläge bis zu 20 Milliarden Euro mehr borgen können als bisher.

Die Verbriefung von Verbraucher- oder Firmenkrediten floriert neuerdings wieder, die Finanzierungsmethode gilt normalerweise längst nicht als so gefährlich wie die verbrieften Kredite für amerikanische Schrottimmobilien. Letztere haben sich als finanzielle Massenvernichtungswaffen entpuppt und durch Verkauf an Banken und Investoren auf der ganzen Welt das globale Finanzsystem zum Zusammenbruch gebracht.

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Politik der Zentralbanken Ist Reden Gold für Bernanke und Draghi?

Wenn sie sprechen, hängt die Finanzwelt an ihren Lippen: EZB-Präsident Draghi und Fed-Chef Bernanke sind bemüht, ihre Politiken offen zu kommunizieren. Allerdings haben Beide zwei unterschiedliche Interessen.

Fachleute nennen die neue Offenheit von Draghi und Bernanke "Forward Guidance" - ein Ausblick auf die Zinsentwicklung in der Zukunft. Quelle: AP

Die aus dem internationalen Finanz-Sprech stammende Bezeichnung Asset Backed Securities stünde frei übersetzt eigentlich für Wertpapiere, die mit Sachwerten besichert sind. Dieser Gedanke führt aber in die Irre, denn statt eines Anspruchs auf Sicherheiten in Form von Immobilien, Rohstoffen, Schiffen oder Flugzeugen haben die Käufer von ABS-Papieren lediglich Anspruch auf Zins und Tilgung aus den Krediten, die eine Bank an ihre Privat- und Firmenkunden ausgegeben hat. Entscheidend ist also allein die Bonität des Schuldners.

Mit dem soliden deutschen Pfandbrief, bekannt aus der Immobilien- Schiffs- oder Flugzeugfinanzierung, hat die von der amerikanischen Wall Street erdachte Asset Securitisation nichts zu tun. Die Käufer von ABS-Papieren müssen darauf vertrauen, dass die Kreditkunden der emittierenden Bank ihre Schulden jederzeit zurückzahlen können. Fallen die Schuldner aus, trifft den Emittenten keine Nachschusspflicht. Juristisch ausgedrückt ist das Insolvenzrisiko mit dem Kreditpool verknüpft, nicht mit der Bank, die die Papiere strukturiert und weiter verkauft.

Anders als beim Pfandbrief muss der ABS-Emittent keine Sicherheiten oder Teile seines Vermögens für den Fall reservieren, dass die Schuldner nicht zurückzahlen können. Was einige Verbriefungen vor der Finanzkrise so perfide gemacht hat, war die Tatsache, dass Investmentbanker diese in Tranchen mit unterschiedlichem Risiko zerlegten. Dabei drückten Ratingagenturen selbst den nachrangigen - also besonders von Verlusten bedrohten - Papieren noch akzeptable Risikostempel auf.

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