EZB-Mitglieder: Cœuré ist ein ökonomischer Tiefseetaucher

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KommentarEZB-Mitglieder: Cœuré ist ein ökonomischer Tiefseetaucher

von Frank Doll

Die Kompetenz von Geldpolitikern in Wirtschaftsfragen ist meist nur vorgetäuscht. EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré ist eines von vielen Beispielen.

Die niedrigen Zinsen kommen den deutschen Sparern zugute, meint Benoît Cœuré, Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB). Sarkasmus, Zynismus oder nur Dummenfang? Schwer zu sagen. Möglicherweise glaubt Cœuré diesen Unsinn selbst nicht. Doch auf diesem Diskussionsniveau fällt es schwer, die EZB überhaupt noch Ernst zu nehmen. Einen Einblick in das ökonomische Weltbild von Cœuré lieferte unlängst „Die Zeit“ in einem Interview mit dem vermeintlichen Geldspezialisten, der als Graue Eminenz hinter EZB-Chef Mario Draghi gilt.

Zinspolitik der EZB Geldpolitik zum Unwohlsein der Bürger

Die Leitzinssenkung ließ die Börsen jubeln, am Donnerstag steht eine neue Zinsentscheidung an. Die EZB erwägt, mit negativen Zinsen die Kreditvergabe zu steigern. Sie hat aber noch ein anderes Ziel.

Logo der EZB Quelle: dapd

Cœuré: „Die schwache konjunkturelle Lage ist der Grund für die sehr niedrigen Zinsen. Bei schwachem Wachstum gibt es weniger Investitionsmöglichkeiten, die profitabel sind. Weil Ersparnisse aber investiert werden müssen, um Renditen zu erzielen, heißt das in der Folge, dass die Renditen niedrig ausfallen. Die niedrigen Marktzinsen schaffen aber auch die Voraussetzungen für neues Wachstum, was wiederum die zukünftigen Erträge aus Ersparnissen steigert.“ Nur kommt die schwache Kreditnachfrage nicht von ungefähr. Sie hat im Wesentlichen damit zu tun, dass Cœuré und seine EZB-Kollegen den Zins zu lange zu tief gehalten haben. Dadurch wurde im Vorfeld der Eurokrise zu viel und falsch investiert.

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Jetzt müssen diese Fehlinvestitionen abgeschrieben werden, bevor überhaupt neue getätigt werden können. Deswegen die schwache Kreditnachfrage. Wer unter Hinweis auf zu viel Ersparnisse und den Mangel an Investitionen die Zinsen nach unten manipuliert, leitet nur eine weitere Welle an Fehlinvestitionen ein. Das passiert jetzt bei den Vermögenspreisen. Der deutsche Sparer wird auch diese Rechnung über seine Kapitalanlagen, Riester-Renten und Dauertiefzinsen mitbezahlen müssen. Die EZB hat sich in eine Liquiditätsfalle hineinmanövriert und sucht nun Zuflucht in der Voodoo-Ökonomie. Der deutsche Sparer ist das erste EZB-Opfer.

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