EZB: Negativzins zeigt Wirkung

EZB: Negativzins zeigt Wirkung

So unrecht hatte Draghi offenbar doch nicht. Denn schon einen Tag nach Inkrafttreten des neuen Negativzinses konnte die EZB die Mitteilung machen, dass die Einlagen der Banken im Euroraum gesunken seien.

Die Banken des Euroraums haben ihre kurzfristigen Einlagen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) spürbar reduziert. Einen Tag nach Inkrafttreten des neuen Negativzinses teilte die EZB am Donnerstag mit, die Einlagen seien um 25,4 Milliarden auf 13,6 Milliarden Euro gesunken. Dies ist der niedrigste Wert seit Februar 2011, also seit gut drei Jahren.

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Ein Teil des Geldes scheinen die Banken auf ihr laufendes Konto bei der EZB gestellt zu haben, dessen Stand sich um 16,7 Milliarden auf 206,8 Milliarden Euro erhöhte. Allerdings müssen die Banken den Negativzins auch hier zahlen, soweit die dortigen Einlagen über die Mindestreservepflicht hinausgehen.
Die EZB hatte vor einer Woche mit Wirkung zum 11. Juni als erste große Notenbank eine Gebühr auf bei ihr unterhaltene Guthaben beschlossen. Damit soll zum einen der starke Euro geschwächt werden, um Konjunktur und Inflation anzuschieben. Zum anderen zielt der Schritt auf die schwache Kreditvergabe in Südeuropa ab. Sie soll belebt werden, indem die Banken bei der EZB brachliegende Guthaben abziehen und in die Wirtschaft leiten. Der Erfolg der Maßnahme ist ungewiss, weil es an praktischen Erfahrungen mangelt.

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