EZB: OECD rät zur Vorsicht beim Ausstieg aus lockerer Geldpolitik

EZB: OECD rät zur Vorsicht beim Ausstieg aus lockerer Geldpolitik

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OECD-Generalsekretär Angel Gurría.

Auch die OECD blickt positiv auf den Euro-Raum - rät der EZB allerdings zu Vorsicht bei der Abkehr von der Nullzinspolitik. Die Geldpolitik solle konjunkturstützend bleiben bis die Inflation dauerhaft ansteige.

Trotz der wirtschaftlichen Erholung im Euro-Raum rät die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) der EZB zu einem vorsichtigen Kurs bei einer Abkehr von der Nullzinspolitik. "Wir glauben nicht, dass derzeit Handlungsbedarf für die EZB besteht. Sie wäre gut beraten, ihren Kurs zu halten, da die Risiken weiter sehr hoch sind", sagte OECD-Experte Christian Kastrop am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Paris zum Wirtschaftsausblick der Organisation. Aus Sicht der OECD sollte die Geldpolitik konjunkturstützend bleiben, bis die Inflation "eindeutig und dauerhaft" in Richtung des EZB-Zielwerts von knapp zwei Prozent ansteigt.

Im nächsten Jahr könne die Europäische Zentralbank (EZB) dann damit beginnen, die Geldpolitik etwas zu straffen und ihre Wertpapierkäufe schrittweise zurückzuführen. Zudem wäre es dann möglich, eine allmähliche Beendigung der jetzigen Zinspolitik einzuleiten. Insbesondere könnte der negative Einlagensatz laut OECD gegen Ende 2018 angehoben werden. Diesen Strafzins müssen Banken zahlen, wenn sie über Nacht überschüssige Liquidität bei der EZB parken. Er liegt aktuell bei minus 0,4 Prozent.

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Angesichts der aufgehellten Konjunkturperspektiven wird die EZB Experten zufolge am Donnerstag wohl einen kleinen Schritt hin zu einer geldpolitischen Wende wagen. Die Währungshüter dürften auf ihrem Ratstreffen in der estnischen Hauptstadt Tallinn wahrscheinlich die Risiken für das Wirtschaftswachstum als ausgeglichen bezeichnen - und damit zuversichtlicher auf die Konjunktur blicken. Auch sind Änderungen beim Zinsausblick denkbar.

Umfrage 80 Prozent der Ökonomen fordern Ende der expansiven Geldpolitik

Deutschlands Ökonomen haben nur noch wenig Vertrauen in die Arbeit der Europäischen Zentralbank. Sie fordern einen baldigen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik.

Mario-Draghi Quelle: dpa

OECD erwartet leichte Belebung der Weltkonjunktur

Die Weltwirtschaft dürfte laut Experten der Industriestaaten-Organisation in den kommenden Monaten leicht an Schwung gewinnen. „Nach fünf Jahren schwachen Wachstums sehen wir endlich Licht am Ende des Tunnels“, erklärte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Die Organisation hob ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr leicht an: Sie rechnet nun mit einem weltweiten Plus von 3,5 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als noch im März erwartet. Für 2018 geht die OECD weiterhin von einem Plus um 3,6 Prozent aus. Im vergangenen Jahr hatte die Weltwirtschaft um 3,0 Prozent zugelegt.

Gurría sagte, die konjunkturelle Belebung sei aber noch zu schwach, um eine spürbare Verbesserung der Lebensverhältnisse in allen OECD-Ländern zu gewährleisten. Zu der Organisation gehören 35 Mitgliedstaaten, vor allem Industrieländer.

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